Publié le 30 Août 2020

Samstag nachmittag war ich in Paris angekommen, nachdem ich ein paar Schritte in Angoulême gemacht hatte, der Hochburg der Bandes Dessinées (Comics) und des francophonen Filmfestivals, das gerade im Gange war. Dort nämlich musste ich von dem TER in den TGV umsteigen.

Was für eine Umstellung, nach der Machine à Coude in Paris anzukommen, wo seit meiner Abreise inzwischen flächendeckend die Maskenpflicht ausgerufen war.

Nun.

Sonntag waren Ausschlafen und ein paar Sachen zu Hause angesagt.

Am Nachmittag ging ich hinaus, und siehe da, im Parc de Monceau war um 15h und 18h war eine Aufführung der Compagnie Le T.O.C angekündigt, und das noch dazu gratis: Un après-midi avec Stéphane Mallarmé. Laurent Charpentier und Mirabelle Rousseau luden zu einem poetischen Parcours im Park ein, unweit der Wohnstätte und der dienstäglichen Zusammentreffen bei Stéphane Mallarmé Rue de Rome.

Ich packte die Gelegenheit am Schopf und mit Kopfhörern ausgestattet fand ich mich in einer Gruppe von etwa 10 Personen im Publikum. Noch dazu war uns das Wetter hold und der Regen machte eine Pause.

Wieder zu Hause hatte ich dieses und jenes zu erledigen, als ich die Nachricht von Laurence las, die den Film "dans un jardin, qu'on dirait éternel" von Tatsushi Ômori - Sohn von Akaji Maro (Schauspieler, Butô-Tänzer, Choreograph, Gründer der Compagnie Dairakudakan), in dem es um die japanische Teezeremonie geht. Das fügt sich gut in das Projekt mit Yoko Sobue, und war im Cinéma des Cinéastes um 18h auf dem Programm. Ideal! Also auf ins Kino, und das war eine gute Entscheidung, auch wenn der Film teilweise etwas von dieser pädagogisch und leicht kitschig anmutenden Art war.

 

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Rédigé par Jutta

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Publié le 30 Août 2020

Nach 2013 und 2015 war ich wieder für ein paar Tage in der "Machine à Coude" in Voulême, diesmal für den Workshop / Laboratoire zum Thema "Butô - Clown" von Lorna Lawrie und Joël Roth.

Bis zuletzt war ich unsicher, ob ich tatsächlich einen Workshop machen sollte. Am Tag vor der Abreise kaufte ich mir doch ein Zugticket und packte meine Sachen. Gemeinsam mit Laurence, Jean und Armelle kam ich Sonntag in Ruffec an. Ein paar Teilnehmer waren schon da, andere kamen nach uns.

Wir waren mit Maske aus dem Zug gestiegen und nahmen sie erst in der Machine à Coude ab. Joël fand uns mit unseren Masken etwas eigen. Tja, war für mich war seine Reaktion auch eigen, zumal nun auch in etlichen Städten inklusive Paris auch auf der Straße Maskenpflicht herrscht. Joël lebt auf dem Land, und wahrscheinlich erlebt man dort die Pandemie anders als in Paris.

Tags darauf begann der Workshop im Saal mit Butô. Lorna machte wie üblich am ersten Tag auf Vollgas. Und ich fühlte mich nicht wirklich ganz wohl bei der Sache, da mit 13 anderen Personen auf nicht so arg großem Raum gemeinsam zu schwitzen. Armelle verließ bald den Saal. Und nach dem Mittagessen den Workshop. Da sie die empfohlenen sanitären Maßnahmen vermisste. Ich verstand sie nur zu gut.

Ich blieb, am Nachmittag waren wir nicht im Saal sondern an der Charente im Freien, und das war gleich erheblich angenehmer.

Am Abend erfuhren wir, dass einer der Teilnehmer von einer Freundin, mit der er noch Samstag vor dem Workshop in einem Restaurant gegessen hatte, informiert wurde, dass sie Covid positiv getestet worden war und Fieber hatte. Der Teilnehmer separierte sich zwar von uns und reiste am nächsten Morgen ab, würde uns informieren, sobald er sein Testergebnis hatte. Ich war da bereits mehr als außer mir. Da will man endlich weg aus der Eingesperrtheit, aufs Land, raus aus Paris, die Ängste rund um das Virus etwas lindern, paff - und landet direkt mitten drinnen in einer Covid-19 Situation. Ich war entschlossen, abzubrechen. Ich sprach mit Lorna und Joël. Die holten alle Teilnehmerinnen zusammen, um jeder und jedem die Möglichkeit zu geben, das Wort zu ergreifen und sich auszudrücken.

Ich war schließlich die einzige, die einen Abbruch in Erwägung zogen. Die anderen meinten, wenn, dann ist es eh schon zu spät. Ich sah das anders, denn im Falle einer Übertragung an eine Person wären die anderen zumindest noch nicht infiziert. Auch war ich just mit dem besagten Teilnehmer im Auto an die Charente mitgefahren und fühlte mich insofern als potenzielle Überträgerin an die anderen.

Lorna und Joël ließen mir noch etwas Zeit zu überlegen, so brach ich zu einem Spaziergang auf, während der Rest der Gruppe mit der Einführung in den Clown-Teil begannen.

Letztendlich dachte ich mir, dass ich bei der Abreise mit diesem Beigeschmack und voller Emotionen in Paris vermutlich etlichen Ballast im Gepäck mitbringen würde. "No risk no fun". Keineswegs einfach. Michi hat mir einmal mehr ein offenes Ohr geliehen, für das ich sehr dankbar war. Ich ließ mich von der Einstellung der anderen überzeugen und blieb. Und zwar hatte ich beschlossen zu bleiben, ohne Zweifel und ständig Angst im Hinterkopf zu haben. Also volle Kanne.

Eine der ersten Übungen, die Joël uns vorschlug, waren ausgewählte Werkzeuge des Clowns auszuprobieren, eine andere Person war dabei Zeuge. Joël hatte Forderung, Stottern, Drama, Brief an einen Freund, Geständnis an eine Person, Singen, Gefühlsausdruck (Freude, Trauer, Angst, ) als mögliche Werkzeuge ausgewählt. Man begann auf dem Sessel stehend, kündigte das Thema und das Werkzeug an, Countdown, man springt vom Sessel und legt los. Diese Übung machte ich mit Julia, einer Funambule, die mich tief beeindruckt hat, überaus sympathisch und die für ihre 26 Jahre wahrlich reif ist.

An den folgenden Tagen habe ich sehr viel mit Riet im Duo gemacht, sowohl im Saal als auch im Freien. Und das fand ich genial, ich denke, wir hatten einen guten Zugang zueinander. Riet arbeitet als Akrobat und Clown mit seiner Freundin Coco, die auch da war. Mit ihr und Marie habe ich am letzten Nachmittag im Trio improvisiert.

Butô Boum ist ein zentrales Element in dem Workshop. Aus einem Haufen von Kostümen stellt man sich bei Musik aller Art - von Rock, Punk, Pop, Chanson bis Klassik, ein Kostüm für den aktuellen Tag zusammen, schminkt sich, tanzt. Nach dieser Vorbereitung geht es an die Passerellen zwischen Clown und Butô. Passerellen sind Émergence, Débordement, Résonance, Simultaneité (Emergenz, Übertreibung, Resonanz, Simultanität). Sämtliche genannte Werkzeuge sowie Butô können bei diesen Passerellen eingesetzt werden. Im Duo liefert der Partner jeweils die Energie, die es fortzuführen gilt bei Emergenz oder Übertreibung, indem man auch die Körperhaltung des Partners als Ausgangspunkt übernimmt, oder Resonanz, wobei man den Faden eher abschneidet, und Simultanität. Anfangs ist es sehr hilfreich, das gewählte Werkzeug und die Passerelle für sich klar und deutlich zu machen. Ein paar Sekunden atmen und fühlen, ehe man fortsetzt, sind für die Akteure und das Publikum ein großes Plus.

Ich fand diese Clown-Butô Kombination super genial und denke, dass sich dadurch mein Spektrum erweitern und Perspektiven auftun werden. Mal sehen, was sich durch diese Erfahrung ergeben wird. Es war jedenfalls durchaus heilsam und fast möchte man meinen therapeutisch für die TeilnehmerInnen , Coco, Jacques, Jean, Julia, Jutta, Laurence, Marie, Patrick, Riet, je nachdem, welche persönliche Baustelle einen eben beschäftigt.

Ein paar Fotos, die Laurence aufgenommen hat, möchte ich an der Stelle teilen.

 

Butô - Clown
Butô - Clown
Butô - Clown
Butô - Clown
Butô - Clown
Butô - Clown
Butô - Clown
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Rédigé par Jutta

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Publié le 30 Août 2020

Wie berichtet hat Manfred in Berck in den Dünen nahe der Bunker meine Improvisation zur Musik von Anne Coroller Germanique gefilmt, und hier gibt es nun den Film zu sehen:

https://www.instagram.com/tv/CEOQsb_IbEQ/?igshid=o5pzqz9fq3oc

Feedback ist sehr willkommen.

 

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Rédigé par Jutta

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