Publié le 29 Décembre 2009
"Hallo meine lieben Zurückgebliebenen!
Mein letztes Wochenende in Paris - und ich komme endlich dazu euch die Eindrücke der letzten Tage zu beschreiben. Ob ich es tatsächlich schaffen würde, den Blog regelmäßig zu befüllen konnte ich nicht sagen, [...] aber sooo schlecht war ich nun diesbezüglich nicht...."
Und auch wenn ich meinen Liegestuhl von Parisplages ans Gänsehäufel übersiedeln werden - es ist nicht aller Pariser Strände Abend - und Jutta wird - so hoffe ich - den Blog weiterführen und allen frankophilen LeserInnen weiterhin die wirklich interessanten Dinge des Lebens einer Wahl-Pariserin berichten...
[könnt euch schon mal auf einen MegaBlog über Myanmar Anfang 2010 vorbereiten - ohne hier was vorwegnehmen zu wollen]
Die Zurückkommende ist in der Abbau-Phase und auch die will dokumentiert werden, bevor es losgeht mit NEUBAU ...("mein erstes Wochenende in Wien [...] ob ich es tatsächlich schaffen werde, den Blog regelmäßig zu befüllen kann ich nicht sagen")
Der Abbau begann stilvoll in der stillen Nacht am stillen Örtchen ... die Metamorphose des fäkalen Biotops in eine stützstrumpffarbene (copyright Jutta) Kloake..
.. die restlichen sogenannten Feiertage wurden mit Sortieren, Ausmisten, Wegschmeissen, Lebensnotwendiges sicherstellen verbracht ... aber eh ok - hat eh geschüttet..
und ehrlich gesagt, dazu fehlen mir die Worte - oder sind sie im Lurchwuzel erstickt ???
Anfangs hat alles noch ganz normal ausgesehen.. (bemerken StammleserInnen die Rotkreuz-Schachtel-Ösi-Notfallbox?)
Aber Abbau macht sich immer auch durch etwas Leere bemerkbar...
Höchste Konzentration war angesagt beim Abchecken was beim Umzug in drei Etappen wann und wo verstaut werden muss...
Un heute rollte er an, der gelbe LKW - und brachte die orange Miranda zur Verzweiflung (die zwei Burschen pennen grad unten vor Mirandas Toren)
und während ich 3 Tage für einen Koffer, einen Rucksack und drei Mülltonnen gebraucht habe .. waren die beiden ratzfatz... und husch - weg ist das Leben - eingeschachtelt...
Meine "necessaires" wurden am Bett deponiert ... (das muss alles mit einem Flieger weg... OHNE Übergepäck!)
- und DANKE - heute darf ich noch auf der Matratze schlafen - und Internet geht auch noch!!!
Erhellend auch das russische Element, das nun den Lurch noch besser sichtbar macht...
aber zum Glück bleibt auch das noch für morgen..
denn wenn dann frühmorgens die Kartons abtransportiert sein werden, darf ich mich dem prickelnd frischsauberen Vergnügen des Großreinemachens hingeben (diverse Löcher in den Wänden hab ich heute wohlweislich schon moltofilled) ...
und dann wird neben der Matratze auch die Lebensschachtel abserviert...
... und eine Nacht im Schlafsack ohne Internet hat doch fast schon was von Camping-Urlaub...
die Prognose ist nicht schlecht.... und die Oberkampf verabschiedet sich mit Würde und all der Schönheit die sie in den letzten Jahren geboten hat
und dann ist NEUBAU angesagt ... let's see ...
aber ihr wisst wo ihr mich findet: http://neubau.over-blog.com/
Joachim Ringelnatz
Herz, ich schreibe dies
In der letzten Stunde in Paris,
Aus der letzten Flasche echt Champagner
In dem Nègre de Toulouse,
Nicht so froh, wie ich zuvor aus mancher
Unsentimentalen Stunde sandte manchen Gruß.
Daß ich hier nicht länger durfte bleiben,
Läßt glückstraurig jetzt mich selber quälen.
Morgen aber werd' ich frech erzählen
Und deutschabenteuerlich viel übertreiben,
Wie von einer sternenweiten Ferne,
Wie Paris mir ist — ach nein, dann war —.
Denke dir nur: Jede siebente Laterne
Hier ist ein naives Pissoir.
Unsympathisch, unergründlich
Comme chez nous ist die Bourgeoisie,
Doch die simplen Leute von Pari
Und die Künstler und die bunten Fremden,
Pascin, Eiffelturm und der und das und die —
Morgen, Liebste, schildre ich das mündlich.
Und die Strümpfe und koketten Hemden.
Zwar nach einundzwanzig Bummeltagen
Ist noch nichts Erschöpfendes zu sagen
Über dies
Land Paris.
Auch was ich dir morgen angter nus
Glühend loben werde, prüfe du's.
Bums! Ein Glas zerschlug im Nègre de Toulouse.