Publié le 6 Novembre 2022

Dank des zweiten Teils der Ausstellung "Renverse ses yeux - arte povera" entdeckte ich einen neuen Ausstellungsort - Le Bal, der auch eine Bibliothek und ein Restaurant beherbergt. Gleich hinter der Place de Clichy im 18. Arrondissement gelegen, wurde dieser ehemalige Tanzsaal umgemodelt. Vielleicht strömt das Flair des Tanzes noch durch die Räumlichkeiten, weswegen ich mich dort gleich wohl gefühlt habe.

Das zentrale Thema dieses Ausstellungsteiles rund um arte povera, Fotografie, Film und Video, ist der Körper. Ein weiterer möglicher Grund, weswegen ich diesen Teil sehr spannend fand. Ich war noch dazu zu einem günstigen Moment in der Ausstellung, ich konnte mir die ausgestellten Werke in Ruhe ansehen, der Besucheransturm Samstag um die Mittagszeit war moderat.

Noch dazu ist Le Bal nicht so weit von mir zu Hause entfernt, grenzt an einen kleinen Park abseits der Straßen an, der gleich zu einem kleinen Besuch einlädt. 

Danach zog ich wieder nach Hause. Um am späten Nachmittag im Max Linder Kino "Little Odessa" von James Gray anzusehen. Super Film aus 1994, super Filmmusik, ein wahres Kinovergnügen.

Ich bin danach zu Fuß nach Hause gegangen, durch den 9. Arrondissement, vorbei an den belebten Cafés und Restaurants. War kurz versucht, auch Platz zu nehmen, aber ich setzte dann doch meinen Weg fort. Das letzte Stück dann doch per Bus für drei Stationen.

Meine Nacht war durch Schlafunterbrechungen so zwischen 3 und 4 Uhr geprägt. Dann schlief ich doch wieder ein und das gleich bis halb 10. Regen drang an mein Ohr. Insofern wird sich der heutige Tag nach dem exzessiven Gehprogramm gestern heute eher im Innenraum abspielen. Mal sehen.... Ein wenig Bad putzen, Wäsche waschen, Bett frisch beziehen, ein bisserl Post erledigen, telefonieren.

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Rédigé par Jutta

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Publié le 1 Novembre 2022

Das sonnige Wetter hatte mich spontan zu einem Ausflug nach Villennes-sur-Seine motiviert. Von Gare Saint Lazare ist man in etwa 20 Minuten in dieser sehr gepflegten Ortschaft im 78. Nachdem ich den Park bei der alten Mairie gewürdigt hatte, inklusive blauer Atlaszeder, stieg ich zunächst durch den Parc du Docteur Fauvel, einem Park mit Grotten und Wasserfall hinauf bis zu einem Weg, der durch ein Wäldchen und Siedlungen der Höhenlinie entlang führt. Von dort hat man ab und an Ausblick auf die Seine.

Dann stieg ich wieder ab nach Médan, wo es unter anderem das Haus von Emile Zola zu sehen gibt, das alledings nur Mittwoch bis Sonntag. Bei einer anderen Gelegenheit werde ich mir das ansehen, denn alleine die Fotos zeugen davon, wie schön das Haus innen gestaltet ist. Es wird wohl auch die Affäre Dreyfuss thematisiert, liegt nahe angesichts Zolas "j'accuse".

Dann ging es weiter durch Médan. Die Kirche ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, dabei wollte ich doch so gerne ein Kerzerl zum 1. November anzünden. Ich ging hinunter an die Seine, aber der Weg führte dann wieder in den Ort. So konnte ich das Schloss von Médan sehen. Der empfohlene Weg führte weiter durch den Ort, ich ging auf einem Weg zwischen der Bahn und einer Siedlung, leider erlauben die Zäune der Häuser so gut wie keinen Blick auf die Seine. Ein Teil des Weges war dann überhaupt gesperrt, angeblich kam es immer wieder zu Vandalismus, weswegen man eben den Weg durch den Ort nehmen muss. Was an sich sehr in Ordnung ist, denn die Häuser sind dort häufig sehr sehenswert, mit einem typischen Stil, wie man ihn auch in der Normandie wiederfindet, mitunter mit Fachwerk, oder mit verschiedenfarbigen Ziegeln an der Fassade, manchmal sind die Majolikaverzierungen noch erhalten.

Schließlich führte der Weg hinab zur Seine, wo man vorbei an Péniches - verankerten Hausbooten - und Gärten Richtung Poissy spazieren kann. In Poissy gibt es die kleine Variante der Pont d'Avignon zu sehen. Die Brücke ist in der Tat quasi baugleich. Sie scheint etwas renovierungsbedürftig zu sein.

Unweit der Brücke befindet sich der Bahnhof, der mich wieder flugs zur Gare Saint Lazare brachte. Ich kehrte auf dem Heimweg spontan auf ein Bento ein, ehe ich zu Hause den Staubsauger und die Waschmaschine startete.

Ein paar Fotos von meinem Ausflug gibt es hier zu sehen.

 

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Rédigé par Jutta

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Publié le 31 Octobre 2022

Nachdem ich zwar Samstag vor einer Woche aus der Quarantäne konnte, was ich gleich für den Kurs mit Léone nutze, freilich noch mit Maske, und vor der Herbstferienpause, und Sonntag ein Ausflug mit Ghislaine in den Wald von Fontainebleau auf dem Plan stand, beides sehr fein, war ich dann in der Arbeitswoche versunken,

Mein Plan, das lange Wochenende für einen Ausflug in die Normandie ans Meer zu nutzen verwarf ich wegen der etwas regnerischen Prognose. Denn in der Pariser Gegend war eher sonniges und mildes Wetter angesagt.

Freitag am Abend begann mit einer Tanzaufführung im 104 im Rahmen der Saison Frankreich - Portugal. Tânia Carvalho "S" war eher dem klassischen Ballett nahe, besonders die Armbewegungen der TänzerInnen  und die Musik von Diogo Alvim haben mir sehr gut gefallen. Marco da Silva Ferreira "Corpos de Baile" mit der Perkussionistin Valentina Magaletti live und phänomenalen TänzerInnen hat Bewegung und Begeisterung gebracht - das Publikum hat getobt. Eine Empfehlung!

Tags darauf zischte ich mit dem direkten Zug nach Auvers-sur-Oise. Diesen Ausflug wollte ich 2014 im Frühjahr unternehmen, konnte wegen Knöchelbruches damals nicht fahren, und habe seither immer wieder daran gedacht ohne den Ausflug in die Tat umzusetzen. Die direkte Zugverbindung gibt es nur etwa zwischen April und Ende Oktober, speziell für die Fans des Impressionismus und vor allem Van Goghs. Zuerst dachte ich, was werde ich den ganzen Tag dort machen (es gibt nur 1 direkten Zug in der Früh nach Auvers und 1 retour nach Paris kurz nach 18h)? Aber die Zeit verging wie im Flug. Besuch der Kirche  Notre Dame de l'Assomption, des Grabes von Vincent und Theo Van Gogh, das Feld, wo Van Gogh einst das Weizenfeld mit Krähen gemalt hatte, das Schloss von Auvers mit Videoimmersion über Impressionismus, das Atelier von Daubigny, Garten und Haus des Doktor Gachet, einen Blick von außen auf das Haus geworfen, wo Van Gogh sein Zimmer gemietet hatte und wo er gestorben ist, und in dessen Erdgeschoss sich das Lokal befindet, wo Van Goghs Trauerzeremonie stattgefunden hatte - l'Auberge Ravoux . Selbstmörder hatten kein Recht auf eine kirchliche Zeremonie, und Protestanten waren den Katholiken auch nicht geheuer.

Wenn man bedenkt, dass Van Gogh etwa 70 Tage in Auvers sur Oise verbracht hat, während dieser Zeit rund 80 Gemälde geschaffen hat, aber den Großteil seines Lebens in den Niederlanden, England, Belgien, Südfrankreich verbracht hat, mutet diese Vermarktung etwas seltsam an. Aber da ich Ende Oktober unterwegs war, war der Besucherzustrom sehr sehr moderat und ich konnte so einen sehr feinen Tag in Auvers-sur-Oise verbringen.

Noch schnell das Buchantequariat in ehemaligen Postzugwaggons aus den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts am Bahnhof äußerlich gewürdigt, war es schon bald Zeit für den Zug. Ich lauschte den japanischen Menschen zu, verstehe natürlich nichts, aber es klingt angenehm. Begleitet von einem orangen Sonnenuntergang, der den Tag in dem Ort der Impressionisten würdig zum Abschluss brachte, fuhr ich also wieder retour.

Fotos von meinem Ausflug nach Auvers-sur-Oise gibt es hier zu sehen.

Sonntag besuchte ich die Ugo Rondinone Installation im Petit Palais. Ich mag die humansky, die im Raum sitzen oder schweben, sehr. Die Videoinstallation burn to shine habe ich gleich 3 Mal angesehen. Ich habe noch einen Kaffee im sehr lauschigen Garten des Petit Palais getrunken.

Ein paar Fotos davon gibt es im Oktoberalbum.

Danach ging es zu arte povera - renverser ses yeux (in Anspielung an ein Werk von Giuseppe Penone) im Jeu de Paume, italienischer Kunst zwischen 1960 und 1975, und wie wichtig Fotografie, Film und Video für die KünstlerInnen dieser Strömung waren und in ihrem Schaffen eingebunden waren.

Später traf ich Laurence auf einen Spaziergang und ein Mineral.

Montag hatte ich mir einen freien Tag genommen und hatte etliches zu erledigen und zu tun. Am späten Nachmittag ging ich in "Evidence" von Patti Smith und Soundwalk Collective im Centre Pompidou - eine sehr angenehme poetische audiovisuelle Deambulation. Im Centre Pompidou waren Zeichnungen von Giuseppe Penone zu sehen - was für ein Zufall - und das ließ ich mir nicht entgehen.

Im leichten Regen radelte ich nach Hause nach diesem reichhaltigen Oktoberausklang.

 

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Rédigé par Jutta

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