Publié le 5 Octobre 2009

Mein Ausflugsziel an diesem Sonntag war die « Biennale d’Issy » in Issy-les-Moulineaux. Assoziationen mit Modeschöpfern sind nicht nur wegen des fehlenden e wenig angebracht.  Die 2003 neu gegründeten Agglomeration Arc de Seine, ein Zusammenschluss der Kommunen Issy-les-Moulineaux, Meudon, Chaville, Vanves und Ville d´Avray, hat sich eher auf Medien, Technologie und Telekommunikation spezialisiert. Arte France, Canal+, Eurosport, France Telecom, Bougyes Telecom, Microsoft etc. haben dort ihre Niederlassungen.

 

Nur etwas mehr als 6km von Paris entfernt, unter anderem mit der Métro 12 erreichbar, bietet die Agglomeration mehr Arbeitsplätze als sie Einwohner aufweist. Das und noch viel mehr erfuhr ich anlässlich meines Besuchs der Biennale, die zum fünften Mal veranstaltet wurde und unter dem Motto stand "Mon Dieu, délivrez moi du modèle..." Diderot.

 

In dem 1999 mit dem « Prix Européen du Musée de l’Année“ ausgezeichneten Musée Français de la Carte à Jouer, eines der weltweit sieben den Spielkarten gewidete Museum, findet die Biennale statt.

 

Das moderne Gebäude versteckt sich hinter dem Eingangsbereich zu dem ehemaligen Schloss der Prinzen von Conti, einem Zweig der Bourbonen. Außer diesem mit dem Museum verquickten Bauteil ist von dem Schloss und dem zugehörigen Park seit Anfang des 20. Jahrhunderts nichts mehr erhalten. Ein Modell in der Galerie d’Histoire de la Ville lässt den bourbonischen Prunk noch erahnen.

 

In der Galerie zur Stadtgeschichte erfährt man, dass im 19. Jahrhundert Gewerbe- und Industriebetriebe aus der Stadt Paris zunehmend in die Vorstädte verlagert wurden. So auch nach Issy-les-Moulineaux. Die Lage an der Seine und die Nähe zur Stadt werden wohl zusätzliche Argumente gewesen sein Chemische Industrie, Auto- und Flugzeugindustrie, aber auch eine Brauerei anzusiedeln. Unnötig zu erwähnen, dass es die Betriebe heute nicht mehr gibt.

Issy spielte in der Flugzeuggeschichte eine wichtige Rolle, wird gar als Wiege der Fliegerei bezeichnet. Denn die dort gebauten Flieger wurden auf dem Flugfeld gleich rekordverdächtig getestet: 1907/1908 wurden auf dem Flugfeld von Issy die ersten Streckenrekorde (von  700m aufwärts), Geschwindigkeits- (52 km/h)- und 1910 der Höhenrekord von 2587m aufgestellt.

 

Wohl weniger mit dem Flugzeug als auf dem strapaziösen Land- und/oder Seeweg kamen manche Bevölkerungsgruppen hierher. Issy weist eine große armenische Gemeinde auf, nahm es doch 1923 zahlreiche Flüchtlinge auf und beschäftige sie in den ansässigen Gewerbebetrieben (Cartoucherie Gévelot, Blanchisserie de Grenelle etc.).

 

Korsen verschlug es auch oft in diese Gemeinde, sie stellten von 1939 bis heute insgesamt 3 Bürgermeister und zahlreiche Gemeindevertreter.


Zurückkommend auf die künstlerische Vergangenheit und Gegenwart von Issy: Henry Matisse und Auguste Rodin lebten und arbeiteten in Issy, ebenso wie der Fotograph Robert Doisneau.

Zeitgenössische Kunst hat ihren Platz in Les Arches, ähnlich den Stadtbahnbögen unter der RER und in einer ehemaligen Militärfabrik.

Und eben in der diesjährigen Biennale werden Beiträge von 45 Künstlern – Malern, Videokünstlern, Bildhauern, Fotografen gezeigt. Zwei Werke fand ich besonders ansprechend: Ein Gemälde von Catherine Lopes-Curval:

Les Manchots.

Und das Videoprojekt von François Zabaleta „La surface corrigée“.

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Rédigé par Jutta

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Publié le 28 Septembre 2009



... fahrn nach Linz!


Hier geht's zur Linz-Foto-Love-Story



Linz 2009 hat mich ja bereits beim Nationalfeiertag 2008 mit voller Wucht angeteased ...
... und außerdem hat man gegenüber unkundigen Weinviertlerinnen, die sich die Paasdorfer Autobahn noch nie abfahren getraut haben, ja sowas wie eine Sendungsverpflichtung...

also 2009 - also Linz - also Ausflug mit Höhengang  oder  -ähm - -rausch...

Und weil sich's dann im Österreichischen oft so ergibt, dass alle auf einem Fleck sind (oder liegt das doch an Linz?) läuft uns doch glatt der Cody Bärli bellend über den Weg


begleitet von seinen drei entzückenden Fraulis - beim Marsch auf Ottensheim...


Nun ist auch das Land ob der Enns nicht nur ein beschränktes (wie der abendliche Wahlausgang gezeigt hat) sondern ein ebenso weites wie dasjenige unter der Enns ... und die Donau fließt auch ihres Weges


... und so liegt es also nahe, dass wir auch GuP noch in Steinmeierwurfnähe des berüchtigten Rodlhofs kreuzen...


Von sagenumwobenen Zwergenwelten im Pöstlingberger Untergrund...

.. die uns ob ihrer Symboltracht fast den Blick auf das Wesentliche rauben---


... brechen wir auf in die Lüfte der atemberaubenden Großstadt..


Widerstand ist zwecklos und...


und so wagen sich auch Frau G. und Frau S. in halsbrecherische Höhen über den Dächern von Linz


alles dreht sich, alles bewegt sich und alle sind berauscht in Null komma Josef (46,76%)


Wer noch nicht dort war sollte unbedingt dort hin wo jene leben die wissen "was ER wollte" - Linz zahlt sich 2009 wirklich aus!


Und wenngleich nicht nur ER den Kopf über das Wahlergebnis und die saumäßigen Autofahrer auf der Westautobahn schüttelt...

Es gibt es noch das kleine Dorf der unerschütterlichen Gaflenzer wo 2009 zumindest auf Gemeindeebene keine FPÖ kandidiert ...


Schöne Fotos gibt es natürlich auch wieder...

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Rédigé par Michi

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Publié le 21 Septembre 2009



Dass aus einer öden Dienstreise ein volles Freudenfest wir, hätte man sich ja nicht gedacht...

Hier gibt's den Foto-Shortcut
und noch mehr Fotos hier bittschön

Marseille 2009 macht's trotz zahlreicher Wolkenbrüche und wirklich meeresstürmischer Gewitter möglich!

Gare Saint Charles außen  frisch gewaschen
hätte drinnen aber auch mal ein Wischtuch nötig...


Nach getaner Diensttätigkeit am Honorarkonsulat kam ich gleich mal pitschnass im Hotel an und stand dann da mit 2 nicht funktionierenden Bankomatkarten und triefendem, strähnigem Haar - im waschelnassen Anzug. Denselbigen musste ich dann eine Heissföhn-Trockenkur unterziehen, denn am Abend - mit Zwischenstopp am nassen Bahnhof (Schirmkauf und Jutta-Abholung) - gings ins Konzert des Wiener Konzertvereins im berüchtigten Theâtre Toursky.
Nett war das Theater und sein hundebesitzender Direktor aber in einer angeblich "heissen Zone", weshalb das Konsulat den hohen Besuch aus Paris inständigst bat, doch mit dem Taxi dorthin anzureisen. Das Konzert war wirklich ein Genuß!

Aber auch neben dem Hotel gabs gleich ein künstlerisches Kleinod - eine riesige Büchergiraffe ...

Samstag früh gings dann gleich mal zum Alten Hafen wo der Fisch trotzdem immer noch frisch und lecker ist (und diesmal auch üppiger verfügbar als voriges Jahr)


der selbige kam dann am Abend auch gleich in den Magen - zB in Form einer hervorragenden Bouillabaisse...

Dann frisch fröhlich die Fähre bestiegen und zu einer der Îles du Frioul geschippert - das Wetter war nach den nächtlichen Regengüssen durchaus passabel!

Kaum den Anker geworfen...

waren wir auch schon in Hundebegleitung bei der (bescheidenen aber einsamen) Calanque der Insel...

und nach ersten zarten Schritten ins seidig weiche und sogar mir warm erscheinende Mittelmeer..


ließ Jutta es sich nicht nehmen ein Bad zu nehmen


(mir erschien das dann doch in jeder Hinsicht zu gewagt, der Franzose ist ja seltsamerweise in Wahrheit ein Prüdist).

Ans andere Ende der Insel gewandert, mussten wir feststellen, dass sich über Marseille schon was zusammenbraute ..


und auch bei der Kehrtwende bot sich uns der Anblick schwarzer, grollender Donnerwolken...
Zum Glück hatten wir aber ein Ziel - nämlich die in Wiedererstehung begriffenen Ruinen des verfallenen Hôpital Caroline, das seinerzeit den von Krankheiten verseuchten Seefahrern ein wenig Quarantäne-Pause bot - und in seiner einzigartigen Konstruktion (19. Jhdt) durchaus richtungsweisend für diverse Pandemieplaner sein könnte ...
Und es begab  sich, dass dieses Wochenende nicht nur das Ende des Ramadan gefeiert wurde - und das in Marseille ob seines maghrebinischen Bevölkerungsanteils wohl nicht zu schwach - sondern wieder einmal wie jedes Jahr die Journées du Patrimoine (also die Denkmalschutztage) und so konnten wir nicht nur ein Dach über den Kopf sondern auch eine recht spannende Führung durch die in "pragmatischem Klassizismus" errichteten Lazarettmauern genießen.


Dass Adolf hier natürlich auch schon vor uns war und mit seinem "Südwall" die Landschaft nachhaltig geprägt hat verwundert werte StammleserInnenschaft nun wohl nicht mehr..


Frau Professor Schwaiger doziert strengen Blicks

Wieder zurück in der Stadt  (und ein deftiges Fischessen im Bauch) wollten wir zum Tagesausklang noch die vermeintliche Beislszene im Cours Julien besichtigen. Jenen Ort linksradikaler Studentenkneipen der sich im Vorjahr ob der winterlichen Frost und des sonntäglichen Abends tot und verlassen (und sicher nicht mit dem Quartier Oberkampf vergleichbar) darbot... es bot sich uns ein verblüffender Anblick...

Bühnen, Musik, Essen, Trinken und Menschenmassen wohin man nur schaut... dazwischen DJ(ne)s, TrommlerInnen, TänzerInnen und Aktionismus...


wir fühlten uns in unserem Element (der Mojito wär auch um 2€ zu haben gewesen - aber das Perrier wurde nicht mal angeboten...

Den nächsten Tag widmeten wir - in gewohnter Journées du Patrimoine-Kultur (siehe 2008) - den sozialistischen Seiten der Baukunst...


Die Cité Radieuse von Le Corbusier hat uns wirklich in ihren sozial-architektonischen Bann gezogen - und auch wenn die Wohnungen schmal und ein wenig uniform sind - Jutta wäre sofort eingezogen, hat doch jede Lego-Wohnung gleich zwei Loggias nach Ost und West!

Nicht nur die Idee der Konstruktion sondern auch die Ausführung zeugen von dem was der Franzose heutzutage allerorts als "durable" bezeichnet - Baumaterialin für Sozialwohnungen, die nach 60 Jahren noch immer funktionieren und nicht wie neuerdings nach weniger als 10 Jahren schon in (Glas-)Platten zerbröseln...


Auch wenn Beton nicht jeder mag - wir fanden's klasse, wenngleich in dem im Wohnblock integrierten Hotel+Restaurant+Bar die Original-Le-Corbusier-Klotür eine derartige durabilité aufwies, dass sie mich gar nicht mehr rausließ (und ich mich moderner Handytechnik bedienen musst, um mich nach Anleitung des Rezeptionisten selbst zu befreien .. da sag noch mal jemand Werbung sei sinnlos - hätt ich den Prospekt nicht dabei gehabt säße ich wohl jetzt noch am Klo..)

Da der Sonntag ein sonniger war, fuhren wir also dann zum Prado genannten Stadtstrand der Marseillaises ---


wo wir ungeahnt ins nächste Spektakel eintauchten... der Fête du Vent... ein einzigartiges Drachen-Schauspiel


Zugegeben, der Drachen-Sport erschien uns zwar optisch in der Fülle ansprechend, individuell gesehen aber doch (bei stabilem Meereswind) etwas ööööde... aber auch hier wurden wir eines Besseren belehrt, denn Carlo aus der Schweiz hat vorgezeigt wie man zwei Drachen zu Tango tanzen lassen kann - seht hier einen Ausschnitt:

Vor lauter Drachen kann einer dann ganz schön schwummrig im Kopf werden (vor allem wenn einer dürstet und sie sich eine geschlagene Dreiviertelstunde um ein Wasserfläschen anstellen muss - naja wir sind eben doch auch in Marseille irgendwie in Frankreich..)


Den kleinen Ausflug in den Süden ließen wir dann bei der Fête du Plateau ausklingen, wo deutlich noch die Spuren des bunten nächtlichen Treibens erkennbar waren...


Und da gabs dann auch noch witziges Kabarett und coole Musik und Spaß und Freude..


und coole Autos für den Herrn Wick..


Olympic Marseille hat natürlich an diesem Wochenende unübersehbar auch gespielt und gewonnen, aber man hjat das Gefühl dass OM sowieso jeden Tag spielt, denn jeder zweite Marseillaise ist Dauerfan!


Marseille, überwacht von Notre Dame de la Garde prägt ganz schön... und bleibt immer in Erinnerung... Marseille 2009 war ganz besonders schön.



Wer sich an Marseille 2008 nicht mehr erinnern kann, kann sein Gedächtnis hier auffrischen.

Die schönen Fotos gibts wie immer im Picasa-Album

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Rédigé par Michi

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