Publié le 9 Avril 2007

Man kennt das ja, das Gezeter und Gerede über die ach so unfreundlichen und überheblichen Franzosen und Französinnen -  anlässlich jüngst gemachter Erfahrungen möchten wir euch anhand dreier Beispiele vom Gegenteil überzeugen.

Szenario 1 - mitten in Paris im noblen 16. Arrondissement:
Ich find mal wieder nicht die Gasse die ich suche und bin schon spät dran - also frag ich eine gehetzte Passantin, die grad (zu spät- es ist schon nach 9 Uhr) am Weg in die Arbeit ist. Sie sagt mir nicht nur wo die Gasse zu finden ist sondern begleitet mich sogar persönlich hin und da sie selber nicht genau weiss wo sich das Gässchen befindet befragt sie am Weg noch eine Hausmeisterin, welche ebenfalls freundlich und hilfsbereit Auskunft erteilt.

Szenario 2 - Paris - Bahnhof St. Lazare am Weg nach Caen:
Wie so oft haben wir unser Zugticket im Internet gebucht - diesmal nicht mit Zusendung per Post sondern per Selbstabholung am Automaten - auch das kein unbekannter Vorgang. Blöderweise haben wir aber mit einer österr. Kreditkarte OHNE code gebucht und bezahlt - und mit dieser PLUS Code muss dann auch das Ticket abgeholt werden. Keine Chance also und die Zeit läuft, der Zug geht in 10 Minuten, das Ticket ist ein Billiges und daher nicht umbuchbar etc... die Warteschlange am Schalter ist schier unendlich lang - also hetzen wir zum Zug .. in der Hoffung auf ..??? Dort schildern wir dem gemütlich-dicklichen Schaffner (nicht vergessen: wir sind immer noch in PARIS nicht in irgendeinem Provinzdorf) unser Problem - er murmelt was von, da müssen wir Vollpreis zahlen und dann in Caen zurückfordern etc.. meint dann aber er will nicht "den strengen Franzosen raushängen lassen" und letztendlich bemüht er sich sogar noch im übervollen Zug unsere reservierten Sitzplätze ausfindig zu machen (was ihm leider doch nicht gelingt). Fazit wir kommen planmäßig nach Caen und zahlen weder nach noch drauf... nur auf unsere gemütlichen Sitzplätze müssen wir leider verzichten.

Szenario 3 - und da sind wir schon mitten im Oster-Kurzurlaub - Condé - Sportartikelgeschäft
Ich kauf mir einen Pullover in einem Sportartikelgeschäft in einem kleinen Ort in Basse-Normandie. Die Verkäuferin fragt ganz interessiert woher wir denn kommen und stößt nach einem gegrunzten "Autriche" völlig aus dem Häuschen hervor "Vous êtes Autrichiennes?!" ... sie liebt Österreich, sie kennt es zwar nicht persönlich aber sie hat nur das Allerbeste von Österreich gehört, was für ein ordentliches, sauberes Land..." Jutta nützt die Gesprächigkeit und erkundigt sich nach lokalen Sehenswürdigkeiten... und wir trauen unseren Ohren und Augen nicht... Da werden Kunden (von mittlerweile ZWEI Verkäuferinnen, die sich um uns kümmern) stehen gelassen bzw mit einem "die Damen kommen aus Österreich!!!" vertröstet und ein Berg an Prospekten und Broschüren und Landkarten hervorgekramt... Das Traurige an der Darbietung: wir befinden uns mitten in der landschaftlich hervorragenden Suisse Normande und alles was den Damen an Empfehlenswerten zur Normandie einfällt sind Mont Saint Michel und Honfleur (beides schon gesehen, beides nett, aber dafür braucht man keinen Lokaltipp).

Quod erat demonstrandum

Unser kleiner Osterausflug war primär ein Kletteraufenthalt in Domfront (auch "Bofrost" genannt) wo die niedlichen kleinen Kletterfelsen von La Fosse Arthour auch feige Kletterinnen nicht abwerfen.

 

So nebenbei haben wir uns auch Caen angesehen - das Memorial leider nur von außen - sind ein wenig durch die Dörfer gefahren und haben uns zu guter Letzt in Falaise das Chateau des guten Guillaume (in unseren Breiten eher als William the Conqueror bekannt) angesehen.

Nette Fotos gibts wie immer - demnächst - auf Juttas Fotogaleere...

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Rédigé par Michi

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Publié le 1 Avril 2007

Nun, irgendwann musste es ja mal sein ...
Ein bissl traurig war's schon und noch dazu ganz in der Früh und man weiss ja, Abschied nehmen ist immer eine harte Sache - vor allem von Paris - und vor allem nach so kurzer Zeit, denn wirklich lang sind wir ja noch nicht in der Stadt....

 

.... seit wir von Korsika zurück gekommen sind....

April, April!
oder wie man in Frankreich sagt "Poisson d'Avril" - wobei es zur Entstehungsgeschichte verschiedene Theorien gibt zB, dass am 1. April in Frankreich ein Fischereiverbot bestand und man daher die Fischer verarschte..

Wir mussten also Samstag in aller Früh Abschied nehmen von Paris und den Zug nach Nancy besteigen... und das nachdem wir kaum aus Korsika wieder so richtig im Alltag angekommen waren (was soviel heisst wie: der morgige Montag wird wieder wie ein erster Tag nach einem Urlaub...)

Nancy - das ist halt auch so ein Stadt die man gesehen haben muss (und wir haben sie längst noch nicht alle gesehen) und dass wir diesmal Nancy gewählt haben - das kam so...

 BWINs sind immer gleich in der nächsten Spielhölle

3 BWIN-Arbeitskollegen von Jutta trieben sich dienstlich in Deutschland und privat in Luxembourg rum und schlugen vor einander doch dort im Norden bzw. Osten zu treffen und da Nancy nicht nur auf halber Strecke liegt sondern auch ziemlich interessant zu sein versprach sind wir kurzerhand mit dem TGV dorthin aufgebrochen und haben uns in einem kleinen bescheidenen Innenstadthotel eingebucht.
Während Reims und auch Le Havre durchaus in einem Tag zu erledigen waren, finden wir die Entscheidung  uns für Nancy ein ganzes Wochenende Zeit genommen zu haben nicht zuletzte wegen des Nightlife dort durchaus angemessen.

Vor dem Nightlife ein gediegenes Mahl in der Brasserie EXCELSIOR
v.l.n.r. Christian, David, Peter

Davon abgesehen dass Nancy mal die Hauptstadt von Lothringen war und der Stanislas, Ex-König der Polen, dort gewirkt hat ist Nancy vor allem als Stadt des französischen Jugendstils - sprich Art Nouveau - bekannt. Jede Menge opulenter Art Nouveau-Bauten prägen das Stadtbild und das "Musée de l'Ecole de Nancy" bietet durchaus anschauliche Exponate zur zeitgenössischen Innenarchtektur und Glaskunst.

 Place Stanislas

Villa Majorelle


Deutlich spürbar sinddie Nähe zu Deutschland und die gemeinsame Vergangenheit..

Und sogar die Tauben gehen im Gleichschritt MARSCH

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Rédigé par Michi

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Publié le 29 Mars 2007

Da wir schon aufgefordert wurden endlich wieder was zu schreiben (wenngleich nicht von der werten LeserInnenschaft sondern vom Blog-Site-Betreiber) raffen wir uns nun eben auf und versuchen die Highlights unseres Korsika-Aufenthalts für euch zusammenzufassen.

Vorab: alle die mehr an Bildhaftem interessiert sind sollten sich UNBEDINGT das Foto-Album zu Korsika ansehen, denn das ist doch beschaulicher als das Prosaische...:

Allen die ein Reiseziel suchen sei gesagt - Korsika hat ALLES: tolle Berge, grandiose Strände, blitzblaues Meer, freundliche Menschen (auch wenn sie untereinander doch eher blutiger Rache frönen), gutes Essen (dieser Käse) und einen Wein der an den besten Zweigelt oder St. Laurent heranreicht - und normalerweise auch viel Sonne.
Wer sich jetzt wirklich zu interessieren beginnt sei allerdings gewarnt: in der Saison (va. Juni-Sept.) ist es dort wahrscheinlich unerträglich...

Wir waren ja nicht in der Vorsaison sondern absolut hors saison unterwegs und das ergab zwar so manche Schwierigkeit aber hat sich letztendlich doch als hervorragende Jahreszeit erwiesen.
Klar, man muss flexibel sein was die Wahl des nächsten aufzusuchenden Orts für eine Nächtigung betrifft (denn offene Hotels - von Berghütten ganz zu schweigen - finden sich nur spärlich) - andererseits muss man eher unflexibel mit jenem einzigen (sofern vorhandenen) Restaurant im Ort auskommen, das auch außerhalb der Saison (Beginn der Vorsaison ab April) abends geöffnet hat...; und natürlich muss man im März damit rechnen auf den über 100 Zweitausendern der Insel auf Schnee zu treffen (wenns dann noch einen späten Wintereinbruch gibt hat man eben auch auf 300 hm gefrorenes Weiß)...

Beweisfoto

Aber: man sieht eine Insel wie sie sich frei von Tourismus wirklich gibt -nämlich menschenleer vor allem in den Bergen und niemand verstellt einem die Aussicht. Ob die Korsen auch später noch so absolut gastfreundlich und hilfsbereit und gesprächig und unkompliziert sind wissen wir nicht, wollen das aber mal behaupten.

Etwas befremdend wirken zum Teil ja die korsischen Männer (Frauen sieht man recht wenige oder sie fallen nicht besonders auf auf der Straße oder in den nun wirklich (fast) überall verfügbaren "Bar-Tabac"s)...
Aus uns bislang noch unerfindlichen Gründen ist der korsische Wildschwein-Jäger vom klassischen Jägergrün auf Tarnfarben umgestiegen und so hat man - ob in hinterstem Bergdorf oder in der Hauptstadt - immer ein wenig das Gefühl in einem militärischen Sperrgebiet zu wandeln. Ob 5jähriges Mädel (in Kombi mit rosa Weste und Schühchen) oder pubertierender Teenie, ob resche Dame oder knorriger Alter - alle tragen Tarnfarben und Militärkleidung, möglicherweise für den Fall dass ein allüberall gegenwärtiges Wildschwein erlauert und erlegt werden will.

Der Korse in seinem natürlichen Lebensraum

Freilich ist in diesem Umfeld auch wenig erstaunlich, dass die Blutrache wirklich noch fröhliche Urständ feiert...

"Blut - nicht berühren!"
so gesehen auf einer Straße in Corte - der geheimen Haupt- und offiziellen Universitätsstadt der Korsen

Und so nebenbei ist der Korse natürlich auch noch ein wenig franzosenfeindlich und strebt - wie allgemein bekannt - seit Jahrzehnten seine Unabhängigkeit an - was zu dem einen oder anderen Bombenanschlag oder sonstigen Ausschreitungen geführt hat, was sich aber vor allem in Nationalstolz am Auto (natürlich Allrad) zu erkennen gibt.

Straßen- und Verkehrsschilder werden grundsätzlich als Zielscheiben verwendet - vom Korsischen (ja es gibt auch eine eigene Sprache!) abweichende Ortsnamen werden häufig übermalt .. (wer hat je Ajaccio erwähnt????)

Grundsätzlich aber ist der Korse - und das kann nicht oft genug erwähnt werden - ein ausgesprochen freundlicher und friedliebender Mensch... er teilt die öffentlichen Straßen mit allen Geschöpfen dieser Erde und weicht auch in der Kurve vor auf der Innenspur liegenden und wiederkäuenden Kühen, Ziegen oder Hausschweinen aus... - und hat auch nichts gegen herumstreunende Hunde in der Kirche...

         

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten unseren Urlaub eigentlich dem Bergsport gewidmet. Saison und Wetter haben uns da teilweise einen Strich durch die Rechnung gemacht und so konnten wir die Zeit nutzen und mit unserem Mietwagen auch entlegenste Dörfer und entfernteste prähistorische Sites und sogar Museen zu besichtigen. Das alles zusammen rundet natürlich einen wunderschönen, traumhaften, einzigartigen, famosen,.... und leider schon wieder Vergangenheit seienden .... Urlaub ab...

Hier ein paar Impressionen von der Île de Beauté:

Touristin ca 2000 n. Chr.

prähistorische Stele ca. 2000 v. Chr.

die kleinen Häuschen am Balkon erweisen sich als hygienische Zubauten (WCs)

   Jedem Ort sein Kriegerdenkmal

und jeder Kirche ihre Marienstatue

Nuit bleue statt Nuit blanche (unglaublich blaue Nächte - kein Trick!)

  Bizarre Berglandschaften

und atemberaubende Ausblicke

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Wer mehr sehen will - hier gibts: Juttas Fotogalerie im Web
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  und dann auch noch gepflegte Biere .....                                    

zum Abschied... :-((

 

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Rédigé par Michi

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