Publié le 23 Avril 2011
Ein geniales Frühlingswochenende in Paris. Eine Stadt, die sich ständig verändert und doch die gleiche bleibt. Auf Entdeckungswanderung mit Michi. Das einst zum gemeinsamen Parisabenteuer aufgebrochene Gespann hat ein Wochendende lang auf neuen und bekannten Pfaden die Metropole an der Seine erkundet.
Von Ost bis West, entlang der Seine bis auf die Anhöhen von Menilmontant und Belleville.
Horses
Da gibt es Pferde, die seit einiger Zeit den Eingang zu den Tuillerien zieren und so manches Tauberl zum Verweilen anregen, und Urlauber und nicht Urlauber zu Fotos animieren.
Liveberichterstattung Paris - Wien
Und da gibt es Pferde, die aus den Niederlanden, Deutschland etc. im Luxuspferdetransporter anreisen, um über Hindernisse im Grand Palais gleichsam zu fliegen. Crème de la Crème trifft sich zum Hermès. Stall auf den Champs – Elysées – keine schlechte Adresse, M. et Mme. Cheval.
La Seine
Ein Fluß, noch dazu wenn er direkt durch die Stadt fließt, ist Anziehungspunkt. Zuhauf finden sich auf der Passerelle Léopold –Sédar-Senghor Symbole für ewige Verbundenheit für einen Moment, den man auf der Brücke verbracht hat.
Die Seine lockt Sonnenhungrige zum Wochenendpicknick an. Alles fließt und ist in Bewegung. Und der Blick folgt voll angeregter Abenteuerlust dem Schleppkahn, nie ohne Sehnsucht und Frage, an welchen Ort die Reise diesmal führt.
Ich bin an der Donau aufgewachsen. Das scheint doch etwas zu sein, das einen prägt, das sich einprägt und ein Leben lang fasziniert und anzieht.
Die Ufer der Seine säumen unter anderem Musée d’Orsay und Orangerie. Musée d'Orsay ist darüberhinaus von Warteschlangen gesäumt - Manet scheint Magnet zu sein, weniger Gustav Mahler, dem dort ebenfalls zur Zeit eine Ausstellung gewidmet ist.
Die Orangerie ist keineswegs zufällig an diesem Standort und beherbergt die Nymphéas von Monet. In Ost-Westrichtung orientiert folgt sie dem Lauf der Sonne, es versteht sich von selber, das Sujet braucht die Nähe des Wassers. Die Orangerie als Gebäude bildet mit dem Seerosenfries ein von Monet geschaffenes Gesamtkunstwerk. Ein Ganzes ohne Ende.
« les nerfs surmenés par le travail se seraient détendus là, selon l’exemple reposant de ces eaux stagnantes, et, à qui l’eût habitée, cette pièce aurait offert l’asile d’une méditation paisible au centre d’un aquarium fleuri... »
Der Garten des Museums Albert Kahn erstrahlt im Frühling in besonderer Pracht. Besonders beeindruckend sind die Azaleen im Japanischen Garten.
Die anderen Gartenteile sind nicht minder eindrucksvoll. Blühende Obstbäume, die viel Aufwand und Geduld in Wuchsformen bringen, die die Natur so nicht vorgesehen hätte.
Ein Glashaus / Wintergarten, das / der Lust auf ein rauschendes Fest in den Räumlichkeiten macht.
Im englischen Landschaftsgarten tummeln sich die Elstern, Blaufichtenwald und Elsässerwald, Sumpflandschaft. So wie Albert Kahn Reisen um die Welt unternommen hat, so unternimmt der Besucher ebenso eine solche: beim Betrachten der Foto- und Filmdokumente von den Reisen am Beginn des 20. Jahrhunderts „Archives de la Planéte“, und beim Wandeln durch die Gärten. Das Museum ist ebenfalls ein Ort des Friedens und Einkehr-Haltens. "Une oeuvre en faveur de la Paix ..."
Zu Japan hatte M. Kahn eine besondere Verbindung, sogar ein "village japonais" - einige japanische Häuser - ließ er mit Handwerkern und Baustoffen aus Japan in dem Garten realisieren (nicht fotodokumentiert von meiner Wenigkeit).
Virtueller Spaziergang gefällig?
http://www.albert-kahn.fr/musee/decouvrir-le-musee/web-tv/
Das Museum befindet sich übrigens in Boulogne - bekannt von dem Blogeintrag Süd Westliches Extra Muros .
Auf das leibliche Wohl wurde ganz und gar nicht vergessen. Wie Göttin in Frankreich…