Mein Projekt in Lissabon hat mich wieder einmal dienstlich nach Lissabon gebracht. Der Anlass war ein wenig erfreulicher - der Kunde trifft keine Entscheidungen und liefert seine Beiträge nicht, und macht dann den Projektleiter bei dem Kunden dafür verantwortlich.
Noch dazu war ich dann als einzige Vertreterin meines Brötchengebers vor Ort und konnte so richtig hautnah die Stimmung mitbekommen.
Egal, auch 10 Stunden durchgehend beim und mit dem Kunden finden ein Ende und ein Wochenende folgt.
Freitag abend begann ich mit einem Abendessen in der (Rua Palma), ein überaus empfehlenswertes Lokal für Freunde von Fischgerichten und Meeresfrüchten. Vor allem bekommt man dort auch einen Platz. Was in der zwei Häuser weiter - ebenfalls ein angesagtes Fisch- und Meeresfrüchterestaurant, wo die Leute Schlange stehen, um einen Platz zu ergattern.
Samstag früh stieg ich in den Zug nach Sintra. Diesmal stattete ich dem Ort einen kurzen Besuch ab, und da vor allem in der Konditorei Piriquita eine Travesseiro zu probieren.
Per Bus fuhr ich dann die bewaldeten Berge Richtung Meer. Hoch oben waren die Maurenburg und Pena zu sehen, die ich im Juli besichtigt hatte. Ich entdeckte, dass zwischen Sintra und Colares eine Tram verkehrt. Die offene Einwaggon-Tram ist wohl eher inzwischen mehr Touristenattraktion, ist aber sicher ein Spaß, damit zu fahren.
Aber nicht Colares, sondern vielmehr nach Cabo da Roca ging meine Reise. An den westlichsten Punkt Kontinentaleuropas. Der portugiesische Nationalpoet schrieb "... where the land ends and the sea begins..."
Man könnte meine, nur ein geographischer Punkt auf der Welt. Dennoch ist es doch nicht irgendein Punkt. Kontinentaleuropa. Ist da, wo ich geboren bin, wo ich seit Jahrzehnten lebe, wo derzeit tausende Leute aus Asien und Afrika Zuflucht und Hoffnung auf ein Leben abseits von Krieg und Misere suchen.
Der Blick aufs durchaus bewegte Meer hinaus, auf die Felssteilküste, auf die Küstenabschnitte Richtung Norden und Süden. Die Attraktionen sind nebst Meer und Landschaft, ein Turm mit Kreuz, der Leuchtturm und ein paar Gedenktafeln. Dennoch lässt sich schon ein wenig Zeit dort verbringen...
Per Bus fuhr ich weiter nach Cascais. Kannte ich auch schon vom letzten Mal. Aber diesmal fand ich den Ort sympatischer und vor allem ging ich den Strandpromenadenweg, der die Strände entlang der Küste verbindet, entlang. Blick aufs Meer, auf Strandgetümmel, Wellenreiter, Boote, Vögel. Der Spaziergang endete für mich in Sao Joao do Estoril, wo ich inden Zug Richtung Lissabon stieg.
Hungrig war ich und ich wollte die probieren. Zur Vorspeise. Zur Hauptspeise gab es gegrillten Fisch.
Sonntag früh widmete ich die zweieinhalb Stunden, ehe ich zum Flughafen musste, einem Stadtspaziergang, der mich auf neuen Wegen zu neuen und bereits besuchten Winkeln von Lissabon brachte. Zuerst durch Gassen, wo sich die bengalische Community in Lissabon niedergelassen hat, mehr afrikanisch geprägte, durch Quartiere, denen die Gentrifizierung deutlich anzusehen ist, bis nach Gracia und zum portugiesischen Pantheon in der umgewidmeten Kirche der Heiligen Engracia. Heute fand dort auch ein Fest für die Engracia statt.
Bei einer Fado-Schule, dem Fado Museum, einer orthodoxen Kirche kam ich vorbei, an den Bars und Clubs südlich von Martim Moniz, wo man offenbar auch tagsüber auf Kundschaft hofft, oder vielleicht gerade die letzten Gäste verabschiedet haben.
Ja, und dann ging es zum Aeroporto und retour nach Paris.