wie in einem früheren Blogbeitrag erwähnt, hat Michi zu einer Sonderausgabe des ganz privaten Fotomarathon aufgerufen. Die Themen Isolation, Hygiene und Distanz galt es fotografisch, und wer wollte textlich, zu interpretieren. Da die Kreativität mancher TeilnehmerInnen der Gruppe Fotomarathon in videastischer Form und im Nachstellen von Gemälden die gesamte Energie konsumiert hat - wahrlich meisterlich und genial. GDPR und Urheberrecht Rechnung tragend kann ich davon ausschließlich verbal, jedoch nicht audiovisuell schwärmen. So blieben Michi und ich als TeilnehmerInnen der Covid-19 Ausgabe. Und wir teilen uns die Gewinne schwesterlich. Also Seife und Klopapierrolle scheine ich gewonnen zu haben. Die Nudeln teilen wir uns. Und das Coronabier geht an die Nichtteilnehmerinnen mit Hang zur audiovisuellen Kunst.
Was ich denn so eingereicht habe, darf ich hier nun teilen. Urheberrechtlich gilt das für Michis Beiträge nicht, so bleiben euch jedenfalls hier Isolierpullover für die Weinflasche, Metermaß mit Messmeistern Rosie und Ringo und der Rosie / Ringo Striegelhaarball optisch vorenthalten.
Ich beginne mit HYGIENE in Text und Bild:
Ich weiß nicht, wie oft am Tag ich mir derzeit die Hände wasche. Die Haut ist schon völlig ausgetrocknet und spannt. Türgriffe, Türblätter, Lichtschalter, sogar Schlüssel wische ich immer wieder ab. Die Kleidung, die ich draußen trage, bleibt möglichst im Vorzimmer. Im Hausflur vor der Wohnungstüre traue ich mich dann doch nicht sie zu lassen, obwohl das sogar noch empfehlenswerter sein soll, so manche Experten. Seit Donnerstag habe ich ein Handgel im Hause. Dieser Artikel, den ich an sich eher selten benutze – ich hab mir vor Jahren ein kleines Flascherl für Reisen gekauft, und immer vergessen, dass ich es verwenden könnte – erlaubt es die Hände zu reinigen, selbst wenn gerade Wasser und Seife nicht vorhanden sind. Die Gels waren wochenlang ausverkauft, nun haben etliche Apotheken Nachschub bekommen. Manche Parfum- und Kosmetikhersteller haben sogar ihre Produktionslinien umgestellt, und produzieren nun hydroalkolisches Gel statt Duftwasser.
Masken sind sowieso ausverkauft und werden an Normalsterbliche ohne Symptome gar nicht ausgegeben, da nicht einmal für medizinisches Personal ausreichend Masken verfügbar sind.
Überall in der Stadt, in den Häusern, in den Büros und Geschäften hängen Plakate, Zettel, zeigen es die Werbeflächen: mindestens 1 m, besser 2 m Abstand von anderen Personen halten, in die Armbeuge niesen, Papiertaschentücher verwenden und sofort nach Gebrauch wegwerfen, sich nicht im Gesicht anfassen (vor allem nicht Augen, Nase und Mund), Hände mehrmals täglich mindestens 20 – 30 Sekunden mit Seife waschen. Es gibt Anleitungen auch auf youtube, wie man das am besten und sorgfältig tut, um möglichst die gesamte Oberfläche der Hand inklusive aller Finger und Fingerzwischenräume zu rubbeln, man kann dazu beispielsweise „una mattina mi sono svegliato … Bella Ciao“, oder ein anderes Liedchen trällern, das in etwa die geeignete Dauer plus den Rhythmus oder Groove hat.
Nun geht man einen Schritt weiter und weist darauf hin, dass Viren natürlich auf Oberflächen, je nach deren Beschaffenheit und Umgebung, eine gewisse Zeit infektiös bleiben. Also empfiehlt man nun auch Einkäufe möglichst „abliegen“ zu lassen ehe man sie wegräumt, Einkaufstaschen lieber vor der Türe zu belassen und nicht gleich auszuräumen, Hände waschen, nachdem man die Verpackungen angefasst hat, Salat mit Essigwasser waschen, Obst schälen oder zumindest mit Essig oder ähnlichem waschen. Brot ein paar Minuten auf an die 70 Grad erhitzen, ehe man es verzehrt…
Das ist der Hund an all diesen, mit freiem Auge nicht sichtbaren Phänomenen, die den Menschen zusetzen: Viren, Bakterien, Radioaktivität …
Hoffen wir, dass es dazu beiträgt, die Verbreitungskette des Coronavirus in absehbarer Zeit zu unterbrechen.
Jutta
Paris, 28. März 2020