Publié le 17 Octobre 2007

Gerade zurück von dem was ich heutzutage auch schon einen "Urlaub" nenne. In super-flotten 4 Stunden aus Köln nach Paris - THALYS ist wirklich eine brauchbare Erfindung wenngleich er eher rot als rosa ist.. (und wenn die Belgier nebst einer Regierung auch gscheite Gleise zusammenbringen würden, ginge es noch schneller...)

Rosa waren hingegen die Fachwerkhäuser im Elsass, die Kirchen und Dome und das Abendrot über der Skyline von Frankfurt... hach!


und ja es gibt natürlich Ausreisser - die roten Häuser sind noch in Juttas Kamera...

Letzten Freitag (12.10.) sind wir mit dem neuen TGV-Est (auch keine schlechte Erfindung) für läppische 19? nach Strasbourg aufgebrochen, um diese seltsame Stadt sofort nach Ankunft per Mietauto wieder zu verlassen und uns in ländlichere Regionen des Elsass zu begeben. Nach Juttas Spontanerkrankung vor der Abreise war uns eher nach Ruhe und Luftkur und genau diese haben wir in Munster (Haute-Rhin) gefunden,

obwohl von dort der berühmte Münster-Käse kommt, aber den riecht man nur in der Gastwirtschaft...
Wusstet ihr, dass es jede Menge Störche im Elsass gibt und man sich vor allem in der Route de la Vin durchaus ein wenig wie im Burgenland fühlen kann?

 

Nicht unerwähnt darf natürlich auch der Abstecher nach COLMAR bleiben. Das Wesentliche hat man in einer Stunde gesehen und wie gesagt: uns zog es in ländlichere Gegenden auch wenn die traditionsreiche Grenzstadt durchaus von herzeigbaren Ecken durchzogen ist...


Colmar - Petite Venice

Großartige alpine Unternehmungen haben wir in den Vogesen ja nicht unternommen. Das lag weniger an diversen physischen Schwächezuständen und üppigen Abendessen, sondern vielmehr an der eher uneinladenden Gestaltung der intensiv als Schigebiete genutzten Bergglatzen...
Neidvoll kann man jedoch - bei entsprechendem Wetter - in die Ferne blicken und richtige Berge erspähen - bei guter Sicht und selbst bei diesiger sieht man Eiger, Mönch und Jungfrau in der Schweiz

Umso netter fielen allerdings unsere Spontanspaziergänge aus.. nur als kleiner Abstecher zum "Fischteich" ("Lac Forlet") geplant, wurde fast noch eine alpine Halbtagswanderung daraus - mit traumhaften Ausblicken...

Der historischen Bedeutung des Landstrichs entkommt man natürlich auch kaum - überall gibt es Kriegerdenkmale und Gedächtnisstätten vor allem die Massenschlachten des "Grande Guerre" (WK I) betreffend...

die Ehrfurcht der Wildschweine lässt allerdings manchmal zur Wünschen übrig..

Zum Ausklingen und Ausschwingen haben wir uns nach den alpinen Abenteuern in den Vogesen noch in die Weinstraße begeben und die letzte Nuit Alsacienne in DAMBACH-LA-VILLE zugebracht. Ein entzückendes Dörfchen mit ausgezeichneten Weinen (Gewurztraminer, Muscat, Riesling - und  man glaubt es kaum, zum Rehbraten mit Schwammerl mundet auch der lokale Pinot Noir...

Ein kurzer Rundgang durch Strasbourg vor unserer Weiterreise nach Frankfurt hat uns davon überzeugt, dass ich mich sicher nicht für einen Posten bei ÖV oder ÖGK Strassburg bewerben werde...

Wer Frankfurt nur vom Tatort oder der Kommissarin kennt (apropos: am Sonntag sind wir quasi fluchtartig aus dem Restaurant aufgebrochen um endlich wieder mal eine Tatort-Folge anschauen zu können - KennerInnen erkennen sofort: im Elsass wird früher gegessen als in Paris) - gaubt gar nicht, dass auch in der modernsten Stadt Deutschlands die Lieblichkeit zuhause - und das vie en rose ungebrochen weiter geht..

Was aber den Reiz der Stadt ausmacht ist diese Mischung aus modernen Glaspalästen, Flussromatik und Kitsch.

Vielleicht sollte an dieser Stelle eingeschoben werden, dass Elsass und Frankfurt durchaus aus ähnlichem Holz geschnitzt sind - spätestens beim allgegenwärtigen Sauerkraut bemerkt man, dass Schwarzwald und Vogesen einst ein zusammenhängendes Gebirge waren (ein rosanes). Darüberhinaus sind auch die Menschen diesseits und jenseits der heissumfehdeten Grenze nicht die Allerschönsten, dafür aber durchaus beleibt - und überall gibt es Deutsche, die einer das Gefühl verleihen irrtümlich (?) in eine organisierte SeniorInnen-Busreise geraten zu sein. Diesseits des Rhein (aus Pariser Sicht) sprechen die Leut ein seltsames Französisch das mit dem TV-Französisch soviel zu tun hat wie Schwytzerdütsch mit der ARD und outre rhin sprechen die Deutschen eine seltsame Sprache, die für mich auch nicht leichter zu dechiffrieren ist als das alltägliche Französische. Außerdem müssen beide eine saumäßig unempfindliche Verdauung haben: verzweifelt denke ich jetzt noch an den "Frankfurter Handkäs mit Musik", der offizielle Reiseführer der Stadt beschreibt unverholen, dass die frischen Zwiebel zum quargelähnlichen Kas für die "Musik" sorgen.... pfffffff

Ach ja, und auf beiden Seiten gibt es trinkbare Biere - d.h. 90% der frz. Bierproduktion kommt aus dem Elsass und drüberm Rhein sind die Biere auch wirklich trinkbar!

In Frankfurt hab ich mich, nebst Mich-Treiben-Lassen und Speisekarten auf und ab essen sowie Biere verkosten, hauptsächlich der Kultur gewidmet.: Architekturmuseum und das durchaus sehenswerte Museum Moderner Kunst (von Herrn Hollein erbaut) mit einer ausgesprochen nachdenklich stimmenden Ausstellung von Taryn Simon.

Frankfurt ist nicht nur Finanzstadt sondern auch Stadt des Apfelweins (ein Most den man bei uns als sauer bezeichnen würde), der von den Einheimischen in unglaublichen Mengen (siehe Verdauung) konsumiert wird und Stöffche genannt wird. Dazu eine Rinderwurst mit "Grüner Soße" (ein Kräutermix der wirklich nicht schlecht schmeckt) oder die allgegenwärtige Schweinshaxe (gekocht natürlich!) mit Sauerkraut - da fehlt der hereditären Österreicherin eigentlich nur noch a gscheiter Knödl (und den gibts nicht). Ich hab auf jeden Fall meinen Wursthunger für Monate im Voraus gestillt.

Unerwähnt sollte nicht bleiben, dass Jutta dienstlich in Frankfurt ist (noch immer) und die Wahl des seltsam anmutenden Reiseziels für meinen sauer verdienten Urlaub damit seine Erklärung findet.
Netterweise ergab sich, dass Jutta auch heute nach Köln musste und ich ja meine Rückreise über Köln gebucht hatte. So konnten wir zumindest heute nachmittag noch ein, zwei Kölsch (das ist bitte nicht einfach ein Bier!) gemeinsam trinken und in die zwieblige Mettwurst beissen.

Und, ach ja, den Kölner Dom ansehen in dem angeblich die Reliquien der Heiligen drei Könige (oder Stanisläuse?) liegen.

Das Museum Ludwig, also das Kölner Museum Moderner Kunst, war auch recht spannend und hat mich ob der Fülle und Dichte fast umgerissen.

Das Spannendste an Köln ist wohl, dass der Hauptbahnhof (und der wälzt ganz schöne Menschenmengen um) quasi fast ein drittes Seitenschiff des Doms darstellt - ein spannendes Szenario...


Und wer hätte gedacht, dass dieses provinziell wirkende Nest mit seinen über 1 Mio Einwohnern immerhin die viertgrößte Stadt Deutschlands ist?

Jutta ist nun längst wieder retour in Frankfurt und hat ihren Börsenkurs hinter sich gebracht


Alte Börse Frankfurt

Morgen reist sie geschäftlich weiter nach Utrecht (NL) - die reisst's ganz schön ummanand - und spannend wird diese Reise auf alle Fälle.... Das Eisenbahnnetz in Deutschland und Frankreich  (und NL und B) ist nämlich an sich unschlagbar - wer wird sich schon wegen 4 Std die Mühen eines Fluges aufhalsen. Nun, es begibt sich, dass morgen die frz Eisenbahn SNCF streikt - und heute die DB auch beschlossen hat zu streiken - da kann einer dann schon mulmig werden, wenn sie just an diesem Tag zuerst von Frankfurt nach Utrecht (DB) und dann von Rotterdam nach Paris (SNCF) reisen will...  Derzeit schaut es aber so aus als wären ihre Züge nicht von den Streiks betroffen - und im Zweifelsfall bleibt die "konsularische" Hilfe meines Kollegen Thomas in Brüssel.

Ich geh jetzt schlafen und sehe einem Putztag entgegen. Freitag landen meine werten Älterlichen und da muss alles spiegeln und glänzen in der bescheidenen Unterkunft (möge SkyEurope nicht streiken, aber ich glaub die dürfen nicht...)


Frankfurt bei Nacht - Schön war's!!!

Voir les commentaires

Rédigé par Michi

Publié dans #parisplages

Repost0

Publié le 7 Octobre 2007

Bin zu faul zum Schreiben und außerdem haben wir ohnehin nur zu berichten, dass wir SCHON WIEDER WANDERN WAREN... diesmal in der Gegend von Lardy in Essonne (sehr schönes Wetter, sehr nette Landschaft) und im neuen Fotoalbum könnt ihr die Fotos zu dieser Wanderung und auch alle anderen Randonnées bewundern...

 

Ich muss doch noch was anmerken, nämlich eine neue kulinarische Besonderheit, die wir heute erprobt haben...

ODE AN DIE EDElkastanie

es wächts in Wald und Forsten gerne
die Kastanie mit essbarem Kerne

im Herbst fliegt sie in freiem Fall
zu Boden in recht großer Zahl

gesammelt und im Rohr gebraten
sind unsre wirklich lecker geraten

Voir les commentaires

Rédigé par Michi

Publié dans #parisplages

Repost0

Publié le 4 Octobre 2007

Während der Nachtzug Wien - Paris seit dem TGV-Est (Strasbourg) eingestellt wurde, kann man von Berlin aus locker und bequem noch eine Nacht lang gemütlich nach Paris zuckeln - und genau das hat Brigitte aus dem fernen Cottbus auch getan.

xxxxxxx KLEINE WERBEEINSCHALTUNG xxxxxx
Brigitte arbeitet bei der IBA (Internationale Bauausstellung) Fürst Pückler Land - und was sich dort so abspielt können wir aus eigener Anschauung allen InteressentInnen mit Hang zu Industrieromantik wahrlich empfehlen, vor allem da es da auch sowas wie einen (liegenden) Eiffelturm gibt
xxxxxxx ENDE DER WERBEEINSCHALTUNG xxxxx

Es ist ja wirklich eigenartig aber höchst erfreulich, dass jeder Besuch in Paris nicht nur die ewig gleichen Besichtigungen zur Folge hat, sondern bei jedem kleinen Stadtausflug immer wieder Neues und Faszinierendes auch für uns bringt - und diesmal haben wir wirklich jede Menge bisher Ungesehenes entdeckt:

Paris von oben aus anderer Perspektive zum Beispiel, indem wir endlich mal mit dem Grande Roue de Paris gefahren sind (jaja Gerti, das hast du versäumt vor Angst...)

Und weil's von der Ferne schon so hergegrinst hat, haben wir uns dann gleich noch mal La Defense im Detail vorgenommen und Ecken entdeckt, die uns so nun wirklich fremd waren (na wohnen möcht ich da nicht!). Trotzdem immer wieder nett dieses gaaaanz andere Stück Paris, das gar nicht mehr zur eigentlichen Stadt gehört.

Besonders beeindruckt haben uns natürlich weniger die Häusertürme sondern vielmehr das Alltagsleben der darin (oder darunter?) wohnenden Menschen in einem der seltsamsten Parks des Landes - dem Parc Diderot.

Interessant auch zu beobachten, dass die "Jugend von heute" keineswegs nur blöd rumlungert, man trifft sich an inszenatorisch geeignetem Ort (also zB unter dem Grande Arche oder an der Esplanade bei Sonnenuntergang) und tanzt einander was vor - das war nicht nur lustig sondern teilweise durchaus auch nett anzusehen. Davon gibts leider kein Foto - aber das Setting war ganz ähnlich wie hier:

Der praktische Nachtzug fährt natürlich auch wieder retour und wir sind vorerst zurück geblieben.
Aber schon die nächste Action wird auch uns in den Osten führen, mit dem brandneuen TGV Est nach Strasbourg, um da mal zu sehen, was denn eigentlich dran ist an dem historisch heiss umfehdeten Elsass/Alsace außer Choucroute...


Voir les commentaires

Rédigé par Michi

Publié dans #parisplages

Repost0