Publié le 3 Mai 2022
Stefan Melzer hat unseren Auftritt mit seiner Leica M246 Monochrom, Summilux 35mm festgehalten. Ein paar seiner Fotos gibt es hier zu sehen.
Publié le 3 Mai 2022
Stefan Melzer hat unseren Auftritt mit seiner Leica M246 Monochrom, Summilux 35mm festgehalten. Ein paar seiner Fotos gibt es hier zu sehen.
Publié le 2 Mai 2022
Der April ist aufregend zu Ende gegangen mit dem Auftritt von Yoko, Cécile und mir, gemeinsam mit unserer Komponistin Sandrine, in Tenri - Japanisch Deutsche Kulturwerkstatt in Köln.
Freitag kurz vor Mittag fuhren wir in Paris Nord ab, kamen pünktlich in Köln an, zischten sofort per Bus zu Tenri, wo wir herzlich von Yoshiro, dem Direktor von Tenri, Tomoko, ehemalige Sängernin an der Kölner Opern, nun in Rente und freiwillige Mitarbeiterin von Tenri, Helmut, ebenfalls auf freiwilliger Basis bei Tenri aktiv und seit einem Jahr in Rente, hat uns bei der Lichttechnik begleitet. Er wurde tatkräftig von Yoshiros Sohn unterstützt, was wir als sehr positiv empfunden haben. Helmut ist sehr nett, absolut japanophil. Er ist mit Atsuko verheiratet, die wir Samstag kennenlernten. Sie wohnen in Kelz etwa 50 km entfernt von Köln Richtung Aachen und haben seit den 90er Jahren ein Haus nach und nach renoviert und im Erdgeschoss mit zahlreichen japanischen Elementen realisiert. Es gibt ein japanisches Schlafzimmer mit Tatami auf dem Boden, typischen Schiebewänden und mit Bambus-Motiven bemalten Schiebetüren zum Stauraum. Es gibt ein Badezimmer mit japanischen Holzeimern, wie sie in Onsen zu finden sind, mit einem Jacussi. Viele japanische Figuren und Fächer dekorieren das Haus. Ikebana von Helmut und ein japanischer Gartenteil ergänzen den japanischen Einfluss. Atsuko scherzte, dass Helmut viel japanischer sei als sie selber. Im ersten Stock befindet sich die europäische Hausvariante mit Musikzimmer, Lesezimmer, Badezimmer, und vermutlich dem Schlafzimmer von Atsuko und Helmut.
Aber ich greife vor, denn noch sind wir Freitag.... Wir diskutierten mit dem Team von Tenri bei Kaffee und Tee, dann gingen wir im Severinviertel spazieren, an den Rhein, machten im Kunsthafen Zwischenstopp, wo gerade ein Festival stattfand, gingen etwas essen.
Freitag war bei Tenri um 19h Vernissage angesagt - Gemälde von Catharina de Rijke "Mondschein" und Installationen von Shige Fujishiro "Where is my paradise". Wir stießen etwas später dazu. Die Gemälde von Catharina de Rijke haben mir gefallen. Der ausgestopfte Affe mit Perlenblumenkranz auf dem Kopf von Shige hat uns alle nachhaltig fasziniert...
Nach 21h begannen wir mit dem Aufbau für unseren Auftritt. Wir mussten die Installationen von der eben eröffneten Ausstellung zum Teil entfernen, da wir den Raum brauchten für Shizuka. Ein Künstler, der Objekte aus Glasperlen und Sicherheitsnadeln gestaltet, hatte Kleider, Tischdekorationen, diverse andere Objekte gestaltet. Er war einverstanden, dass wir die Objekte entfernen. Ein paar Sicherheitsnadeln scheinen sich geöffnet zu haben, was den Direktor etwas gestresst hat. Er hat gesagt, er hätte nicht gewusst, dass Shizuka sehr konkrete Anforderungen an den verfügbaren Raum hat, sonst hätte er nicht zugestimmt. Er hätte nur die Beschreibung und die Pläne, die Yoko schon etliche Wochen davor geschickt hat, lesen und ansehen müssen. Ausserdem hat die Planung verbockt und Vernissage, Kalligraphiekurs und Shizuka Freitag und Samstag vorgesehen. Wir versuchten, das Beste daraus zu machen. Wir kamen nach einem langen Tag gegen Mitternacht ins Bett. Cécile und ich übernachteten in einem Atelier von Helmut in Köln, Yuko im Haus des Direktors von Tenri, und Sandrine in Tenri - sie wollte an der Toninstallation nachts arbeiten, um sicher zu sein, dass alles klappt.
Das Atelier von Helmut wird für Klavierkonzerte, Lesungen und im Innenhof für Theateraufführungen genutzt. Die kleine Bühne ist momentan eher als Stauraum verwendet, da während der Pandemie keine Aufführungen möglich waren. Wir gaben zu verstehen, dass uns eine Soirée Butoh in dem kleinen Theater im Hof sehr interessant erscheinen würde. Helmut hat irgendwann geschnallt, dass wir das ernst meinen und war der Idee nicht ganz abgeneigt. Er sprach am Sonntag sogar von einer Möglichkeit 1 Abend Tenri, 1 Abend im Theater. With pleasure. Mal sehen, ob sich das tatsächlich eines Tages realisieren lassen wird.
Am Samstag hatten wir Rendez-vous in Tenri kurz nach 8h. Wir drängten auf einen frühen Start mit Aufwärmen, Technik und Probe, denn um 14h mussten wir das Feld räumen - da der Kalligraphiekurs im gleichen Raum stattfand. Wir holten etwas zu essen, ruhten uns aus, und bereiteten uns auf den Auftritt vor. Um 17h30 machten wir noch einmal einen vollen Durchlauf. Um 19h30 fand dann die Aufführung statt.
Der Direktor kriegte sich irgendwann wieder ein. Zuerst hatte er nur Augen für Cécile, was Yoko und mich ein wenig stutzig gemacht hatte. Nach dem Auftritt am Samstag kam er aber zu jeder einzelnen von uns und beglückwünschte uns zu unserem sehr gelungenen Auftritt und zu dem Trio, das drei sehr unterschiedliche Karaktere zu einem sehr interessanten Ganzen werden lässt. Er meinte, und war nicht der einzige, der das sagte, "ihr drei müsst unbedingt gemeinsam weitermachen".
Das Publikum war sehr aufmerksam, mit dieser besonderen Stille, die Aufmerksamkeit mit sich bringt, applaudierte am Ende begeistert und kam auf uns nach dem Auftritt zu, teilte mit uns Eindrücke. Es war wirklich gut angekommen, was uns extrem freute. Der Aufwand hatte sich gelohnt, der Stress war vergessen.
Brigitte konnte krankheitsbedingt leider nicht kommen. Ihre Nachbarin Gisela war also alleine gekommen.
Wir fuhren nach dem Abbau zu Helmut, wo Atsuko uns schon erwartete und für uns Abendessen mit Salat, Maki und Misosuppe und Dessert erwartete. Wir kamen wieder irgendwann gegen Mitternacht ins Bett.
Ich war relativ früh wach und plauderte ein wenig mit Helmut. Er ist gelernter Tischler, hat nach einem Intermezzo im Theater als Bühnenbildner, 40 Jahre als Werkpädagoge gearbeitet. Als ich erzählte, womit ich meinen Lebensunterhalt verdiene, ist er sichtlich irritiert gewesen. Dann zeigte er mir Fotos von einer Freundin in der Nähe von Paris, und von Tenri Treffen. Irgendwann wurde mir das alles zu viel und ich war sehr froh, als endlich nach und nach die anderen auftauchten.
Nach dem gemeinsamen ausführlichen Frühstück gingen wir in Kelz spazieren, durch den Garten auf einen Fahrweg mit alten Linden und Buchen. In der Ferne sieht man die Eifel. Pferdekoppeln, Schafe, Getreidefelder, alles sehr idyllisch. Es gibt einen Maibaum. Manche haben Antirassismustransparente im Garten. Atsuko erzählte uns, dass im Ort, der rund 1500 Einwohner zählt, ein Neonazi wohnt.
Wir überredeten Helmut, dass er uns nach Aachen zum Bahnhof brachte. Der Thalys hält dort, Aachen ist etwas näher als Köln, wir mussten erst etwas später zum Bahnhof aufbrechen, und ersparten uns die Bahnfahrt von Köln nach Aachen. Wir bedankten uns herzlich für den herzlichen Empfang und für die Mühe beim Abschied von Helmut und sagten - auf ein baldiges Wiedersehen.
Gegen 16h kamen wir in Paris an. Nun hieß es Abschied nehmen. Yoko wurden von ihrem Mann am Bahnhof abgeholt. Sandrine verbrachte noch ein paar Stunden mit Freunden in Paris, ehe sie nach Caen weiterfuhr, wo sie seit September am Konservatorium arbeitet. Cécile fuhr zur Gare de Lyon, wo ihr Zug nach Valence gegen 18h abfuhr. Ich fuhr mit der Métro 2 nach Hause. Sehr angenehme Gruppe, die dieses Abenteuer gemeinsam erlebt hat. Und vielleicht werden sich weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit eröffnen.
Publié le 24 Avril 2022
2. Wahlgang der Präsidentschaftswahl hat Emmanuel Macron als Präsidenten hervorgehen lassen. Marine Le Pen hat historischen Rekord erlebt mit ca. 42%. Ich habe echt geschwitzt, dass es kippt. Bin erleichtert, dass Macron Präsident bleibt.
Nun stehen die Legislatives an, mal sehen, wie die ausgehen. Denn wenn die extrem rechten eine Mehrheit erzielen sollten, wird es nicht ganz einfach mit der politischen Arbeit und dem Durchbringen von Gesetzen und Realisieren von Wahlzielen.