Mushimaru Fujieda ist wieder in Paris bei dem Butô Festival von eingeladen. Die Gelegenheit für mich, nach 2013 wieder ein wenig in die Physical Poetry von Mushimaru einzutauchen.
Viele Erinnerung an den ersten Workshop und vor allem an den Besuch bei Mushimarus Familie in Yakushima wurden wach. Hätte sehr große Lust auf eine Japanreise II.
Am Workshoptag I haben wir die 4 Jahreszeiten in Duos getanzt. Marie und ich verkörperten den Winter.
Am Workshoptag II haben wir wieder mit den Übungen begonnen, die dazu dienen, den individuellen Atemrhythmus zu finden. Dann haben wir versucht in Zweierkombinationen einen gemeinsamen Atemrhythmus zu finden. Je nachdem mit wem man im Duo tanzt, ergibt sich ein anderer Rhythmus, ein anderer gemeinsamer Atem. Ich hatte auch Gelegenheit mit Mushimaru zu tanzen. Das ist ein Erlebnis, das ich kaum in Worte fassen kann: es bildet und verbindet sich die Energie und transformiert sich in Bewegung, das ist einfach steil.
In der letzten Steigerungsstufe fand die ganze Gruppe einen gemeinsamen Atemrhythmus, bis der Tanz ein Ende fand.
Weiters haben wir eine kleine Choreographie von Mushimaru zu den Elementen Wasser, Feuer, Luft, Erde in der Gruppe erarbeitet, die am Ende eine Verbindung zum Himmel oder Universum knüpften. Wir haben das Thema auch schon 2013 in ähnlicher Art bearbeitet, aber mit anderen Leuten, und ich war in einer anderen Rolle. Insofern war wieder alles neu.
Abschließend hatte jede/r WorkshopteilnehmerIn die Möglichkeit 10 Minuten ein Solo zu präsentieren. Jeweils eine andere Person begleitete mit Musikinstrumenten, die Maurice mitgebracht hatte, und / oder mit der eigenen Stimme, das Solo. Eine unglaubliche Vielfalt ergibt sich aus dem individuellen Ausdruck jedes Menschen. Zudem entwickelt sich eine Art Dialog zwischen Tanz und Musik.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, sogar drei Solos mit vor allem vokalem Ausdruck zu begleiten, zuletzt Mushimaru.
Dienstag und Mittwoch tritt Mushimaru auf. Ich hoffe inständig, dass meine Dienstreise nach Frankfurt doch noch abgesagt wird, damit ich zu seiner Performance gehen kann.
PS: der Umstand, dass ich Samstag auf dem Weg zum Workshop mit dem linken Fuß umgeknickt bin, und mir heute der Knöchel außen und das Knie innen weh tun finde ich eher weniger schön. Ich versuche mir zu erklären, was da in meinem Körper oder in mir so in Ungleichgewicht ist, dass ich mir oft weh tue. Jedenfalls laufen nach dem Knöchelbruch rechts im Vorjahr bei derlei Vorkommnissen gleich sehr schaurige Filme in mir ab, dass mir unweigerlich die Tränen kommen.