9 Frauen und 9 Männer auf der Bühne des Stückes Tragédie von Olivier Dubois. Ihr Kostüm ist die Haut. Ein genau festgeschriebenes Stück, in dem in diesem engen, durch den Choreographen und die Musik vorgegebenen Korridor die Individualität dennoch offensichtlich ist - in der Art zu gehen, der Bewegung der Schulterblätter, der Arme, in der Farbe der Haut, Verfärbung der Haut je nach Intensität im Stück, Muskel, Atem, Schweiss.
Anne, Nadja, Jeanette und mir, uns hat das Stück sehr gut gefallen. Anschließend gab es einen Austausch mit Olivier Dubois und einigen der InterpretInnen. Sehr sehr interessant, hier auch Einblicke in die Entstehung des Stückes und in der Arbeit für diese Choreographie zu hören. Es war ein super Spektakel im Hof des Lycée Jacques Decour, leider war der Abend nicht ganz so lau wie die vergangenen Abende. Unter der Bellarine war mir aber nicht wirklich kalt.
Tragédie ist Teil eines Zyklus bestehend aus Révolution - ein Stück für 12 Tänzerinnen zur Musik von Ravels Bolero und Rouge - ein Solo von Olivier Dubois.
In Avignon wurde Tragédie 2012 erstmals aufgeführt und das Stück hat von seiner Intensität nichts eingebüsst. Das Stück ist sehr vielschichtig, erzählt in Form eines in Bewegung gebrachten Alexandriners viele Geschichten, gleich einer griechischen Tragödie. In Zeiten der kaum verständlichen Massenphänomene und übersteigerten Euphorie angesichts einer Fußballweltmeisterschaft fand ich im Stück ebenfalls sehr interessante und aktuelle Aspekte.