Publié le 18 Avril 2010

 Eine rare Kombination, in deren Genuss ich diesmal gekommen bin. Die Leute genießen die Freizeit, manche mit gedämpfter Begeisterung, sind sie doch blockiert in der Stadt durch die Flughafensperre just am Beginn der Ferien.  Der Vulkanausbruch in Island legt wie in vielen europäischen Ländern so auch Paris den Flugverkehr lahm. Martinique, Marokko und Co kann man sich da abschminken. Ich bin schon gespannt wie ein Pfitschipfeil, wie meine Vertriebskollegen von dem in London organisierten Europatreffen den Rückweg angetreten haben.  Die Pariser Delegation hat sich ja zunächst für Flug anstatt eurostar entschieden, vielleicht haben sie doch noch ein Plätzchen in einem der überfüllten Züge gefunden.

Der Sonnenschein in der  Stadt ermuntert viele sich draußen aufzuhalten und die feine Frühlingsstimmung zu genießen. Direction – Parc! Ehe ich den Parc de Monceau betreten kann, passiere ich, so wie an den letzten 10 Tagen, die weißen Zelte der Antiquitätenausstellung.

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Die lockt diesmal mehr Besucher an als am vergangenen frostigen Wochenende (meine blau-roten Hände sind mir noch in lebhafter Erinnerung). Und so mancher Aussteller beschließt seinen Stand von der Sonnenseite zu betrachten.

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Die wunderbaren Fauteuils aus rotem Leder mit Metallkorpus haben nicht nur meine Aufmerksamkeit erregt. Die sind wirklich schön! Und sind offenbar ganz bequem.

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Über meine Kamera waren die Aussteller zumeist wenig erfreut, so hab ich mich dann doch in den Park getrollt.

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Sonntag nachmittag hab ich tief Luft geholt, unterbrochen oder fließend geatmet, die Schritte bis 4 oder 8 gezählt, und das alles bei einem Breath-Walking Workshop im 11. Arrondissement, Place de Gardette. Sehr spannende Erfahrung, die sich nicht so einfach beschreiben lässt. Im Mai gibt es voraussichtlich eine weitere der insgesamt 16 GangArten zu entdecken. Bis dahin können schon mal „Adler“ und „Gepard“ geübt werden.

 

PS: weil ich ja über diverse beinahe aktionistischen Initiativen im 7. Wiener Gemeindebezirk gut unterrichtet bin - Mülltrennung und Hundstrümmerl sind übrigens auch in Paris Thema.

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Rédigé par Jutta

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Publié le 5 Avril 2010

 

Große Aufregung in den Lokalnachrichten – die Stadt Paris verfolgt Pläne einen Teil des Energieverbrauchs über erneuerbare Energie zu decken und wird auf den Dächern Windräder installieren. Vorreiter ist der Parc Belleville, in dem zwei Windturbinen aufgestellt wurden, sehr zum Unmut der Bevölkerung, der es nun die Sicht auf die Stadt verstellt. Ich wollte mich bei einem Lokalaugenschein vom Ausmaß der Sichtstörung überzeugen, denn die Aussichtsterrasse von Belleville mit bestem Blick über die Stadt mit einem Windrad vor der Linse klingt nicht gut.

 

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Die gute Nachricht: Der Blick über die Stadt ist nicht verstellt. Jedenfalls nicht für Leute, die sich auf der Aussichtsterrasse befinden. Die Leute, die ihre Wohnung dahinter haben, mögen die beiden weißen Dinger schon als Blickstörung empfinden.

 

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Weitere Überraschung im Park: die Kinderspielzone mit Holzhäusern, Riesenrutsche, Kletterteiil etc. entlang des Hanges ist fertig und wird intensiv genutzt.

 

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Die Ostereiersuche hat wohl auch in Frankreich so etwas wie Tradition. So findet man in den Parks zum einen privat organisiert, oder auch inszeniert von lokalen Organisatoren, die Chasse aux Oeufs. Die Farbe hat es wohl bei dem Regen gleich herunter gewaschen. Ich hab die Franzosen aber schwer im Verdacht, dass sie so gut wie ausschließlich die schokoladene Version suchen und finden. Hochsaison für die Chocolatiers und Patissiers also.

Montag zeigte sich aber das Wetter weniger aprilhaft und recht sonnig – wer sich bis Montag geduldete wurde mit Picknickwetter belohnt.  

 

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Dass zu Ostern aber auch ein jüdischer Festtag ist war nicht zu übersehen. Das verbindet übrigens zur Abwechslung 17, 11. Und 20. Arrondissement.  Hätte man, also ich, weniger scheu Leute zu fotografieren und den Finger schneller am Auslöser, wie herrliche Fotos könnte man machen: Den vielleicht 12 Jahre alten Burschen mit seiner blau weißen Kippa, der so kess am Hauseingang lehnt, die Rabbis mit Rauschebart und schwarzen Hüten und Mänteln, Familienspaziergang im Festtagsgewand...  

 

À propos Festtagsgewand: wundern musste ich mich wieder einmal über die Werbung und Auslagengestaltung. Kindermodengeschäft im fürchterlich bürgerlichen Westen. Früh übt sich...

 

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Und was bitte soll das wieder von den Galeries Lafayette??? Das ewige Kind im Mann, das von reglosen Frauen in Puppenform träumt und mit ihnen spielt? Vielleicht bin ich ja humorlos oder verstehe die Werbebotschaft „falsch“. Aber bei mir löst das Sujet eher Übelkeit aus.

 

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Im 18. Und 11. Arrondissement zeigt man (deshalb?) Zunge.

 

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Passage des Abesses / Rue des Trois Frères

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Bei Métro Faidherbe-Chaligny

 


 Aber nicht nur…

 

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Rue J.P. Timbaud - Gegenüber des legendären Cafés Cannibale

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Neugestaltung Place de Clichy

 

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Place Charles-Dullin (zwischen Abesses und Anvers)

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Rédigé par Jutta

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Publié le 28 Mars 2010

Hui, und schon ist der März so gut wie vorbei. Nach einer etwas harten Landung aus dem Urlaub zurück in den Alltag hielt der März sehr nette Ereignisse bereit.


Da wurden die runden Geburtstage von Monique und Emmanuel nachgefeiert. Monique lud in ein sehr nettes Lokal im 18., am Fuß des Montmartre, das so etwas wie eine Institution im Grätzel zu sein scheint, die von Touristen wenig frequentiert wird. Emmanuel ließen wir bei sich zu Hause hoch leben.

Da war Michi zu Besuch in Paris, ursprünglich um meinen Geburtstag zu feiern, dann hat sie auch noch ein einwöchiges berufliches Paris-Revival angehängt. Ein Besuch in good old Oberkampf und in der Ausstellung elles@centrepompidou im Centre Pompidou sowie der Carnaval de Paris waren einige Highlights.

 

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Ich war in der Cité de l’Architecture bei einer Führung organisiert von dem manchen Blogverfolgerinnen bereits bekannten Kulturclub. Dieses Museum war schon einmal Gegenstand des Blogs, bei meinem zweiten Besuch stellte ich fest, dass mir ein Teil, nämlich der der Wandmalereien und Fresken, völlig entgangen war. Nun, die beiden anderen Museumsteile sind ja auch nicht wenig umfangreich. Diesmal haben wir nur kurz in dem „Portalteil“ des Museums gehalten. Der stammt noch von den Ursprüngen des Museums,  das zu den ältesten in Paris zählt, wenn man davon absieht, dass es etliche Jahre geschlossen war und neu konzipiert vor ca. 3 Jahren der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wurde. Hauptsächlich widmete sich die Führung der modernen Architektur und der Sonderausstellung Sozialer Wohnbau in Frankreich. Die ausgestellten Projekte sahen sehr vielversprechend aus und es gelingt den Architekten trotz der offenbar strengen gesetzlichen Vorgaben, die eine Wiederholung der eingesetzten Elemente vorschreiben, etwas weit Ansprechenderes als quaderförmigen Wohnblocks  zu schaffen. Überraschend fand ich, dass die Projekte vorgestellt wurden ohne Einführung und Darstellung in den sozialen Wohnbau. Ich wette, in Wien wäre die Ausstellung nicht ohne Hintergrundinfo, Historie und Statistik ausgekommen.

 

Da war ich drei Tage beruflich in Madrid, wo Yannick und ich von den spanischen Kollegen sehr nett empfangen wurden, wir einen Abend ein wenig vom Stadtzentrum zu sehen bekamen, und am zweiten Abend mit Gewitterregen begossen wurden. Merke: der Spanier bleibt zu Hause, wenn es regnet.


Da war ich bei einem Foto-Textworkshop im Asienmuseum Musée Guimet. Idee war Fotos zum Thema Begegnung im Museum zu machen, genau genommen Portraits der Statuen, ein oder zwei Fotos auszuwählen, und einen Text dazuzuschreiben, der den anderen zum Besten gegeben wird. Also sind wir 7 ausgeschwärmt auf der Suche nach Inspiration. Manche taten sich mit den Fotos leichter, hatten sie doch einen weniger hobbymäßigen Zugang zur Fotografie als ich, was sich in der Fotoausrüstung und in den Fotos zeigte. Mit den Worten taten sich die meisten schwer. Und was man unter einem Text versteht ist so eine Sache. Ich kann meine eher rationale Herangehenweise und Art mich auszudrücken nicht verbergen, was der Atelierleiterin weniger zusagte. Zuviel Distanziertheit, Beobachterrolle, zu wenig Poesie.  Nun, von Text war die Rede, aber möglicherweise verstehe ich nach wie vor die Codes in Frankreich nicht – spricht man von Text, meint man etwas ganz Bestimmtes, was die Österreicherin nicht notwendigerweise tut. Und wenn auch meine Reflexionen kühl und überlegt erscheinen mögen, so steckte doch unglaublich viel drinnen, was mich beschäftigt und emotional berührt. Um weniger abstrakt zu sein – ich wählte ein Foto, auf dem zwei Statuen abgebildet waren. Grundsätzlich ähnlich, aber die eine lud in Gesichtsausdruck und Handhaltung zu Dialog und Austausch ein und hatte auch mehrere Gesichter, die andere wirkte auf mich den Dialog blockierend.


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Darum rankte ich Worte wie: Gesicht UND Hände sind bei den Statuen essenziell für mich, um Austausch zu signalisieren. Der innere Dialog, der stattfindet – umso leichter wenn schon mehrere Gesichter da sind, beleuchtet verschiedene Aspekte einer Idee, eines Umstandes, aber erst im Austausch mit anderen ergibt sich ein vollständiger Blick und ein stimmigeres Ergebnis. Weil einerseits Austausch und Begegnung mich ganz persönlich beschäftigen und noch dazu wesentlicher Bestandteil meiner Berufswelt sind finde ich das Thema spannend, warum Dialog schon aufgrund der Mimik und Gestik mal besser oder schlechter funktioniert, noch dazu in einem internationalen Umfeld, und als für ein quasi Alien aus Österreich. So fand ich die Rückmeldung zwar einerseits richtig, dass der Text nicht künstlerisch ist, aber konnte damit gar nichts anfangen, dass er unpersönlich sei. Ob ich einen Zweitversuch eines solchen Ateliers starten werde muss ich noch ein paar Mal überschlafen. Ich bin dann noch weiter durch das Museum gestreift - und hab ein paar Fotos gemacht:

 

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Da habe ich, um meinem Arbeitswahn ein Schnippchen zu schlagen, begonnen Yogastunden zu nehmen. Lustigerweise bin ich an eine Yogalehrerin aus Deutschland gekommen, die mit einem Franzosen verheiratet ist. Ihre Kurse finden meist deutsch-französisch hinsichtlich Teilnehmer und Sprache gemischt  im 11. Arrondissement unweit der guten alten Oberkampf statt, eine willkommene Gelegenheit einerseits was für den Körper zu tun und andererseits eine wunderbare Ecke in Paris öfter zu besuchen.


Da werden die Temperaturen slowly but surely angenehmer, und die Vögel im Innenhof singen so schön!


Und was wird der April bringen, außer Scherze?

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Rédigé par Jutta

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