schönes Wetter, nicht zu heiß, gerade eben noch 39 Grad diese Woche, zeigte sich die Temperatur etwas von der wenigen extremen Seite. Ich hatte Lust auf einen Ausflug mit dem Rad Richtung Seine und Bois de Boulogne, diesmal in nordwestlicher Richtung.
Die Île de Puteaux erkundete ich am Samstag nicht wirklich, machte nur auf dem Heimweg einen kurzen Zwischenstopp. Auf der Île de Puteaux befinden sich etliche sportliche Einrichtungen und Stadien, und das hat Tradition. Denn 1873 wurde genau dort von Vicomte Léon de Janzé der erste Tennisclub Frankreichs gegruendet und war Austragungsort der Tenniswettkaempfe waehrend der olympischen Spiele 1900. Bewohnt ist die Insel nicht, abgesehen von den Péniches, die dort verankert sind.
Und auch wenn die Insel wie eine aussieht, so umfasst sie doch gleichzeitig die Île du Pont, die zu der Gemeinde Neuilly sur Seine gehoert, und nicht zu Puteaux wie der Grossteil der Insel. Und weil es Gemeindestreitereien auch hier gibt, wurde 2005 eine mehr als 2,5 Meter hohe Trennwand auf der Insel zwischen den beiden Gemeinden errichtet.
Davor war ich per Zufall an der Fondation GoodPlanet vorbei, die von Yann Arthus-Bertrand 2005 gegründet wurde. Der Spaziergang durch das Gelände war sehr angenehm, ein Ort zum Verweilen und zum Wiederkommen. Etliche Installationen, so der 12 m hohe Bienenstock in der Tour de Longchamp, oder die Vogelstimmeninstallation. Eine Fotoausstellung von dem Fotografen und buddhistischen Mönch Matthieu Ricard, der Fotos vor allem aus Island, Kanada, Tibet, aber auch anderen Ländern im Garten ausgestellt hatte, mit Zitaten und kurzen Texten. Die Fotos in der Ausstellung gibt es auch in Buchform.
Für das Programm und die Ausstellungen im Inneren war es schon zu spät. Aber warum nicht am Sonntag erneut in diese Gegend schweifen? Auf dem Hinweg machte ich einen Zwischenstopp in der Kirche Notre Dame de Compassion bei Porte Maillot. Ich kannte die nicht, und zündete eine Kerze für meine Lieben an. Es befindet sich dort le Cénotaphe du prince d'Orléans (von dem Bildhauer Triqueti)
Weiter ging der Ausflug und diesmal blieb ich lange auf der Île de Puteaux, von der Wassersperre Barrière de Suresnes, bis fast zum anderen Ende der Insel, ging ich auf dem Treppelweg an zahlreichen Péniches vorbei. Der Zugang zu etlichen Teilen der Insel ist teilweise nur mit Zutrittskarte möglich. Der Treppelweg hat sich als gute Alternative erwiesen, denn dann konnte ich sozusagen ungehindert der Seine entlang spazieren. Eine wunderschöne Katze mit ungewöhnlicher Musterung - schwarz rotbraun, und einer dunklen und einer rotbraunen Gesichtshälfte, kam auf mich zu. Sie war zwar zutraulich, aber auch ein wenig raufig.
Die Katze war nicht die einzige tierische Begegnung, denn es gibt auch Huehner, dank des EU Projektes Les Poules en Seine. Schoene Huehner waren da in einem eingezaeunten Bereich zu sehen, die Gefiederfarbe und Musterung eines der Huehner erinnerte direkt an die Katze.
Der Parc Lebaudy ist, so scheint es auch eher ein Bereich mit etwas eingeschränktem Zugang zu sein, aber das Tor vom Treppelweg kommend war offen, und so ging ich hinein. Wahrlich absurd und seltsam, diese reservatähnliche Situation, Enklave der Schönen und Reichen. Aber ich muss zugeben, es hat mir gut getan, in diesem überaus gepflegten Park ein paar Schritte zu machen. Ein Kontrast zu der üblichen Großstadthektik und den oftmals stark übernutzten Stadtgärten. Ein wunderbarer Rosengarten zog meine Aufmerksamkeit besonder an.
An sich wollte ich noch weiter zu anderen Parks in Nanterre. Aber ich erinnerte mich an das Programm der Fondation GoodPlanet, wo um 16h ein Konzert des venezualischen Musiktrios Caribe stattfand. Ich war nicht weit entfernt und tauchte so in ein wenig südamerikanische Klänge ein. Es hätte dann auch noch einen Film gegeben, aber ich wollte nicht so lange dort bleiben und machte mich also auf den Heimweg.
Noch schnell ein kleines Bier im Gotti bei mir ums Eck, und dann nach Hause. Ein Wochenende mit sehr schönen Eindrücken geht zu Ende.
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