Publié le 4 Avril 2020

dank der Covid-19 Ausgangssperre habe ich nun endlich Zeit gefunden und das Video von der Generalprobe von "unmaking of" (eifrige LeserInnen erinnern sich gegebenenfalls noch an meinen Auftritt im Jänner 2020 im Rahmen des Festivals faits d'hiver im Espace Culturel Bertin Poirée) in youtube erstellt.

Der Link zu einer Version mit Auszügen der Performance

 

Der Link zu der Langversion:

 

(von dem Auftritt vor Publikum habe ich leider keinen Mitschnitt)

 

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Rédigé par Jutta

Publié dans #parisplages

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Publié le 2 Avril 2020

was seit ein paar Wochen in Europa und in der Welt passiert, hat man noch kaum zu meinen Lebzeiten erlebt.

Ein Kollege aus Mailand beschreibt seine Einkaufstour wie folgt: er stattet sich mit einem Klappsessel, Trinkflasche und Sandwich aus und begibt sich etwa 3 Stunden lang in die Warteschlange. Ist er endlich im Geschäft, sind viele Regale leer und Güter, die man bräuchte oder kaufen wollte ausverkauft, und man kann sich kreativ an dem bedienen, was noch da ist. Manche meinen, vegane Lebensmittel seien weniger schnell ausverkauft.

Warum kauft er nicht online? Weil die Online Shops der Supermärkte völlig überlastet sind und man auch dort in eine Warteschlange gereiht wird. Ähnliches berichtet ein Kollege in den UK - regelmäßig bricht die Webseite zusammen und das Aufgeben einer Bestellung hat ihn unlängst in etwa 2 Stunden gekostet.

Die Kollegin in Frankfurt berichtet ebenfalls von Warteschlangen vor den Geschäften. Leute in den Vororten oder am Land haben so scheint es noch etwas entspanntere Einkaufssituationen. Ich gehe etwa ein Mal pro Woche zum Einkaufen und hab diese jedenfalls bisher wie immer erledigen können.

Das Gesundheitssystem kollabiert in etlichen Ländern mehr und mehr. Frankreich inklusive. Vor allem in den Regionen mit höherer Zahl an Erkrankten wie im Osten Frankreichs nahe der deutschen Grenze, oder nun auch Île de France, sind die Beatmungsgeräte und Intensivbetten bei weitem nicht mehr ausreichend. Man liest davon, dass manche Personengruppen ab einer gewissen Altersgrenze schlichtweg nicht mehr bearbeitet werden, und diese Altersgrenze geht nach unten. Findige Menschen aus der Lombardei versuchen nun Tauchermasken zu Beatmungsgeräten umzufunktionieren.

Aber auch Medikamente und sonstiger Krankenhausbedarf sind zunehmend nicht mehr verfügbar. Von Schutzmasken einmal ganz abgesehen. Eine Situation und Zerreissprobe unfassbarer Natur.

Die Belastung für das Personal ist unvorstellbar. Und da diese Berufsgruppe extrem exponiert ist, zählt sie leider sehr oft selber zu den Betroffenen, sei es, dass sie erkrankt oder sogar am Virus verstorben sind.

In Paris fliegen normalerweise wenig Hubschrauber. Und wenn sie fliegen, bedeutet das mitunter nichts Gutes: die Hubschrauberflüge, als die Attentate waren oder gewalttätigen Demonstrationen, sind mir noch sehr präsent. Tour de France, Paris Marathon und 14. Juli bilden natürlich erfreuliche Ausnahmen. Dennoch breitet sich in mir eher ein unangenehmes Gefühl aus, wenn ich Hubschrauber höre. Was nun wieder vermehrt der Fall ist - etliche davon sind Krankentransporte, für die auch Militärhubschrauber eingesetzt werden, die Kranke in Provinzkrankenhauser transportieren, wo eventuell noch mehr Kapazitäten vorhanden sind und Patienten aufgenommen werden können. Allerdings wird die Epidemie in ein paar Tagen, vielleicht 2 oder 3 Wochen, auch in diesen Regionen verstärkt angekommen sein. Die Bevölkerung vor Ort wird dann auch medizinische Betreuung benötigen.

Man liest auch von Überstellungen in deutsche Krankenhäuser, oder sogar nach Salzburg, so las ich unlängst. 

Ein Bekannter von mir wohnt im 15. Arrondissement nahe eines Krankenhauses und beobachet diese laut seiner Facebook Postings mit entsprechender Beunruhigung.

Auch per Bahn werden die Kranken überstellt. Da der Personenbetrieb auf der Bahn quasi zum Stillstand gekommen ist, werden die Züge nun zu einer Art rollendem Lazaretten umfunktioniert.

Während meiner Ausgänge sehe ich immer wieder Rettungsauto mit Blaulicht durch die Stadt fahren, was sie zwar sonst auch tun, dennoch wirken diese ganz anders in der aktuellen Situation und prägen sich noch mehr ein als Sichtbarwerdung von Leiden, Krankheit, Tod, Urgenz, Entscheidung zwischen Leben und Tod, Ohnmacht angesichts der weltumspannenden Krise.

Die Wirtschaft bricht ein, und gleichzeitig hat sich längst der digitale Kapitalismus in Stellung gebracht, der Wirtschaft, Arbeitswelt, Gesellschaft und Sozialleben noch stärker und vielleicht sogar nun beschleunigt verändern und beeinflussen wird.

 

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Rédigé par Jutta

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Publié le 2 Avril 2020

wie so gut wie täglich in den letzten Tagen stelle ich den Wecker um 6h und gehe zu meinem einstündigen Ausgang in den Weiten meiner Wohumgebung, Weiten meint bis zu einem Umkreis von 1 km. Ich hab noch nicht die App installiert, die den erlaubten Radius ermittelt. Also ca. 1 km. Und ca. 1 Stunde. Man kann das Ausloten von Grenzen etwas üben...

Heute in der Früh wurde ich sogar zeitweilig von einer Patrouille der Vigipirate "begleitet", also die starteten ihren Rundgang bei der Mairie des 8. Arrondissements, an dem ich gerade vorbeikam. Eigenartig, wenn etwa 6 Personen in der üblichen Formation 2 vorne, 2 hinten und in der Mitte etwas aufgeteilt, schwer ausgerüstet und mit der Waffe in der Hand durch die Stadt gehen. Umso mehr, wenn die Stadt kaum belebt ist. Andererseits, der Teufel schläft nicht, wie man in Österreich so zu sagen pflegt.

Bedauerlich, dass es in Paris wieder so arg finster um diese Zeit ist. Aber diese Tagesanbrüche, hach! Ich muss sagen, wenn ich dann so gegen Ende meiner Wanderung am Parc de Monceau wie im Zoo durch den Parkzaun die frühlingshaften Bäume, Sträucher und Pflanzen anschaue, verspüre ich seit etwa zwei Tagen eine ganz arge Rührung, die mir sogar die Tränen in die Augen steigen lässt.

Da ich so wie die anderen nicht so arg weit ausschweifen kann und immer etwa zur gleichen Zeit unterwegs bin, begegne ich immer wieder Leuten, die mir inzwischen schon bekannt sind. Der Läufer mit seinem roten Shirt und der Maske unter das Kinn geschoben begegnet mir entweder rue de Monceau oder boulevard de Courcelles, die adrette Mittfünfzigerin, die ihre Runden um den Park geht. Der ältere Herr, der im sportlichen Outfit und energischem Armeinsatz schnellen Schrittes geht, die junge Frau im grauen Trainingsgewand, die beim Gehen Musik höre; der junge Mann beim Workout Avenue van Dyck, der mit seinen üblichen Sportbuddys per Smartphone kommuniziert, die Radfahrerin mit weisser Jacke und weissem Fahrradhelm, die ihr Gesicht so gut wie möglich mit Brille, Schal und Tuch verhüllt, die Müllmänner, die Frau; die ihrem wie sie meint depressiven Hund Balli wirft (er bekommt Medikamente, und ich frage mich, ob das etwa eine Projektion von Frauerl auf den Hund ist?), eine sehr schlanke, große, mysteriöse Frau, die im Morgengrauen in einem an die 60er Jahre erinnernden Stil in Schuhen mit Bleistiftabsätzen (jedenfalls hören sie sich auf dem Asphalt so an, ich sehe sie immer etwas aus Distanz auf der anderen Straßenseite) von rue Monceau kommend Boulevard Malesherbes hinaufläuft, als wollte sie nicht gesehen oder erkannt werden; die Verkäuferin in der Bäckerei, bei der ich mein Croissant etc. einkaufe, die Angestellten in der Fleischerei, die ich im Vorbeigehen sehe...

Wer mag, kann ein paar meiner Fotos, die ich auf den Streifzuegen mache, auf Flickr sehen. Ich mache ueberraschend und unglaublich viele Fotos, manche sind oeffentlich gestellt.

https://www.flickr.com/photos/168130494@N04/

Mein Arbeitgeber hat gestern ein Mail an alle geschickt mit Betreff "covid-19 wellbeing resources" - Ratschlägen etwa für - wellbeing Tipps für die Telearbeit, wie diese Situation auch psychisch gut überstehen? wie Work Life Balance vor allem in dieser speziellen Situation wahren? Links zu Meditation. Ich finde das schon bemerkenswert. Etliches habe ich ohnehin in meinen Ablauf integriert, neue Anregungen probiere ich gerne aus und so nehme ich für mich selber nehme auch etliches mit. Das Material ist umfangreich, ich hab noch nicht alles erkundet...

 

 

 

 

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Rédigé par Jutta

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