Publié le 26 Septembre 2010

Bei beinahe winterlichen Temperaturen Ende September wünscht man sich vor ein wohlig warmes Kaminfeuer, in Decken eingehüllt, oder in wärmere Gefilde. Also so hab ich mich in den Winterzirkus aufgemacht . Dort lud Cheb Khaled Gäste ein und es wurde Rai gespielt bis das fast 160 Jahre alte Gebäude bis in die Grundfesten erbebte.


Die algerisch-stämmige Community in Paris ließ sich auch das dritte Konzert von Khaled im Rahmen des Festivals Île de France nicht entgehen. Das Publikum schwenkte algerische Fahnen, da wurde You You-t, da wurde geklatscht und getanzt. Jung und alt, Männlein und Weiblein. Die Zuschauer waren während des Konzerts selten auf ihren Sitzplätzen vorzufinden.


Legenden ranken sich um das hedonistische Treiben in den Cafés und Kabaretts von Oran, bis heute. Und ein wenig davon wurde über das Mittelmeer mitten in den Cirque d’Hiver transferiert.


Von den arabischen Schmähs hab ich zwar nicht gar so viel verstanden, nichtsdestotrotz mich von dem Publikum, das sich köstlich darüber amüsiert hat, anstecken lassen. Es war eine hervorragende Stimmung, und die Musiker rissen das Publikum richtig mit. Maurice El Medione, Cheba Zahouania, Boutaiba Sghir haben für heiße Stimmung gesorgt – mehr als ein guter Ersatz für Wolldecke und Feuerlodern im Kamin!  ça chauffe  le coeur! 

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Rédigé par Jutta

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Publié le 19 Septembre 2010

 

„Das Wochenende hast echt verbockt“ dachte ich mir am Sonntag um 13h. Rendez-vous für Sonntag wurde am Samstag gegen 22h kurzfristig abgesagt, für die „Festival-Île de France“ Veranstaltung war es zu spät noch was zu organisieren, denn mit Öffis kommt man nicht hin und einen Platz in dem Festival-Bus hätte man spätestens am Vortag reservieren müssen, zu faul das Programm der Journées du Patrimoine zu durchforsten, für einen Spaziergang in St. Cloud an dem wunderschönen sonnigen Septembersonntag hatte ich dann auch keine Lust mehr – vor dem geistigen Auge auf den Spazierwegen die kinderreichen Großfamilien aus dem Westen von Paris haben mir den Elan genommen, Bois de Boulogne scheue ich lieber, und für einen weiteren Ausflug per RER war es schon etwas spät. Also hab ich schon fast die Flinte ins Korn oder vielmehr mich ins Bett geworfen. Aber dann hab ich doch nochmal das Programm der Journées du Patrimoine im 17e Arrondissement, also da wo ich zu Hause bin, studiert. Und bin auf einen Programmpunkt gestoßen, der mich sofort in den Bann gezogen hat: Ein Besuch in der Grande Loge de France, der französischen Freimaurerloge, die den schottischen Ritus praktiziert.


Flugs in die Hose und Schuhe geschlüpft und auf nach Rome (also der Métrostation in dem Fall). Das Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts als Franziskanerkloster errichtet, stand ein paar Jahre leer, ehe es 1910 die Grande Loge de France bezog. Angeblich ein rarer Fall, normalerweise werden die Logen explizit für diese Verwendung errichtet.

 

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Anfangs waren die Räumlichkeiten zu groß und man teilte diese mit Kino- und Kabarettbühnennutzung, was sich als zunehmend unpraktikabel erwies. Halli-Galli im Kabarett störte zunehmend die Sitzungen der Freimaurer.

Der 2. Weltkrieg war auch für die Grande Loge de France keine gute Zeit, Dokumente wurden zum Teil in Beschlag genommen und zunächst ins Deutsche übersetzt, dann von den Russen beschlagnahmt und ins Russische übersetzt, und viele Jahre später haben die Dokument nach Verhandlungen wieder den Weg von Moskau nach Paris gefunden. Zum Teil wurden die Unterlagen vernichtet ehe sie in die Hände der Deutschen fielen und damit wertvolle Informationen über die Mitglieder, die weniger wegen ihrer Mitgliedschaft in der Loge als wegen ihres jüdischen Glaubens oder ihrer kommunistischen politischen Einstellung verfolgt wurden.


Madame Roosevelt nahm nach dem Krieg persönlich an der Wiedereröffnung der Grande Loge de France teil. Der große Tempel in der Grande Loge de France, es gibt deren rund 20 in dem Gebäude, trägt auch den Namen Roosevelt. Ich habe leider kein Foto davon gemacht, denn er ist sehenswert, reich an Symbolen und in dem unteren Teil der ehemaligen Kapelle untergebracht. Ein Panoramabild gibt es hier zu sehen. Man hat nämlich das Gebäude adaptiert und in der Kapelle einen Zwischenboden eingezogen, sodass man nun zwei Tempelräume übereinander zur Verfügung hat.

 

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Wir konnten im Rahmen der geführten Besichtigung das Museum, die Bibliothek, zwei Tempel und das Restaurant besichtigen und einen kleinen Einblick in das Freimaurertum bekommen, welche Themen Gegenstand der so genannten Ateliers (also Zusammenkünfte) sind, Organisation einer Sitzung und Rollen, der Aufbau eines Freimaurertempels, ein wenig über die Symbolik, Aufnahmeverfahren und andere Logen. Die Räumlichkeiten der Administration, die man für die 30.000 Mitglieder ohne Zweifel braucht, wurden ausgeklammert.

 

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Was ich nicht wusste – sie organisieren auch Veranstaltungen, die für Nicht-Mitglieder zugänglich sind. Und die Themen klingen spannend.

 

Sarko scheint sich mit Mitgliedern einer anderen Loge, L'Orient, zu umgeben, laut eines heute in LePoint erschienenen Artikels.

 

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Rédigé par Jutta

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Publié le 4 Septembre 2010

 

Diese Woche feierte ich mein 4 Jahre-Paris-Jubiläum und eine Prämiere. Denn obwohl mir das Jazzfestival in La Villette seit 2006 bekannt ist hab ich es heuer erstmals geschafft Konzerte zu besuchen.

Einstieg waren Marc Ribot & Meshell Ndegeocello mit "A Night of Improv". Das Konzert war nicht nur ein Aufeinandertreffen von M&M, nein, sie haben, um das Motto des Festivals “Begegnungen” noch weiter zu unterstreichen, den Sänger Marc Anthony Thompson alias Chocolate Genius Inc.  eingeladen.


 

Die Black Diamond Heavies, Stimme à la Tom Waits mit Punk-Rockigen Klängen haben mich schon mal in Verzückung versetzt. Und erst der Hauptact – schonungslos, genial, dicht, irgendwie wahnsinnig. 


Tags darauf habe ich dann per Zufall ein Jazz-Konzert von der „Bezirksvorstehung“ des 11. Arrondissements organisiert im Parkpavillon der Place Gardette gehört.


Freitag ging es wieder hinaus nach La Villette. Veranstaltungsort war diesmal nicht Cité de La Musique sondern La Grande Halle. Die Glas-Metall Konstruktion des ehemaligen Schlachthofs in blau – rot – magenta farbenes Licht getaucht kommt gut und macht den Anmarsch von der Métro zum optischen Erlebnis. Das fand im Inneren seine Fortsetzung - die große Tribünenstahlkonstruktion war von unten mit blauen Scheinwerfern beleuchtet. Ich kann generell Leuten mit Faible für Beleuchtungseffekte Parc de la Villette bei Nacht nur empfehlen.


Aber eigentlich war ich ja wegen der Musik da. Diesmal spielte der libanesisch - französische Trompeter Ibrahim Maalouf auf. Und er hat sich das Motto "Rencontres" mehr als zu Herzen genommen. Da waren Dave Douglas, die Batoucada- / Percussionistinnentruppe (ja – girls only!) Zalinde und ganz zuletzt noch der Trompeter Médéric Collignon. Sie und etliche andere Musiker machten das Konzert zu einem echten Erlebnis. Ibrahim Maalouf, nicht mal ganz 30 Jahre alt, zeigt sich als großartiger Chef d’Orchestre und begeistert mit orientalischer Jazzmusik.


Nach dem Konzert traf ich zufällig in der Métro meinen Filmmacher- und Drehbuchautorfreund Manfred, mit dem ich den Abend im Honfleur tanzend ausklingen ließ. Dem darf ich gar nicht sagen, dass die Konzerte der letzten Tage mir wieder deutlich vor Ohren geführt haben, dass keine andere Kunstform mich mehr anspricht als Musik.

Sie geht unter die Haut. Sie bringt meinen Körper in Schwingung und meine Füße in Bewegung. Sie geht in die Eingeweide. Sie bringt mich zum Lachen. Sie macht, dass mir die Tränen herunterlaufen. Sie ist wie Seide auf der Haut und bereitet mir Gänsehaut. Sie versetzt mich in Stimmungen. Sie begleitet mich in meiner jeweiligen Stimmungslage. Sie ist wie Honig in den Ohren und zerfetzt diese. Sie läßt mich reisen in jeden beliebigen Ort der Welt. Alles ist möglich.


Heute habe ich dann gleich dringendst, einem Feuerwehreinsatz gleich,

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einen Samstagsausflug nach la Villette unternehmen und ein bisschen CDs shoppen müssen. Und bin auf eine weitere Perle der musikalischen – interkulturellen - Grenzen aufhebenden Zusammenarbeit gestoßen. In dem Fall von Ballaké Sissoko und Vincent Segal: wunderschöne „Chamber Music“ mit malischer Kora und französischem Cello.

 

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Parc de la Villette ist auch gerade Ausstellungsort für ausgewählte Fotos des iranischen Fotografen Reza - "À La Une":

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  Vermüllhaldung von La Villette gesponsert by Quick.

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Rédigé par Jutta

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