Publié le 24 Mai 2020
Den Tag begann ich mit einem fürstlichen Frühstück auf dem Balkon, die ich, wie ich meinte, wohl verdiente nach 20 Minuten Meditation. Zu einem morgendlichen Spaziergang bin ich nicht aufgebrochen, da ich gestern bis fast zwei Uhr in der Früh an einem Text geschrieben habe und daher nicht so zeitig aufstehen wollte, und da ich für Sonntag mittag an sich ein Rendez-vous zum Picknick mit anschließendem Tanz ausgemacht hatte.
Ich versuchte am Vormittag weiter, die Ameisen in der Küche im Zaum zu halten - es waren nur wenige noch da. Die Schälchen mit Essig werden sie hoffentlich gänzlich abhalten. Aber in meinem vormittäglichen Putzeifer habe ich leider ein zum Glück leeres Joghurtglas umgestoßen, das in so viele Teile zersplittert ist, dass ich mir die Haare hätte raufen wollen. Diese kleinen Glasteile sieht man kaum und übersieht man gerne beim Wegräumen.
Als ich meine Sachen für das Picknick zusammenpacken wollte kam die Nachricht, dass Catherine keine Zeit hat, Nadja lieber zu Hause bleibt und auch andere Dinge zu tun hat, und Anne noch malte und lieber erst um 15h im Park Tino Rossi tanzen wollen würde. Also stopp retour und ich radelte erst kurz nach 14h ab durch Paris, unter anderem auf der sehr praktischen Radspur südlich der Seine entlang. Da ging es flott dahin bis Pont de Sully, wo der Treffpunkt war. Da ereilte mich die Nachricht, dass Anne nicht sicher war, ob sie den Herd abgedreht hatte. Sie wollte lieber noch einmal nach Hause fahren. Also schlug ich vor, dass wir uns dann gleich bei ihr in der Nähe irgendwo treffen könnten. So entdeckte ich die Passage Piver, wo der Sitz der Fabrik Th. Grimmeisen war. Das erfolgreichste Produkt in der gesamten Palette waren Spring Court Schuhe, die dort nach wie vor verkauft werden. Die Herstellung wurde so scheint es allerdings nach Asien verlegt. Auf dem alten Fabriksgelände, auf dem noch etliche Teile der industriellen Bausubstanz vorhanden zu sein scheinen - es war heute geschlossen und man konnte daher nur von außen erahnen, wie die Architektur aussieht - haben sich allerhand Filmfirmen, Hasselblad, Architekten etc. eingemietet. Ein Blog erzählt anschaulich die Geschichte der Firma Grimmeisen und der heutigen "l'Usine".
Mit Blick auf dem Square Jules Verne tanzten wir ein wenig, aber ich war nicht (mehr) so richtig in Stimmung, und schlug vor, dass wir uns einen take away Kaffee suchen. Den fanden wir bei der Patisserie Yann Couvreur Avenue Parmentier Ecke Rue due Faubourg du Temple. Eine recht schicke Adresse, was in diesem Grätzel eher ins Auge fällt. Der Espresso war ausgezeichnet. Wir tranken ihn gleich vor der Patisserie, wo man das Treiben auf der Straße wunderbar beobachten konnte.
Dann radelte ich wieder nach Hause, und schon ist das lange Wochenende vorbei.


