Publié le 14 Novembre 2007

... und du kommst nirgends mehr hin!


Nun ist es also endlich soweit, wir dürfen einen richtigen Streik in Frankreich miterleben. Zwar wurde auch im Oktober schon gestreikt aber nur einen Tag lang (und 3 Tage Spätfolgen), diesmal ist es aber ein UNBEFRISTETER Streik, was soviel heisst wie... kein Mensch weiss wann wieder Normalität in die Mobilität einkehren wird.

Allen Reisenden sei gesagt: es hat keinen Sinn eine Botschaft zu fragen wie lange ein unbefristeter Streik dauern wird... wirklich nicht, die Botschaft hat keinen geheimen Draht zu den größten Gewerkschaften des Landes!

Wir haben also heute unsere Fahrräder aus dem Keller geholt und uns ins Getümmel gestürzt. Und ich sage euch, das ist wirklich kein Vergnügen - oh glückliche RadfahrerInnen der Wienerstadt. Ich hab 45 Minuten nach Hause gebraucht, weil man einfach nicht weiter kommt und von LKWs, Autos, Mopeds und anderen Radfahren eingekeilt, geschnitten, blockiert wird und sich daher auch im Stau kaum durchschlängeln kann. Da weiss man dann, warum am Place de la Concorde seinerzeit die Guillotine stand... Wohl gemerkt: mit der Metro brauch ich maximal 30 Minuten und zu Fuss auch nur 50-55 min.... und da bin ich dann wenigstens nicht schweißgebadet im Büro..
Unsern HBK Gusi, der heute und morgen auf Staatsbesuch (?) ist, wird das wohl nur peripher tangiert haben, der Nicolas wird schon dafür gesorgt haben dass die Blaulicht-Eskorten freie Bahn (hihi) garantieren.

Genug des Gelabers, das kann ja noch dauern, wenn Gas und Strom sich anschließen und vielleicht dann auch noch die Müllabfuhr wirds wirklich interessant.

Wir haben aber auch Netteres erlebt in den letzten Tagen. So beehrte uns Ursula eines Besuchs in Paris

und wenngleich wir weder mit dem Wetter noch mit den Öffnungszeiten diverser kultureller Stätten (tja, der 11.11. ist hierzulande nicht Faschingsbeginn sondern WK I-Gedenkfeiertag) Glück hatten, so konnten wir doch so manches bisher Unentdeckte endlich kennen lernen.
Das Bellevilloise zum Beispiel - ein Kulturzentrum mit Beisl und Ausstellungsräumen und spannender Geschichte...

oder Architektonisches von Herrn Corbusier...





Und so nebenbei hab ich auch noch ein kulinarisches Wagnis begangen und mich an einen "Tourteau entier grillée" gewagt

Der Taschenkrebs - vor lauter ekligen Innereien findet man die Delikatesse kaum..

Keep on watching!

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Rédigé par Michi

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Publié le 5 Novembre 2007


"Faire le pont" sagt man in Frankreich, wenn man einen Fenstertag zur Freizeitgestaltung nutzt - und genau das haben wir (und Millionen von FranzosInnen) über Toussaints auch gemacht und haben uns vom TGV aus der Stadt treiben lassen... Eigentlich wollten wir die Brücke ja südlich von Avignon verbringen, aber da Gott und die Franzosen bzw. die Welt an grauen Herbsttagen das Südliche anpeilen gab es für SpätbucherInnen einfach keine Rückfahrt-Tickets aus Cannes, Nizza, Marseille, Montpellier etc... (jaja davon träumen die ÖBB..) - und so beschlossen wir den Süden unten zu lassen und uns dem äußersten Westen Frankreichs zuzuwenden, denn auch dort kann man speisen wie Gott in Frankreich oder Saint Jaques in Compostella

Wenn wir also die Bretagne anpeilen, dann meinen wir nicht Rennes, nicht Lorient oder Saint Brieuc, nein - den Südwester eingepackt ging es ab nach Finistère - finis terre - das Ende der Welt, wo der Atlantik tost und der Wind die zarte städtische Gesichtshaut zerfurcht...


Das Ende der Welt am Pointe Corsen, dem westlichsten Punkt Frankreichs

Und dann kam alles ganz anders,


laue Spätsommerluft föhnte unser Haupthaar,


die Sonne führte zu spätherbstlicher Errötung der Wangen und Nasenspitzen

und der wogende Atlantik zeigte sich mehr von der mediterranen Seite

(und gaaanz ehrlich: es war uns eigentlich ganz recht so!)

Wir landeten also in Brest um umgehend ins Mietauto zu hüpfen und unserem ersten Reiseziel LANDERNEAU entgegenzufahren. Zu Landerneau gibt es eigentlich nicht viel zu sagen und viel zu sehen gibt es auch nicht, aber der Ort ist allzu sprichwörtlich in Frankreich, um ihn nicht zumindest einmal im Leben gesehen zu haben.
"cela va faire du bruit dans Landerneau"  sagt der Franzose, wenn er meint das kleinste Gerücht könnte zu einer großen Sache werden (d.h. sogar am Ende der Welt rezipiert werden)..
Landerneau

Von Landerneau gings dann weiter nach Douarnenez - und dazu gibts eigentlich noch weniger zu sagen, außer dass das seit 7 Monaten dort neu eröffnete Hotel de France einzigartig in Service, Charme und Küche ist... und man von dort aus wunderbare Besichtigungen und Wanderungen machen kann!

Die Bretagne zeichnet sich aber vor allem - außer durch dezenten Lokalnationalismus
siehe auch BREIZH


durch seine architektonische Vielfalt aus... denn da gibt es



keltische Architektur

bretonische Architektur

katholische Baukunst

deutsches Kriegshandwerk


französische Militärbaukunst

und

moderne Kunst....



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Rédigé par Michi

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Publié le 24 Octobre 2007

Ich war ja schon immer der Meinung, dass man ein Land am besten durch Essen mit allen Sinnen erfahren kann - so stand auch der Besuch der Verwandten ganz im Zeichen repräsentativer Kulinarik.

Den Auftakt bot - nach einer luftigen Seine-Bootsfahrt (jaja, Johanna!) -


ein gediegenes fünfgängiges Menu à la France mit allem was dazu gehört

 *)
vlnr: Michis Mama, JuttasTante Elli, Juttas Cousine Patrizia, Michi, Michis Papa, Jutta

- uva einer gehörigen Käseplatte

*)
vlnr: Camembert, Morbier, Chèvre, Brebis, Munster,...

Da aber nicht alles Käse ist in Frankreich und man der maghrebinischen Küche durchaus auch was abgewinnen kann haben wir koscheren Couscous, koschere Tagine und koscheren Rotwein verkostet

um uns zum abrundenden Abschluss schließlich dem Cidre und den Galettes und Crêpes zuzuwenden

Und ein guter Espresso darf auch nie fehlen

 *)

Und wenn sie nicht gegessen haben, waren sie in der Kirche...(Notre Dame, St. Sulpice, St. Germain, St. Ambroise, etc)
aber natürlich auch im Parc Buttes Chaumonts, am Tour Montparnasse, am Friedhof Montparnasse und auf diversen Märkten der Stadt (welche wiederrum verdammt zum Essen anregen)

Uns hat's geschmeckt und hoffentlich hat's auch den BesucherInnen Spaß gemacht.

Jetzt machen wir uns täglich über österreichische Debreziner, österreichisches Bauernbrot und österreichischen Speck her - und die können auch ganz schön was ;-)

*) Fotos freundlicherweise von Patrizia zur Verfügung gestellt.

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Rédigé par Michi

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