Publié le 28 Avril 2013

Ein Ausstellungsplakat hat mich auf die Idee gebracht, dem Collège des Bernardins im 5e Arrondissement einen Besuch abzustatten. Das Gebäude aus dem 13. Jahrhundert, wichtige Bildungsstätte zu einer Zeit, als Universitäten den Klöstern das Privileg auf Bildung genommen hatte, errichteten auch die Zisterzienser auf dem intellektuell geprägten Rîve Gauche ein Standbein. Philosophie, Theologie, Logik, Mathematik, Kunst wurden unterrichtet.

Während der französischen Revolution wurden die Mönche vertrieben. Das Gebäude wurde als Gefängnis genutzt, ehe es in eine Feuerwehrkaserne umfunktioniert wurde. 1995 wurde diese verlegt. Was die Frage der weiteren Nutzung aufwarf. Die Stadtverwaltung sah sich den hohen Kosten einer Renovierung nicht gewachsen und war knapp daran, das Collège abzureißen.

Bis dann ein Konzept zur Renovierung und Nutzung vorgelegt wurde, das durch Finanzierung der Diözese Paris, Mäzenen und dem Denkmalschutz ermöglicht wurde. In nur 4 Jahren Bauzeit wurde ein architektonisch - statisches Kunststück vollbracht. 2008 wurde das Collège eröffnet und erhielt 2010 für das gelungene Projekt den Preis für Denkmalschutz der europäischen Union verliehen.

Heute sind die Räumlichkeiten der Bildung (Kunstgeschichte, Theologie), Kunst, dem Austausch und Dialog, über Religionsgrenzen und Kulturen hinweg geöffnet. Man kann Räume mieten für Seminare, Feiern etc. Die profane Nutzung steht im Vordergrund - nur eine kleine Kapelle  erinnert noch an die ursprüngliche Widmung als Kloster.

So hat sich ein mir unbekannter Fleck von Paris eröffnet. Den ich dann auch zu einem Streifzug in dem von mir zu unrecht vernachlässigten Teil von Paris rund um Maubert - Mutualité, Place Langevin genutzt habe. Sehr charmante Gassen und Plätze findet man dort!

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Im Kellergewölbe sind Seminarräume untergebracht. Nach Hochwässern im 19. Jahrhundert wurde zur Gebäudestabiliseriung der Reum bis zu den Säulenkapitellen mit Erde gefüllt. Diese wurde erst im Zuge der Renovierungsarbeiten 2004 entfernt. Man war sich nicht sicher, ob das renovierungsbedürftige Gebäude noch ausreichend stabil war um dem Stand zu halten. Es war. Teilweise wurdn dann sogar Pfeiler angehoben, um die Last besser zu verteilen. Denn manche Pfeiler waren in dem sandigen Untergrund tiefer eingesunken als andere. Die childerungen der Bauarbeiten haben mich tief beeindruckt.

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Grande Nef im Erdgeschoss

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Nef im Dachgeschoss. Der Saal wird für Vorlesungen, Konzerte etc. genutzt.

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Die Rosette wurde der Originalrosette nachempfunden, und so wie diese in einem Stück gefertigt.

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Die original erhaltene Rosette am anderen Ende des 73 Meter langen Gebäudes. Das ist übrigens nicht die erwähnte Kapelle. Das Kreuz dort scheint nur für eine morgen stattfindende Veranstaltung aufgebaut worden zu sein.

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Seminarraum mit Brotbackofen - wo sich früher Backstube, Küche und Speisesaal befunden hatten, wird heute gelehrt und gelernt.

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Die Statue ohne Kopf.

 

Abschließend habe ich noch einen Blick auf die Ausstellung L'Arbre de Vie geworfen. Kurz, denn die Führung hatte bis knapp zur Schließung gedauert.

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Diese Skulptur ist übrigens aus Autoscheinwerfern gestaltet.

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Place Langevin

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Rédigé par Jutta

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Publié le 27 Avril 2013

Derzeit ist mein Hausgarten Parc Monceau einfach zauberhaft. Die Bäume beginnen mehr und mehr Blätter zu tragen. Man kann den Blättern förmlich beim Wachsen zusehen - zunächst noch kaum wahrnehmbar, zeigt sich um die grau-braunen Körper der Bäume ein grünlich, gelblich, rötlicher Flaum - je nach Spezies - der sich Tat für Tag mehr in erkennbare Blätter verwandelt.

Vogelgesang, Lichtstimmungen mit und ohne Sonne, blauer Himmel oder Wolken. Konzentriert durchatmen. Blick auf die Pflanzen und Bäume im Park. Den Himmel betrachten. Die Füsse bewusst und mit gewisser Liebe auf der Erde aufsetzen. Meine geschätzt 4 bis 5 Minuten "walking meditation with respiration" auf dem Weg zur Arbeit eben.

 

Aber wie das bei der Meditation so ist, schleicht sich die Konzentration gerne fort und schweift zu anderen Themen. Und da wanderte unlängst durch meinen Kopf, dass mensch bestenfalls rückblickend Ereignisse im Laufe des Lebens zeitlich fixieren kann. Eines der wenigen Ereignisse, das sich ziemlich genau auf den Tag genau vorhersagen lässt, ist der Tag der Geburt eines Menschen. Die Manifestation der Formation Mensch ist Startzeitpunkt. Von da an geht es ab ins aufregende Unbekannte. Das finde ich gut. Auch wenn ich mich ab und an dabei ertappe, in die Zukunft schauen zu wollen. Will ich eigentlich nicht. Das Nicht-Wissen erlaubt den Menschen einen gewissermaßen neutralen Zustand bis zum Eintreten positiver und weniger angenehm empfundener Ereignisse. Wo blieben gelungene Überraschungen, unerwartete Freuden, plötzliche positive Wendungen! 

 

 

PS: während ich so schreibe, fällt mir eine Parallele zum Projektmanagement ein. Startpunkt ist klar. Die Terminisierung jeglicher weiterer Milestones und des Endpunktes des Projektes ist rein fiktiv. Was im Projekt an Vorhergesehenem und Unvorhergesehenem wann passiert kann bestenfalls mit Unschärfen versehen vorgeplant werden.

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Rédigé par Jutta

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Publié le 21 Avril 2013

Im Alter von etwa 17 Jahren habe ich das Buch "Die Wand" von Marlen Haushofer gelesen. Beinahe 3 Jahrzehnte später führte mich die Neugier, wie dieses Buch filmisch umgesetzt werden kann, ins Kino. Die Gechichte hat kein bisschen an Faszination für mich eingebüßt. Der Film vermittelt mehr als einzigartig, was in der Erzählerin vorgeht, wie sie mit der Situation der plötzlichen Abgeschnittenheit umgeht und sie diese meistert. Symbolträchtig fährt sie bei dem letzten Versuch, ihr altes Leben wiederzufinden, den roten Mercedes, Sinnbild für eben dieses, an die Wand. Erst dann kann sie ihr neues Leben im Rhythmus der Natur, die ihr überleben sichert und deren Teil sie zunehmend wird, aufbauen.

Eindrucksvoll werden der Kern des Menschseins, die Schwächen und Stärken des Menschen, die Auswirkung der Entkoppelung von der Natur sowie die Natur in ihrer Schönheit und Schonungslosigkeit aufgezeigt. 

Noch dazu hat Julian Roman Pölsler mit der Gegend um Gosau eine der schönsten Landschaften in Österreich zum Schauplatz gewählt.

Bravo an die schauspielerische Leistung von Martina Gedeck!

Die Musik zu dem Film war exzellent gewählt, sodass mir die Bilder noch mehr unter die Haut gegangen sind.

Eine absolute Empfehlung das Buch zu lesen und den Film anzusehen!

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Rédigé par Jutta

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