Publié le 30 Mai 2015

Gestern abend stand im Maison de la Culture du Japon eine Hommage an die großartige Tänzerin und Choreographin Carlotta Ikeda, die 2014 verstorben ist, auf dem Programm. Zentrales Thema war "UTT", das 1981 kreiert wurde und ein Meilenstein in Carlotta Ikedas künstlerischem Parcours werden sollte. Ko Murobushi hat für die Choreographie gezeichnet.

« UTT est un voyage, l’iti­né­raire d’une femme de la vie à la mort, ou peut être de la mort à la nais­sance. UTT est un cri, une ono­ma­to­pée, comme si on rece­vait un coup brutal dans le ventre. »
Carlotta Ikeda

Mai Ishiwata begegnete 2010 Carlotta Ikeda und wurde Mitglied in Carlotta Ikedas Companie Ariadone. Mai war wohl diejenige, die UTT tradiert bekommen sollte, und hat mit Carlotta an diesem Stück gearbeitet, Und in der Tat, Mai Ishiwata hat gestern UTT wunderbar getanzt.

Im Anschluss wurde ein Video aus 1986 von Carlotta Ikeda, als sie mit Ko an UTT gearbeitet hat, gezeigt. Ich könnte nicht sagen, was eindrucksvoller und berührender war. Man sagt oft, dass in einem Video viel an Ausdruckskraft verloren geht. Wie ausdrucksstark muss Carlotta Ikeda gewesen sein, wenn mich das Video schon so aufgewühlt hat?

Elisabeth, Ghislaine, Veronica, Michel aus der Butô-Community waren so wie ich sehr beeindruckt. Und ganz unvermutet traf ich Ainhoa - sie war Teil des harten Kerns im Dienstagskurs von Fabienne, dieses Jahr allerdings macht sie sich rar.

Das Buch "Carlotta Ikeda - Danse Butô et au-delà" mit Fotografien von Laurencine Lot wurde zum Verkauf angeboten, da musste ich zugreifen. Mein Exemplar ist mit Widmung von Laurencine. Ich hab mich gleich bis spät in die Nacht in das Buch vertieft, um die Hommage an Carlotta abzurunden.

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Rédigé par Jutta

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Publié le 30 Mai 2015

das Leben hält allerhand Überraschungen bereit. Ist auch gut so. Das Leben hält auch Dinge bereit, die evident sind, und die einen dennoch wie eine Überraschung treffen können. Das Leben hier, da, Mensch auf Erden im 21. Jahrhundert, das ist eine Etappe im gesamten universellen Zusammenspiel, die auch ein Etappenziel hat.

Die Auseinandersetzung mit dem kontinuierlichem Zyklus von allem Lebendigen von Tod, Entstehen, Wiedererneuerung, bis Schwinden ist ein zentrales Element im Tanz Buto. Ausgehend etwa von der Vorstellung des Lebens und Sterbens von Personen, inklusive der eigenen, erlaubt eine gewisse Internalisierung dieser ständigen Transformation, die über dem Körper seinen Ausdruck findet. Wieder und wieder diesen Zyklus zu durchlaufen nimmt den Reflex des Verdrängens und lindert Ängste, die existieren.

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Publié le 30 Mai 2015

Marie, Françoise, Guylaine, Franck, Isabelle, Yannick, Hélène beim Bewundern des Sonnenunterganges.
Marie, Françoise, Guylaine, Franck, Isabelle, Yannick, Hélène beim Bewundern des Sonnenunterganges.

der Tanz hat mir wieder einmal die gute Ausrede für eine Reise in die Bretagne geliefert. In dem aufgeweckten Ort Séné fand im Grain du Sel ein kleines Butô und Autour du Butô Festival statt. In diesem Rahmen gab es eine Fotoausstellung von Chantal Guigueno und Butô Performances von Maki Watanabe und Gyohei Zaitsu zu sehen, einen Haikuwettbewerb, und eben einen dreitägigen Butô-Workshop mit Gyohei.

Die Aufführungen im Grain de Sel von Maki und Gyohei waren großartig. Ich hätte Maki nur zu gerne länger tanzen gesehen. Und Gyohei überraschte mich einmal mehr, zumal ich wenige Tage davor in Paris eine Performance von ihm gesehen habe, die unterschiedlicher nicht sein hätte können. Gyohei wurde vom Akkordeonist Taca begleitet. Taca stammt so wie Gyohei aus Japan, die beiden arbeiten schon seit einigen Jahren zusammen. Die beiden ergeben eine sehr erfreuliche Kombination.

Die Butô-Gruppe rund um Marie, Guylaine, Francoise, Franck kenne ich nun schon seit etwas mehr als ein Jahr und freue mich immer wieder, mit ihnen zu tanzen. Yannick, Aline, Winni, Helena, Thierry sind auch schon „alte“ Bekannte.

Akkordeonist Taca und Cellistin Hélène Bass gesellten sich zeitweilig zu uns im Workshop und begleiteten unseren Tanz mit Livemusik - ich kann nur betonen, dass das immer wieder etwas ganz Besonderes ist. Zudem waren beide für mich eine völlig unerwartete wahre musikalische Entdeckung. Sie waren auch Samstag abend dabei im Haus von Marie, das einfach zu genial auf einem sanften Hügel mit Blick von Hausvorderseite und Rückseite auf Wiesen, Küstenwanderweg und den Golf von Morbihan mit den darin verstreut liegenden Inseln. Die beiden Musikanten haben uns sogar am Samstag abend mit einem Privatkonzert bzw. Improvisationssession verwöhnt.

Wirkstätte für den Workshop war die Bühne des Grain du Sel. Diese räumlichen Gegebenheiten boten sich an, um während des Workshops genutzt zu werden. Um Beispiele zu nennen - Kommunikation mit dem Publikum, Energielevel heben, halten, senken, wie auf die Bühne treten, wie abtreten. Publikum waren wir uns übrigens teilweise selber innerhalb der Gruppe, aber selbst die leeren Sitzreihen im Auditorium wirkten in gewisser Weise wie imaginäres Publikum.

Der Workshop war sehr gut – die Gruppe war kleiner als es üblicherweise in Gyoheis Workshops in Paris der Fall ist, der Raum war spitze, die Teilnehmer sehr nett. Gyohei fragte nach meinen weiteren Projekten und Plänen als Butô Tänzerin. Wir hatten Gelegenheit ein wenig zu plaudern. Das war ein völlig neues Erlebnis, von Gyohei, der einen Namen im internationalen Rang hat, als Butô-Tänzerin - wie soll ich schreiben - in gewisser Weise ernst genommen zu werden.

Am Vormittag vor dem Workshop streifte ich entlang des Küstenwanderweges oder auf Spazierwegen herum und erkundete Séné. Was für ein Labsal für die Seele, in der Natur zu sein. Vogelgesang, Grillen, Wind in den Ohren, sonst nix. Hat das gut getan!

Das Wetter war ja überaus erfreulich sonnig, was bei derlei Unternehmungen auch gut so ist. Nachmittage verbrachten wir mit Ausnahmen der Pause ohnehin im Inneren.

Annick Fromi, meine Chambre d’Hôte Vermieterin hat mir Fragen gestellt zu Butô, hat sogar im Internet recherchiert. Sie selber ist im bretonischen Tanz daheim und ist wohl gemeinsam mit den Mittänzern immer wieder bei Auftritten zu sehen. Während meines Aufenthaltes in Séné gab es leider keine Gelegenheit, die Tanzgruppe zu sehen. Dafür waren gleich drei Auftritte in der Region allerdings erst in der Woche nach meiner Abreise geplant.

Am Tag meiner Rückfahrt hat mich Madame Fromi noch zu einem Ausflug nach Port Anna animiert, was dank des Kleinbus-On-Demand Service trotz der knappen Zeit möglich war. So konnte ich noch ein wenig Meeresluft schnuppern, den Fischern zusehen, den Uferweg am Golf de Morbihan entlang flanieren. Das war ein sehr lohnender und durchaus krönender Abschluss meines verlängerten Wochenendes, ehe mich der TGV in Vannes kurz vor 13:00 wieder Richtung Capitale brachte.

Möge weiter getanzt werden! Möge ein weiterer Bretagneausflug auf mich warten!

Hier der Link zu dem Fotoalbum.

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Rédigé par Jutta

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