Gestern war ich bei einem Konzert der besonderen Art im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Altermiminalisme" im Nef des Collège des Bernardins: Werke von Jakob Ullmann und Éliane Radigue wurden aufgeführt. Jakob Ullmann kannte ich nicht - seine Notenschriften sind sehenswert - gleichen eher Gemälden, und ich war erstaunt, welche Klänge traditionellen Instrumenten oder Teilen davon entlockt werden. Klavier, Oboe und Cello waren die Instrumente, vor allem die Dame am Klavier hatte ich im Blickfeld und die Momente, wo sie tatsächlich auf dem Klavier Akkorde spielte, waren gezählt. Einzelne Saiten, auf dem Klavier fixiert, wurden mit einem Bogen gestrichen, am Spielwerk und den Saiten wurden Töne erzeugt usw. Solo II - IV - V waren im Programm.
Hut ab für Jane Dickson am Klavier, Ellen Fallowfield am Cello und Dafne Vicente-Sandoval am Fagott. Übrigens gibt es Anknüpfungspunkte zu Österreich vor allem bei letzteren beiden...
Danach stand " Occam XIV " für Harfe und " Occam River XIV" für Harfe und Kontrabass von Éliane Radigue auf dem Programm. Ihretwegen bin ich zu dem Konzert gegangen - ich habe sie als Pionierin der musique concrète entdeckt, Ihre Synthisizer-Kompositionen und Werke der musique concrète sind mir unter die Haut gegangen - und als Frau in dieser Domäne ist sie einfach einzigartig. Sie war auch im Publikum und herzte die beiden MusikerInnen rührend nach dem Konzert. Denn seit wenigen Jahren hat sie sich der Zusammenarbeit mit Musikern zugewandt.
Wiederum war ich überrascht, wie man Harfe spielen kann: mit zwei Bogen, dann wurde etwas, das wie Cassettenbänder aussah, zum Erzeugen von Tönen verwendet. Leider war ich zu weit weg, um das genauer zu beäugen. War hoch zufrieden von diesem Klangerlebnis.
Hélène Breschand an der Harfe war großartig. Louis-Michel Marion spielte Kontrabass.
Den dritten Teil des Konzertes von BED alias Benoît Burello und Lina Lamont habe ich dann ausfallen lassen. Die Pause wollte partout nicht enden, es war schon 23h, ich müde und noch ein Heimweg einzuplanen. Aber Eliane Radigue und Jakob Ullmann waren schon sehr eindrucksvoll.