Publié le 4 Février 2007

Wir wissen es, wir haben es schwarz auf weiss - es gibt sie noch, die EINE (oder andere) Leserin und deshalb werden wir unerbittlich weiter schreiben - auch wenn es derzeit ein wenig schwierig ist ausreichend Zeit und Energien dafür zu finden. Energien deshalb, weil es in der Arbeit in den letzten zwei Wochen alles andere als lustig war (krankheitsbedingter Ausfall meiner "besseren Hälfte" in der Botschaft also mehr als doppelt so viel Arbeit für mich) und Zeit deshalb, weil Jutta ein neues Projekt gestartet hat: "Lerne die Beisl-Szene deiner Umgebung kennen" ... basierend auf einem unlängst erschienen Artikel über "nette Beisln" wo auch die "filles" gerne hingehen sind wir grad dabei diese zu erforschen - interessanterweise sind nämlich sehr viele der im Artikel erwähnten in unserer unmittelbaren Umgebung und einige sind wahrlich wert besucht zu werden...  ihr könnt euch vorstellen, dass solche Beisltouren auf Dauer anstrengend werden ............

Um hier allerdings keine falschen Eindrücke entstehen zu lassen - möchten wir auch auf das umfassende Kultur- und Erkundungsprogramm verweisen, das wir uns so nebenbei auch noch gönnen.

Wir waren zB in einem Konzert des berühmten österreichischen Orchersters "Concentus musicus" (Danke an Reinhard und Martina die uns den (kostenlosen) Zugang ermöglicht haben) - und zwar im frisch renovierten Salle Pleyel, der bei uns wirklich den allerbesten Eindruck hinterließ - und auch die Aufführung war durchaus spannend... (wirklich Reinhard...!)

Unser letzter größerer Ausflug führte uns nach Nordfrankreich - in die schon sehr belgisch anmutende Stadt REIMS, die wir euch wiedermal anhand einer Bildergeschichte näher bringen wollen ... nicht in Bilder und kaum in Worte zu fassen ist lediglich unser Mittagessen im echten Reimser Einheimischen-Beisl - wo man sich als feiste, blass-rosa Mitteleuropäerin inmitten dieser ebenso belgisch aussehenden Menschen, schmatzend über die Schlachtplatte gebeugt, wiederrum recht heimisch fühlt (während in Paris der Durchschnittsmensch von der Straße ja doch überdurchschnittlich schlank und überdurchschnittlich ansehnlich ist...)

Wohl allerbekanntest ist die berühmte Kathedrale von Reims, die aufgrund ihrer Architektur irgendwie noch größer und noch höher und noch gewaltiger wirkt also so manche andere Kathedrale die wir schon besucht haben... hervorhebenswert sind aber nicht nur die extrem farbenfroh leuchtenden Rosettenfenster wenn man zur späten Nachmittagsstunde dort ist, sondern auch die sehr beeindruckend gestalteten Glasfenster von Marc Chagall

Von der Kathedrale - und den vielen Gaufres - mal abgesehen ist Reims aber vor allem auch für die vielen Art Deco Bauten bekannt und sehenswert. Nach dem WK I war die Stadt dermaßen dem Erdboden gleich, dass sich hier ein Zentrum für Art Deco Architektur etablieren konnte und auch hat. Netterweise war grad auch noch eine thematisch passende Ausstellung im lokalen Museum und verknüpft mit einem Themenspaziergang durch die Stadt (bei strahlendem Sonnenschein) haben wir da ganz nette Eindrücke gesammelt.


Weitere recht nette Detailbilder von innen findet ihr hier

Ach ja, und natürlich liegt Reims mitten in der Champagne - und wie der Name schon sagt kommt dort auch der Champagner her ... und ja, wir haben natürlich ein Gläschen getrunken ... und es hat dort sogar wirklich prickelnd gut geschmeckt ... für die Kellerei-Besuche müssten wir allerdings noch mal zu einer anderen Jahreszeit anreisen.

Und Jeanne d'Arc haben wir auch dort getroffen

Dieses Wochenende haben wir uns dann den profaneren Gegenden rund um Paris gewidmet.
Am Samstag - strahlendes Wetter und ein wirklich schöner Tag - erforschten wir Creteil, eine Vorstadtgemeinde im Südosten von Paris, deren Zentrum ein riesiges Shopping-Center ausmacht, die aber in puncto Wohnungsbau wirklich nichts an 80er Jahre Charme vermissen lässt. Vor allem die mittlerweile zu Berühmtheit gelangten "Choux" (Krauthappeln - meiner Meinung nach eher Maiskolben) sind wirklich faszinierend.

 



Und heute - das Wetter war erstaunlicherweise noch immer 1A - waren wir im Westen von Paris in Saint Cloud, wo ein traumhafter Park zum Spazierengehen einlädt und man so nebenbei einen wunderschönen Ausblick auf das Häusermeer von Paris hat... Kein Wunder dass sich hier auch Marie Antoinette und Napoleon etc. wohl und wohler gefühlt haben... Dass das Schloss im Deutsch-Französischen Krieg dem Erdboden gleich gemacht wurde kann wohl nicht wirklich durch die heute dort befindliche Deutsche Schule wettgemacht werden...

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Rédigé par Michi

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Publié le 14 Janvier 2007

wenn im Jänner der Mandelbaum blüht... (im Hintergrund)

wunderschön ist Paris vom besten Aussichtspunkt überhaupt - dem Parc de Belleville .. steht in keinem Reiseführer...

Jeder kennt die Pyramide vor dem Louvre - aber wer kennt die vom Place des Fetes im 20. Arrondissement... (nur jene die dort in den HLM (Habitation à loyer modéré) - also Sozialwohnungen - wohnen)

unglaublich aber wahr - auf der anderen Straßenseite tun sich neben Betonburgen sogenannte "Villen" auf... und die Gegend rundherum heisst "Danube"... a bissl wie Leopoldau und Großfeldsiedlung

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Rédigé par Michi

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Publié le 7 Janvier 2007

Endlich gibts mal wieder mehr zu berichten als von Feierlichkeiten und Essen und Trinken. Quasi pünktlich zum Jahresbeginn haben wir uns zu ungeahntem Aktivismus aufgerafft und einiges Berichtenswertes erlebt...

So zB den unlängst erschienenen Film "Le Heros de la Famille" über den wir uns herrlich amüsiert haben und den wir daher nur weiter empfehlen können, zumal ein volles Staraufgebot inkl. uva. Catharine Deneuve darin glänzt.

Am Donnerstag abend haben wir dann das Angebot der "Nocturne le jeudi" (Öffnungszeiten der Museen bis ca 22 Uhr an Donnerstagen) genützt und haben endlich, endlich, endlich das Musee du Quai Branly von innen gesehen. Zahllose BesucherInnen haben wir schon zum auch von außen beeindruckenden Museumsbau geschleppt - aber von Innen tut sich wirklich Gigantisches an ethnologischen Sammlungen auf und man wird gar nicht fertig (nach 3 Stunden hatten wir mal sowas wie einen groben Überblick). Für Reiselustige ohne Urlaubsplan ist das aber wirklich eine Oase zum Versinken in Fernweh.
Beeindruckend ist aber auch die Gartenanlage bei Nacht - der "Jardin de la lumiere" sozusagen ...

 

 

Am Rande sei erwähnt, dass der Freitag-Abend dann doch wieder mit einer kleinen Feier (bei uns hat ja dauernd wer Geburtstag an der Botschaft) verbracht wurde....

Der Samstag hingegen war ganz dem Motto "Sport und Kultur" gewidmet:
Nach einem kleinen Jogging-Ausflug entlang des Kanals - Parc de la Villette etc (StammleserInnen kennen die Strecke bereits) begaben wir uns endlich mal raus in die VORSTADT...

Saint-Denis - dort wo auch das große "Stade de France" steht - bietet auch touristisch Einiges, obwohl es ein recht buntes Viertel ist, wo sich die bleiche Österreicherin manchmal ein wenig fehl am Platz vorkommt. Die vielfältige Gemeinde setzt sich vor allem aus Bewohnern afrikanischer und arabischer Herkunft zusammen, es gibt aber auch ein spanisches Viertel und offenbar neuerdings auch Menschen osteuropäischer Zunge ...

Unser Weg führte uns zuerst mal an richtungsweisenden Häusern vorbei ...

zum eigentlichen Ziel unseres kleinen Ausflugs - der Zentrale des französischen Royalismus - oder war es Monarchismus (und was genau ist denn nun der Unterschied zwischen den beiden -ismen???)-

Die Basilika von Saint Denis ist Pilgerstätte seit dem 5. Jahrhundert und seit dem 7. Jahrhundert Zeremonien- und Grabstätte der Merowinger, Karolinger und Kapetinger (es liegen sogar ein paar Bourbonen herum) - und so begibt man sich in der Gruft durch eine Reise durch das Geschichtsbuch der Unterstufe:


Karl Martell und Clovis II


Philipp der Schöne

... und geschichtsträchtig wie nur was trifft man überall auch auf ehemalige Staatsbürgerinnen-Kolleginnen:


Maria-Theresia von "Austriche" - Gattin Ludwig XIV... (also nicht die Alte vom Franz-Stephan)

und...


Marie-Antoinette...

Zum Nachlesen für Interessierte und Übereifrige: Hier klicken

Wirklich interessant in diesem Kontext des Royalismus/Monarchismus war, dass die Weihnachtskrippe der Kirche ausschließlich aus schwarzhäutigen Figuren bestand ... und vor der Kirche beim Rathaus gerade eine lustig tanzende islamische Hochzeitsgesellschaft den Platz behübschte...

Sportinteressierten sei nicht nur ans Herz gelegt, dass im März im Stade de France ein Freundschaftsmatch Österreich-Frankreich (könnts jetzt schon mal lachen ;-)) - stattfinden wird und im Jahr 2007 die gesamte Rugby-begeisterte Welt auf Saint-Denis blicken wird:

Zum Abschluss des ereignisreichen Samstags sind wir dann noch quer durch die Stadt gefahren um endlich auch mal die Wiedererstehung des Pariser Tramway-Netzes live zu begutachten. Seit Dezember 2006 gibt es endlich auch wieder innerhalb der Stadtgrenze eine echte BIM namens T3

Dieser Samstag war nicht nur irgendein Samstag, sondern der 6. Jänner, der in Frankreich ganz speziell gefeiert wird: man kauft oder bäckt einen speziellen Kuchen, genannt "Galette des Rois" in entsprechend großer Ausführung (wir haben uns mit einem Zweipersonen-Stück begnügt) und teilt ihn mit Freunden. Im Galette ist eine "Bohne" eingebacken und wer diese erwischt ist "King for a day" und kann sich seine Königin aussuchen.

 Also ratet mal, wer bei uns hier das Sagen hat...

 

 

 


Auch der Sonntag stand - nach Anlaufschwierigkeiten - ganz im Zeichen des Aktivismus. Wir haben endlich mal den am Westrand der Stadt gelegenen Bois de Boulogne besucht, der zwar "recht nett ist" aber unseres Erachtens recht wenig mit einem Wald zu tun hat (und der unserer Wohnung viel näher gelegene Bois de Vincennes ist viel viel netter)

In Paris ist ja immer  was los und im Gegensatz zu gestern, als wir joggend an Filmaufnahmen vorbeigelaufen sind durften wir heute die Highlight der französischen Old-Timer-Szene miterleben - beim "7ème traversée de Paris"

   

 

 

 

 

 

 

Wir sind dann noch durch den mit Botschaften und noblen Menschen gespickten 16. Bezirk spaziert (herrliches Wetter heute) und konnten in dieser Gegend leider unsere Primärbedürfnisse (Kaffee und Weetsee) nicht befriedigen, da dort alles soooo schick und nobel ist und die Schminke nur so durch die Gassen fließt


... dass hier links abbiegen verboten ist wundert niemanden (und ja: gusto und ohrfeigen sind verschieden...)

Wir bogen dann auf den Champs Elysées links ab in Richtung Faubourg Montmartre wo wir uns in den netten traditionsreichen Passagen gleich wieder ein wenig wohler fühlten

Ohne Zweifel freuen wir uns nach diesem ereignisreichen Tagen auf ein wenig Büro - bzw. Französisch-Kur(s)-Schlaf...


Gute Nacht!
Jutta&Michi

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Rédigé par Michi

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