Publié le 2 Décembre 2007

Es tut sich jede Menge in Paris, täglich volles Programm... das kann man zB hier nachlesen
Bloss: WIR sind selten dabei... Die Arbeit und der Herbst scheinen eine geballte Ladung an Müdigkeit und Schlappheit zu hinterlassen und Vieles was die Stadt zu bieten hat bleibt uns daher allzu oft verborgen.
In diversen Statistiken kann man auch nachlesen, dass so ein Streik zur Verbreitung von Krankheiten aller Art beiträgt, aber den haben wir vorerst ja hinter uns und die U-Bahn trägt sicher auch als Bazillenschleuder zur Immunschwäche bei.

Wir haben zwar nichts Exeptionelles erlebt, aber ganz untätig waren wir auch nicht...
Wir haben uns zB die Austellung "HÉROS - von Archille bis Zidane" angesehen (dazu gibts aber wirklich nicht viel zu sagen, außer dass der französische Held der Gegenwart "Nicolas" nicht erwähnt wurde.

Und beim Spaziergang an der Seine haben wir nicht nur neue Einblicke in die Stadt entdeckt
Gare de Lyon mal anders

sondern auch die im Entstehen begriffenen Pariser Docklands erstmals gesehen (ob die sich da was von London abgeschaut haben?)

und der Pariser Yachthafen ist auch im Herbst ganz ansehnlich

Außerdem hatten wir Besuch von Christa und Hanna (letztere ist grad für ca 3 Monate in der Stadt und lernt brav Französisch, was wir äußerst bewundern!)
Es schaut nur so aus als würde sie mit Händen und Füßen reden, sie hat uns nur ein paar Turnübungen präsentiert ;-)

Außerdem naht Weihnachten (nein, wir waren NICHT einkaufen) und da jedes Pariser Kind in der Vorweihnachtszeit zu den Grands Magasins pilgert um die Auslagendekoration zu bewundern, wollten auch wir uns dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Vielleicht werden wir alt, aber wir haben sehr viel gelacht dabei ...

und fanden die Femmes Fatales durchaus ansehnlich

und die Galeries Lafayette lassen auch gleich mal keinen Zweifel darüber aufkommen, wo die Kathedralen heutzutage zu finden sind...

Wir haben außerdem gelernt, dass in Frankreich der Christbaum bereits Anfang Dezember (also mit Adventbeginn, schätz ich mal) aufgeputzt wird. Nun verwundert nicht mehr, dass seit mehreren Wochen einer der täglich Arbeitsweg durch hunderte Tannenbäume verstellt wird...

Heute, ein Tag des Sturms und Regens (grauslich) haben wir uns zum Tag der offenen Tür bei "Montmartre-aux-Artistes" gewagt, eine Art Wohn-Atelier-Anlage, die ca 130 KünstlerInnen beherbergt. Spannend, spannend, wenn man die Atelier- und Wohnräume so einfach betreten kann und das Gebäude ist wirklich nett gelegen...

Jutta ist nun wieder am Weg nach Frankfurt bis Mittwoch abend und mir steht eine durchaus ereignisreiche Arbeitswoche bevor... , aber keine Sorge: wir sind schon gedanklich dabei Berichtenswertes unserem Erlebenshorizont näher zu bringen.

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Rédigé par Michi

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Publié le 22 Novembre 2007

also ganz ehrlich, man hat ja linke Wurzeln, man findet die Streikkultur in Frankreich ja an sich sympathisch... (erinnert sich noch jemand an den eintägigen "General"streik in Österreich irgendwann 2002 oder 2003... ein Witzchen), man unterstützt vielleicht nicht unbedingt die aktuellen Anliegen (Sonderpensionsregelungen klingen für unsere Generation, die wohl KEINE Pension mehr sehen wird, etwas dubios), aber man bewundert die Streik- und Demonstrationsfreude in Frankreich, die unsereiner von "klein auf" ja ein wenig fremd ist...

ABER

nach nunmehr 9 Tagen Streik der Öffis ist selbst die privilegierte in Paris Wohnende etwas genervt.
Ja am ersten Tag war's noch lustig sich mit dem Rad durch die Stadt zu wagen - wow Place de la Concorde -siebenspurig ohne Spuren - das ist ein Kriterium (und seinerzeit hat man auch noch das Radl im Zweifelsfall über den Zebrastreifen geschoben), ja man kann die täglich ca 1,5 Stunden Radfahrt auch als Fitnessprogramm sehen, jaja andere habens noch viel schlimmer erwischt... Und außerdem schafft man nach ein wenig Radfahrtraining in der Großstadt mittlerweile fast problemlos den Spurwechsel im Kreisverkehr über 4 Spuren hinweg... und das ohne Handzeichen ...


Das tägliche Concorde-Erlebnis (von Überschall-Erlebnissen begleitet)

Da gibt es KollegInnen, die auch jeden Tag brav so pünktlich wie möglich in der Arbeit sind, dafür aber 1 Stunde früher als sonst aufstehen und zwei Stunden später als sonst heimkommen, dazwischen auf kalten Bahnsteigen einem nahenden Zug harren, um diesen dann aufgrund von wirklicher Überfüllung nicht besteigen zu können und dann eine weitere Stunde auf den nächsten zu warten,  bis sie dann irgendwann 30-45 Minuten wie Sardinen gedrängt in die Stadt fahren können um dann dort nochmal einen Fußmarsch  von 45 Minuten auf sich zu nehmen, weil die U-Bahn aussichtslos ist. Ja die habens wirklich schwer, da ist so eine Radfahrt ein Scherzchen, auch wenns regnet oder eiskalt ist und auch wenn die Autos und Mopeds und Motorradfahrer eine immanente Bedrohung darstellen und einer schlecht ist, wenn sie heimkommt, weil soviel Blei in der Lunge einfach nicht zum Atmungsalltag gehört...

 ABER ES NERVT SCHÖN LANGSAM...



Ich kann euch nun nicht mal Hintergründe bieten über Verhandlungsergebnisse, Streikbeendigung etc... denn eine kleine Nebenwirkung des Streiks ist meine persönliche Desinformation. Zeitung am Morgen, Zeitung am Abend spielts nimmer, beim Radllenken hat man alle Hände voll zu tun (eine Hand zum bremsen, die andere zum Nase zuhalten) - ich hab also KEINE Ahnung wie lang das wirklich noch gehen wird, aber die sind hartnäckig die Franzosen...
Ja man kann ja aktuell nachlesen, dass auf Linie 3 alle 20 Minuten eine U-Bahn fährt, auf Linie 9 sogar alle 10 Minuten und auf Linie 13 auch alle 15 Minuten. Wenn man aber weiss, dass auf Linie 13 zu normalen Zeiten alle 1-2 Minuten eine U-Bahn kommt und da kommt man vor Menschenmassen nicht rein, dem vergeht das U-Bahnfahren bei der bloßen Vorstellung.

Was ich mitgekriegt hab - die Großdemo am Mittwoch. Kein Wunder, wer immer demonstriert liebt die Esplanade des Invalides und das ist genau zwischen Konsulat und Botschaft. So konnte ich am Mittwoch zwischen 16 und 18:30 die ca 500.000 (oder 700.000 laut Organisatoren) Demonstranten direkt beim Defilé vor dem Konsulat beobachten "Internationale" inbegriffen und Rauch und Lärm und Gestank bis rauf in den 4. Stock. Die Botschaft hat gleich mal vorsorglich um 16:30 die Pforten geschlossen, denn brennende Autos direkt vor der Botschaft kennt man schon aus 2005...

Rauchschwaden vor dem Konsulat


Das Bizarre daran, während die draußen streiken und ich nicht mal mit dem Rad heimfahren konnte, weil alles abgesperrt war durch die frz. "Cobra" CRS (und mit denen ist nicht zu scherzen), hab ich die Zeit genutzt und Akten aufgearbeitet wie ein Wiesel (also wie ein österreichischer Nahverkehrszug...)...

Am Tag darauf haben vor der Botschaft die Trafikanten und Tschick-Tandler demonstriert (da gabs aber weniger Rauchentwicklung), weil ab 1. Jänner 2008 ja auch in Frankreich das Rauchverbot in Lokalen eingeführt wird und da hier fast alle Trafiken sogenannte "Bar Tabac" sind, also gleichzeitig Beisln (wer sich Tschick kauft trinkt ein Bier oder ein Kaffeetscherl) fürchten die um ihre Existenzgrundlage...

Die Geschäftsleut regen sich auch schon auf, so ein Streik hat nämlich durchaus weitreichende Auswirkungen auf das Geschäftsleben, kein Mensch will nach der "Galère" der Heimfahrt (oder des Heimgangs) noch Shoppen und auch die Beisln sind verdächtig leer, weil "se deplacer" ist eben kein Spaß mehr...
Wir merken auch an uns selbst eine Verhäuslichung. Kaum das Radl in die Wohnung gezerrt haben wir einfach keine Lust mehr auszugehen (außerdem müssen wir uns vor Schwitz erst trocken legen...)

Also bleibt abends nicht viel anderes als abwarten und österreichischen Wein trinken - und solange das Fernsehen nicht streikt (im Ernst: es  gab Live-Sendungen die abgesagt wurden, weil a) nicht genug Personal zur Arbeit kommen konnte, b) die Live-Gäste selbst nicht ankamen) können wir uns ja vor dem frühzeitigen Wegpennen noch vom Radfahren erholen.



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Rédigé par Michi

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Publié le 15 Novembre 2007

... hört man seit heute Mitternacht - wie jedes Jahr am  3. Donnerstag im November-  in ganz Frankreich und überall auf der Welt - vor allem in folgenden Ländern

Der Beaujolais Nouveau ist wieder da - und 2007 handelt es sich angeblich ob der frühen Ernte um einen Millésime der besonderen Klasse - mit Himbeernote.
In Wahrheit ist der Sauerampfer natürlich eigentlich ein einzigartig erfolgreicher Marketing-Gag, um aus der eher erfolglosen Region bei Lyon ein bekanntes Weinbaugebiet zu machen. Und zumindest das ist allerbestens gelungen - ganz Japan flippt aus, wenn der rote Jungwein (2007 erstmals auch als Rosé erhältlich) um Mitternacht ausgeliefert wird - eh klar, die sind die ersten, die verkosten dürfen...


Und wir geben natürlich freimütig zu, dass wir uns dem Wahn auch nicht ganz enthalten können. Was früher in Wien der Ausflug nach Gols rund um Martini war, um bei den Bernthalers den "Vorspiel" genannten Jungwein zu verkosten, ist hier eben zumindest am Tag des Tages (das mit Mitternacht schaffen wir ja nicht) ein Flascherl zu trinken.
Dazu sei gesagt, dass wir voriges Jahr die Flasche aufgrund des Säuregrades nicht einem Ende zuführen konnten...


während der 2007er uns heute fast schon richtigen Genuss bereitet...


auch wenn wir noch immer die gleichen "Sets" zum Essen haben (wie ich grad sehe)

Jaja und gestreikt wird auch noch immer und drum fahren wir auch morgen mit dem Radl in die Arbeit, wenngleich Eiseskälte und Glatteis angesagt sind...
Prost und Gute Nacht!

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Rédigé par Michi

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