Fête an jeder Eck...
Publié le 21 Septembre 2009
Dass aus einer öden Dienstreise ein volles Freudenfest wir, hätte man sich ja nicht gedacht...
Hier gibt's den Foto-Shortcut
und noch mehr Fotos hier bittschön
Marseille 2009 macht's trotz zahlreicher Wolkenbrüche und wirklich meeresstürmischer Gewitter möglich!
Gare Saint Charles außen frisch gewaschen
hätte drinnen aber auch mal ein Wischtuch nötig...
Nach getaner Diensttätigkeit am Honorarkonsulat kam ich gleich mal pitschnass im Hotel an und stand dann da mit 2 nicht funktionierenden Bankomatkarten und triefendem, strähnigem Haar - im waschelnassen Anzug. Denselbigen musste ich dann eine Heissföhn-Trockenkur unterziehen, denn am Abend - mit Zwischenstopp am nassen Bahnhof (Schirmkauf und Jutta-Abholung) - gings ins Konzert des Wiener Konzertvereins im berüchtigten Theâtre Toursky.
Nett war das Theater und sein hundebesitzender Direktor aber in einer angeblich "heissen Zone", weshalb das Konsulat den hohen Besuch aus Paris inständigst bat, doch mit dem Taxi dorthin anzureisen. Das Konzert war wirklich ein Genuß!
Aber auch neben dem Hotel gabs gleich ein künstlerisches Kleinod - eine riesige Büchergiraffe ...


Samstag früh gings dann gleich mal zum Alten Hafen wo der Fisch trotzdem immer noch frisch und lecker ist (und diesmal auch üppiger verfügbar als voriges Jahr)

der selbige kam dann am Abend auch gleich in den Magen - zB in Form einer hervorragenden Bouillabaisse...
Dann frisch fröhlich die Fähre bestiegen und zu einer der Îles du Frioul geschippert - das Wetter war nach den nächtlichen Regengüssen durchaus passabel!
Kaum den Anker geworfen...

waren wir auch schon in Hundebegleitung bei der (bescheidenen aber einsamen) Calanque der Insel...

und nach ersten zarten Schritten ins seidig weiche und sogar mir warm erscheinende Mittelmeer..

ließ Jutta es sich nicht nehmen ein Bad zu nehmen

(mir erschien das dann doch in jeder Hinsicht zu gewagt, der Franzose ist ja seltsamerweise in Wahrheit ein Prüdist).
Ans andere Ende der Insel gewandert, mussten wir feststellen, dass sich über Marseille schon was zusammenbraute ..

und auch bei der Kehrtwende bot sich uns der Anblick schwarzer, grollender Donnerwolken...
Zum Glück hatten wir aber ein Ziel - nämlich die in Wiedererstehung begriffenen Ruinen des verfallenen Hôpital Caroline, das seinerzeit den von Krankheiten verseuchten Seefahrern ein wenig Quarantäne-Pause bot - und in seiner einzigartigen Konstruktion (19. Jhdt) durchaus richtungsweisend für diverse Pandemieplaner sein könnte ...
Und es begab sich, dass dieses Wochenende nicht nur das Ende des Ramadan gefeiert wurde - und das in Marseille ob seines maghrebinischen Bevölkerungsanteils wohl nicht zu schwach - sondern wieder einmal wie jedes Jahr die Journées du Patrimoine (also die Denkmalschutztage) und so konnten wir nicht nur ein Dach über den Kopf sondern auch eine recht spannende Führung durch die in "pragmatischem Klassizismus" errichteten Lazarettmauern genießen.

Dass Adolf hier natürlich auch schon vor uns war und mit seinem "Südwall" die Landschaft nachhaltig geprägt hat verwundert werte StammleserInnenschaft nun wohl nicht mehr..

Vor lauter Drachen kann einer dann ganz schön schwummrig im Kopf werden (vor allem wenn einer dürstet und sie sich eine geschlagene Dreiviertelstunde um ein Wasserfläschen anstellen muss - naja wir sind eben doch auch in Marseille irgendwie in Frankreich..)Nach getaner Diensttätigkeit am Honorarkonsulat kam ich gleich mal pitschnass im Hotel an und stand dann da mit 2 nicht funktionierenden Bankomatkarten und triefendem, strähnigem Haar - im waschelnassen Anzug. Denselbigen musste ich dann eine Heissföhn-Trockenkur unterziehen, denn am Abend - mit Zwischenstopp am nassen Bahnhof (Schirmkauf und Jutta-Abholung) - gings ins Konzert des Wiener Konzertvereins im berüchtigten Theâtre Toursky.
Nett war das Theater und sein hundebesitzender Direktor aber in einer angeblich "heissen Zone", weshalb das Konsulat den hohen Besuch aus Paris inständigst bat, doch mit dem Taxi dorthin anzureisen. Das Konzert war wirklich ein Genuß!
Aber auch neben dem Hotel gabs gleich ein künstlerisches Kleinod - eine riesige Büchergiraffe ...


Samstag früh gings dann gleich mal zum Alten Hafen wo der Fisch trotzdem immer noch frisch und lecker ist (und diesmal auch üppiger verfügbar als voriges Jahr)

der selbige kam dann am Abend auch gleich in den Magen - zB in Form einer hervorragenden Bouillabaisse...
Dann frisch fröhlich die Fähre bestiegen und zu einer der Îles du Frioul geschippert - das Wetter war nach den nächtlichen Regengüssen durchaus passabel!
Kaum den Anker geworfen...
waren wir auch schon in Hundebegleitung bei der (bescheidenen aber einsamen) Calanque der Insel...

und nach ersten zarten Schritten ins seidig weiche und sogar mir warm erscheinende Mittelmeer..

ließ Jutta es sich nicht nehmen ein Bad zu nehmen

(mir erschien das dann doch in jeder Hinsicht zu gewagt, der Franzose ist ja seltsamerweise in Wahrheit ein Prüdist).
Ans andere Ende der Insel gewandert, mussten wir feststellen, dass sich über Marseille schon was zusammenbraute ..

und auch bei der Kehrtwende bot sich uns der Anblick schwarzer, grollender Donnerwolken...
Zum Glück hatten wir aber ein Ziel - nämlich die in Wiedererstehung begriffenen Ruinen des verfallenen Hôpital Caroline, das seinerzeit den von Krankheiten verseuchten Seefahrern ein wenig Quarantäne-Pause bot - und in seiner einzigartigen Konstruktion (19. Jhdt) durchaus richtungsweisend für diverse Pandemieplaner sein könnte ...
Und es begab sich, dass dieses Wochenende nicht nur das Ende des Ramadan gefeiert wurde - und das in Marseille ob seines maghrebinischen Bevölkerungsanteils wohl nicht zu schwach - sondern wieder einmal wie jedes Jahr die Journées du Patrimoine (also die Denkmalschutztage) und so konnten wir nicht nur ein Dach über den Kopf sondern auch eine recht spannende Führung durch die in "pragmatischem Klassizismus" errichteten Lazarettmauern genießen.

Dass Adolf hier natürlich auch schon vor uns war und mit seinem "Südwall" die Landschaft nachhaltig geprägt hat verwundert werte StammleserInnenschaft nun wohl nicht mehr..

Frau Professor Schwaiger doziert strengen Blicks

Bühnen, Musik, Essen, Trinken und Menschenmassen wohin man nur schaut... dazwischen DJ(ne)s, TrommlerInnen, TänzerInnen und Aktionismus...

wir fühlten uns in unserem Element (der Mojito wär auch um 2€ zu haben gewesen - aber das Perrier wurde nicht mal angeboten...
Den nächsten Tag widmeten wir - in gewohnter Journées du Patrimoine-Kultur (siehe 2008) - den sozialistischen Seiten der Baukunst...

Die Cité Radieuse von Le Corbusier hat uns wirklich in ihren sozial-architektonischen Bann gezogen - und auch wenn die Wohnungen schmal und ein wenig uniform sind - Jutta wäre sofort eingezogen, hat doch jede Lego-Wohnung gleich zwei Loggias nach Ost und West!

Nicht nur die Idee der Konstruktion sondern auch die Ausführung zeugen von dem was der Franzose heutzutage allerorts als "durable" bezeichnet - Baumaterialin für Sozialwohnungen, die nach 60 Jahren noch immer funktionieren und nicht wie neuerdings nach weniger als 10 Jahren schon in (Glas-)Platten zerbröseln...

Auch wenn Beton nicht jeder mag - wir fanden's klasse, wenngleich in dem im Wohnblock integrierten Hotel+Restaurant+Bar die Original-Le-Corbusier-Klotür eine derartige durabilité aufwies, dass sie mich gar nicht mehr rausließ (und ich mich moderner Handytechnik bedienen musst, um mich nach Anleitung des Rezeptionisten selbst zu befreien .. da sag noch mal jemand Werbung sei sinnlos - hätt ich den Prospekt nicht dabei gehabt säße ich wohl jetzt noch am Klo..)
Da der Sonntag ein sonniger war, fuhren wir also dann zum Prado genannten Stadtstrand der Marseillaises ---

wo wir ungeahnt ins nächste Spektakel eintauchten... der Fête du Vent... ein einzigartiges Drachen-Schauspiel



Zugegeben, der Drachen-Sport erschien uns zwar optisch in der Fülle ansprechend, individuell gesehen aber doch (bei stabilem Meereswind) etwas ööööde... aber auch hier wurden wir eines Besseren belehrt, denn Carlo aus der Schweiz hat vorgezeigt wie man zwei Drachen zu Tango tanzen lassen kann - seht hier einen Ausschnitt:
Wieder zurück in der Stadt (und ein deftiges Fischessen im Bauch) wollten wir zum Tagesausklang noch die vermeintliche Beislszene im Cours Julien besichtigen. Jenen Ort linksradikaler Studentenkneipen der sich im Vorjahr ob der winterlichen Frost und des sonntäglichen Abends tot und verlassen (und sicher nicht mit dem Quartier Oberkampf vergleichbar) darbot... es bot sich uns ein verblüffender Anblick...

Bühnen, Musik, Essen, Trinken und Menschenmassen wohin man nur schaut... dazwischen DJ(ne)s, TrommlerInnen, TänzerInnen und Aktionismus...

wir fühlten uns in unserem Element (der Mojito wär auch um 2€ zu haben gewesen - aber das Perrier wurde nicht mal angeboten...
Den nächsten Tag widmeten wir - in gewohnter Journées du Patrimoine-Kultur (siehe 2008) - den sozialistischen Seiten der Baukunst...

Die Cité Radieuse von Le Corbusier hat uns wirklich in ihren sozial-architektonischen Bann gezogen - und auch wenn die Wohnungen schmal und ein wenig uniform sind - Jutta wäre sofort eingezogen, hat doch jede Lego-Wohnung gleich zwei Loggias nach Ost und West!

Nicht nur die Idee der Konstruktion sondern auch die Ausführung zeugen von dem was der Franzose heutzutage allerorts als "durable" bezeichnet - Baumaterialin für Sozialwohnungen, die nach 60 Jahren noch immer funktionieren und nicht wie neuerdings nach weniger als 10 Jahren schon in (Glas-)Platten zerbröseln...

Auch wenn Beton nicht jeder mag - wir fanden's klasse, wenngleich in dem im Wohnblock integrierten Hotel+Restaurant+Bar die Original-Le-Corbusier-Klotür eine derartige durabilité aufwies, dass sie mich gar nicht mehr rausließ (und ich mich moderner Handytechnik bedienen musst, um mich nach Anleitung des Rezeptionisten selbst zu befreien .. da sag noch mal jemand Werbung sei sinnlos - hätt ich den Prospekt nicht dabei gehabt säße ich wohl jetzt noch am Klo..)
Da der Sonntag ein sonniger war, fuhren wir also dann zum Prado genannten Stadtstrand der Marseillaises ---

wo wir ungeahnt ins nächste Spektakel eintauchten... der Fête du Vent... ein einzigartiges Drachen-Schauspiel



Zugegeben, der Drachen-Sport erschien uns zwar optisch in der Fülle ansprechend, individuell gesehen aber doch (bei stabilem Meereswind) etwas ööööde... aber auch hier wurden wir eines Besseren belehrt, denn Carlo aus der Schweiz hat vorgezeigt wie man zwei Drachen zu Tango tanzen lassen kann - seht hier einen Ausschnitt:


Den kleinen Ausflug in den Süden ließen wir dann bei der Fête du Plateau ausklingen, wo deutlich noch die Spuren des bunten nächtlichen Treibens erkennbar waren...

Und da gabs dann auch noch witziges Kabarett und coole Musik und Spaß und Freude..

und coole Autos für den Herrn Wick..

Olympic Marseille hat natürlich an diesem Wochenende unübersehbar auch gespielt und gewonnen, aber man hjat das Gefühl dass OM sowieso jeden Tag spielt, denn jeder zweite Marseillaise ist Dauerfan!

Marseille, überwacht von Notre Dame de la Garde prägt ganz schön... und bleibt immer in Erinnerung... Marseille 2009 war ganz besonders schön.

Wer sich an Marseille 2008 nicht mehr erinnern kann, kann sein Gedächtnis hier auffrischen.
Die schönen Fotos gibts wie immer im Picasa-Album