Publié le 25 Novembre 2006

Meine Lieben!

Ich bin also wieder mal strohwitwenhaft allein, während Jutta in Ösiland die lokalen Annehmlichkeiten genießt (zB eine ordentliche Frisur beim Maestro, während ich noch immer mit dem Verschnitt von meinem ersten Paris-Friseur-Experiment herumlaufe weil ich noch nicht den Mut gefunden habe ein weiteres Experiment zu wagen - Gerald bitte kommen!!!)

Von Einsamkeit kann keine Rede sein, denn das Sozialleben im Botschaftskreis intensiviert sich grad und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden was das derzeitige Team betrifft (von den Großkopferten abgesehen)

Gestern gabs also eine spontane Überraschungsgeburtstagsparty für eine Kollegin die am Sonntag ihren süßen 29. Geburtstag hat.. und das war durchaus lustig. Und heute abend folgt die eigentliche Feier - d.h. es wird ein wenig geruhsamer als gestern, wir gehen nur zum Inder.
Für Sonntag hab ich Gratiseintrittskarten zu einem Wein-Salon wo man sich mit einem Glas bewaffnet durch die Weine aller französischen Weinregionen kosten kann - leider ist Jutta nicht da :-(, die hätte das sicher auch interessiert. Es haben sich aber zum Glück 2 Kollegen gefunden...

Heute hab ich - nach diesem doch recht anstrengenden Feier-Abend - doch schon einiges geleistet (vom Wohnungputzen mal abgesehen). Ich hab endlich unseren Küchentisch mit Sesseln komplettiert - und dieses Kleinod der Küche solltet ihr auch kennenlernen

Außerdem hab ich noch einen weiteren Lampenschirm erstanden - der ist aber nicht wert hergezeigt zu werden.

Jutta hat aus Wien eine allerliebste Geschichte zu erzählen gehabt. Kaum angekommen und im Flughafenbus sitzend schaut sie beim Fenster raus und sieht einen blauen Zenith (Peugeot 106) neben dem Bus herfahren ... ach Sentimentalität, sie musste gleich an unseren (also Herwigs) Zenith denken .. und sieh da - es war tatsächlich UNSER KLEINER ZENTIH, der Jutta sozusagen in Wien willkommen geheissen hat... Zufälle gibts...

Am Montag werde ich meine Bewerbung für den Kanzlerposten in Paris abschicken - leider brauch ich mir aber keine Hoffnungen machen, dass ich ihn kriegen werde - sondern werde sicher nur ein weiteres Jahr "Einschulerin" bleiben ... bleibt nur zu hoffen, dass der/die NachfolgerIn von Werner auch so eine nette Person sein wird.

So, mehr fällt mir nun wirklich nimmer ein..
Bald (6.12.) gehts auf nach Bordeaux und dann haben wir sicher wieder mehr und Aufregenderes zu berichten.

Bis dann
Michi

Voir les commentaires

Rédigé par Michi

Publié dans #parisplages

Repost0

Publié le 18 Novembre 2006

ad Titel: wir sind ganz stolz, dass wir uns endlich Tickets für die Opera Bastille gekauft haben - am Montag geben wir uns "L'Amour des trois oranges" von Sergei Prokoview - das wird spannend, weil die Inszenierung so lieblich nett und kitschig schön wirkt - seht selbst

Nach eine ereignisreichen Woche inklusive Abschiedsfeier des Botschafters mit Dings und Bums - oder besser gesagt Caroline von Monaco und ihrem Gemahl Ernst-August von Hannover... und meiner Wenigkeit ... haben wir heute einen extrem geruhsamen Tag im Bois de Vincennes verbracht - und davon möchten wir euch mal wieder ein paar Bilder zeigen.

Vorher muss aber noch erwähnt werden, dass wir gestern einen Ausflug in den Faubourg St. Denis gemacht haben - dort ist der wahre Schmelztiegel Paris daheim und es gibt eine Passage mit wunderbar kitschigen und kulinarisch nicht üblen Indischen Lokalen. Nach leckerem Mahle und mit brennender Kehle sind wir dann nóch in eine Brasserie auf ein Bier eingekehrt (dessen Qualität mehr als zweifelhaft war) - das Lokal war aber super - es gab Live-Musik der besonderen Art - Folk-Country-mäßig aber schwer albanisch - wir waren offenbar im In-Treff der Pariser AlbanerInnen-Kolonie gelandet - und das war schon sehr lustig und spannend...

So bevor wir nun wieder unseren 11. Bezirk unsicher machen werden - grad als kleine Erholung nach dem Putzen (auch das muss mal gemacht werden) gibts hier die versprochenen Bilder vom heutigen Ausflug nach Vincennes inkl. Chateau de Vincennes und Parc Floral de Paris...

 Der Grande Rocher im Parc Zoologique (es gibt sogar Bohrhaken in diesem künstlichen Betonfelsen... )

 Der Donjon im Chateau de Vincennes

 Herbstliche Idylle im Parc Floral de Paris in dem sich gleichermaßen medizinische Pflanzen-gärten, Tropen-häuser und Jazz-Veranstaltungs-zentrum, sowie diverse Restaurants und Gärtchen befinden... und nicht zuletzt auch ein....

 ...faszinierendes Bonsai-Haus...

 ... und absolut seltsame Vulkan-Kegel-Pflaster-steine... ;-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht vergessen werden sollte auch, dass am Donnerstag - wie jeden dritten Donnerstag im November - der berühmte Beaujolais Nouveau wieder mit großem Tamtam seinen Einzug in die Gaststuben gehalten hat...

... und - oh Freude - morgen ist auch noch ein Tag um Nettes zu erleben, sofern es die Französischhausübungen zulassen.

Bis demnächst
Michi & Jutta

Voir les commentaires

Rédigé par Michi

Publié dans #parisplages

Repost0

Publié le 12 Novembre 2006

Wenn schon nichts wirklich Spektakuläres passiert, so wollen wir euch doch teilhaben lassen an einem ganz normalen Sonntag in Paris - eine kleine Bildergeschichte...

Begonnen hat mal alles damit, dass wir am Samstag eigentlich mehr oder weniger zu absolut nichts zu gebrauchen waren und das ergab sich so:
Werner, der Herr Kanzler, war nach einer echt stressigen Arbeitswoche auf Sozialtrip und hat uns, einer am Freitag um 16 Uhr spontan entstandenden Entscheidung zufolge, zu sich in die Pariser Banlieus eingeladen. Trupp 1 - Jutta, Werner und Kollegin Isolde, starteten um 17 Uhr von der Botschaft weg - ich bin mit Trupp 2 erst gegen 18:30 weggekommen, da der Trupp aus mir und den zwei Technikern der österr. Firma, die gerade unsere neuen Sicherheitsanlagen an der Botschaft bastelt, bestand. Wir waren durch ein kleines Detail am Türöffner der Haupteingangstür aufgehalten - sie war nämlich blöderweise von innen nicht mehr zu öffnen... Nun, letztendlich haben die beiden gemütlichen Techniker-Buam das auch hingekriegt.
Der Abend verlief sehr sozial und humorig und gegen 4 Uhr früh wurde dann auch mal an die Heimreise gedacht - Werner in grenzenloser Gastfreundschaft hat uns zwar mit finnischem Wodka und steirischem Birnernen verwöhnt, sich selber aber zurück gehalten und brachte uns alle noch mit dem Auto heim - sehr sehr nett.
Wir - natürlich nichts mehr gewöhnt - waren am nächsten Tag einigermaßen angeschlagen und ruhebedürftig..... Immerhin haben wir's aber noch geschafft endlich einen kleinen "Perser", der eigenlich ein Pakistani ist zu kaufen:

 Unser Sonntag begann also, nebst eines Frühstücks, mit der freudigen Begutachtung und Pflege unseres wunderbaren Stücks.
Sodann schritten wir zum Einkauf, der leere Kühlschrank sollte gefüllt werden, auf dass es dem Magen ebenso ergehen möge...
Netterweise gibt es jeden Sonntag einen einzigartigen Markt am Boulevard Richard Lenoir bei der Bastille, gleichs ums Eck quasi... Hier kriegt man wirklich ALLES was das Herz begehrt!

Muscheln, Austern und anderes Schalengetier


Nieren, Leber und andere Innereien

Käse in allen Größen und Arten

natürlich auch Fisch, Tintenfisch und Krustengetier

aber auch warme Wintersocken...

 Wir entschlossen uns heute für leckere Merguez und Chipolatas, weil wir die schon immer probieren wollten. Gemeinsam mit einem köstlichen Salat mit dem ebenso am Markt erstandenen Arganien-Öl ergab das ein echtes Multikulti-Abendessen.

Bevor wir jedoch unser wohlverdientes Abendessen genießen konnten - wurde noch längst Ausständiges erledigt - wir haben endlich unseren Lampenschirm im Wohnzimmer montiert!!!

 

Dazu eine nicht untypische französische Vorgeschichte: wir waren also im Lampengeschäft und hatten bereits 4 Modelle unsere Wahl gefunden (nach stundenlangen Diskussionen und Überlegungen) - leider waren aber 2 davon gleich mal nicht verfügbar - also haben wir die TRANSPARENTE Lampe unserer Wahl bestellen lassen. Wurden dann per SMS vom Eintreffen der Lampe informiert und - was sahen unsere Augen - die Lampe war türkis. Also erneute Bestellung - Wochen später wieder das SMS - und siehe da, die Lampe war grün... nun schon wenige Tage später war dann die transparente vorhanden (dabei hätte es auch noch eine rosarote gegeben, die man uns hätte unterjubeln können)... und nun hängt das gute Stück und funktioniert sogar:

Jetzt war es an der Zeit in eines der netten, gemütlichen Cafés in der Nachbarschaft zu gehen.
Selbstverständlich immer in Begleitung des Bereitschaftsdiensthandys und der fetten Informationsmappe - es könnte ja was sein...
Grad spazieren wir in die Nebengasse - schon klingelt das böse Ding - die Grenzpolizei am Flughafen CDG will den Bereitschaftsdienst  zur Unterstützung in einer potentiellen Passfälschungsangelegenheit konsultieren - selbstverständlich auf französisch... :-(
Ich mich am nächsten Stiegenaufgang niedergelassen und mal das Notizheft gezückt. Ein Österreicher, ursprüngl. aus Ghana, war von der Air France am Weg nach London zurückgewiesen worden, da die Fluglinie festgestellt hat, dass der Pass beim Foto manipuluiert sei ... Der Herr hatte nebstbei auch noch einen gültigen Personalausweis, seinen Staatsbürgerschaftsnachweis und alle Dokumente die man im Leben so braucht bei sich - und letztendlich konnten die Fälschungsexperten der Grenzpolizei auch nichts Ungewöhnliches feststellen. Von mir wollte man primär, dass ich mit dem Österreicher kommuniziere, um herauszufinden seit wann er Österreicher ist, wie er Österreicher geworden ist und ob er denn überhaupt brauchbares Deutsch spricht... also ich war mir nach dem Gespräch ziemlich sicher, dass der arme Mensch ein Opfer der meist sehr diskriminierenden Umstände war.. alle Aussagen plausibel und nachvollziehbar und in recht gutem Deutsch vermittelt. Die Polizei hat sich dann auch brav entschuldigt - hoffentlich auch bei ihm - der Flug war aber weg und ob er von der Air France dann eine Umbuchung erhalten hat entzieht sich leider meiner Kenntnis... Jaja, Festung Europa.
Irgendwie eine komische Situation am Handy auf der Straße eine Art Verhör zu führen und das dann dem Kiwara zu dolmetschen...

Der Kaffee war dafür umso leckerer - Noisette muss man hier trinken - entspricht ungefähr unserem kleinen Braunen. Und vom Kaffee gestärkt haben wir uns dann daheim brav zu den jeweiligen Französisch-Hausübungen gesetzt und fleissig gearbeitet:


Nach dem bereits oben erwähnten Abendessen gabs dann noch eine Wasserpfeife bei unserem Haus- und Hof-Wasserpfeifen-Wirten, der übrigens hervorragend deutsch spricht....

Jetzt ists aber Zeit für ein wenig in die TV-Glotze starren - drum verabschieden wir uns für heute und wüschen allen eine wunderbare Woche!
Bis bald
Michi&Jutta 

Voir les commentaires

Rédigé par Michi

Publié dans #parisplages

Repost0