Publié le 25 Septembre 2006
So meine Lieben - nachdem mir der Browser jetzt abgestürzt ist, fange ich eben noch mal an /grrrr/.
Während Jutta noch durch die Normandie reist bin ich wieder in der Pariser Realität angekommen und arbeite brav vor mich hin - daneben erledigen sich aber auch private Dinge - der Umzug ist fixiert - die Wohnung erstrahlt weiss ausgemalt und am Freitag gibts die große Übergabe der Schlüssel etc.
Erfreulicherweise sind jetzt doch ein Kühlschrank und ein Geschirrspüler vorhanden und ich bin erneut entzückt von unserem künftigen Salle de sejour (Wohnzimmer).
Aber eigentlich wollte ich euch von unserem Ausflug in die Normandie erzählen - also los gehts:
Am Samstag früh sind wir also gemeinsam mit halb Paris mit dem Zug in den sogenannten 21. Bezirk von Paris gereist - Deauville-Trouville (auch Dosville, da eigentlich nur eine zusammengewachsene Stadt) ist seit den 20er Jahren DER Ausflugs- und Badeort der Pariser - und wer es sich leisten kann hat zusätzlich zu seinem Pariser Loft auch dort eine kleine Villa am Strand. Da wir keine haben und vor allem weil wir ja das ECHTE Zuckerstückerl der Normandie besichtigen wollten, sind wir gleich mit dem Bus Vert (der Calvados Linie von Caen nach Le Havre) weiter nach HONFLEUR gefahren - und das hat sich wirklich gelohnt.

Honfleur ist zwar kitschig und lieblich und touristisch und überlaufen - aber einfach sehenswert - ein Städtchen das einen Tages- bzw Wochenendausflug wirklich wert ist - auch wenn es nicht mit kilometerlangem Sandstrand (wie Deauville-Trouville) aufwarten kann.
Ein einzigartiger pittoresker Hafen ist das Herzstück der Stadt - und rundherum tun sich richtige Berge (!) auf (100m) von denen aus man auch einen wunderbaren Überblick über die Stadt hat.
Anfangs waren wir ja gleich ein wenig entmutigt - die Massen haben sich durch die Straßen gedrängt und als wir bei der Touri-Info nach einer Bleibe fragten wurde uns gleich mal mitgeteilt, dass die gesamte Region bis aufs allerletzte Bett ausgebucht ist. Das war's dann also mit Honfleur .. nix gesehen und schon vorbei. Wir haben gleich mal telefonisch in Le Havre nachgefragt, um dort wenigstens was für die Nacht zu finden - aber so richtig erfreut hat uns das auch nicht, zumal eine Besichtigung von Honfleur wenigstens für den Nachmittag an Vigipirate zu scheitern drohte. Der nationale Terrorbekämpfungsplan sieht nämlich vor, dass es keinerlei Gepäcksaufbewahrung an Bahn- und Busbahnhöfen mehr gibt - und Jutta mit ihrem Rucksack für eine Woche hätte sich ganz schön abgeschleppt durch die engen Gassen.
Entmutigt sind wir doch noch am Busbahnhof - am Weg nach Le Havre sozusagen - in ein Hotel gegangen und haben uns dumm gestellt - und siehe da - ein Kämmerchen war frei, weil grad jemand frühzeitig abgereist ist - JUHUUUUU!
Das Wochenende war somit gerettet - und Honfleur ist sooooo nett!!!
Zuerst mal was für den Magen - Moules Frites natürlich - was sonst! Kulinarisch wurde das Wochenende sehr intensiv - mit vielen Austern und Muscheln und Rochen und Calvados und Cidre - immerhin waren wir ja im Lande des Mostobstes :-D
Selbstverständlich haben wir aber auch die kulturellen Genüsse nicht zu kurz kommen lassen - Honfleur war nämlich auch große Inspiration für Impressionisten und Geburtsort des biographisch nicht uninteressanten und musikalisch aus unserer Sicht sehr wertvollen Herrn Erik SATIE, der aus Honfleur stammt und dem auch ein recht gut gemachtes und amüsantes Museum gewidmet ist.
Der Strand von Honfleur ist, wie gesagt, kein wirkliches Kleinod - man blickt auf die Raffinerien von Le Havre und das braune Wasser von der sich ergießenden Seine-Mündung lädt auch nicht wirklich zum Baden ein - dafür gibt es aber einen genial angelegten Garten, der den mit Honfleur verbundenen Persönlichkeiten gewidmet ist - und das Flanieren macht Spaß.
Nun aber genug des Schwärmens - denn Sonntag nachmittag gings weiter retour nach Deauville-Trouville, das man ja auch mal gesehen haben muss. Das Wetter war zwar nicht mehr so fantastisch blieb uns aber noch hold (während es in Paris schon schüttete).

Wie nicht wirklich anders zu erwarten war dort die Hölle los - in jeder Hinsicht. Zwischen snobistischem Geldadel und entertainment-suchendem Jungvolk bahnt man sich durch Spielhöllen und Beislpromenaden. Der Strand ist dafür aber wirklich ansehnlich - mit einer elendslangen Strandpromenade direkt im Sand (Holz) und einem genialen Blick auf die herrlichsten Villen von Trouville (das nicht gar so übel verbaut ist wie Deauville) - das hat schon der Herr Monet so gesehen offenbar.
Wir haben also vor allem unser kulinarisches Programm weiter durchgezogen und haben ein kleines Hotel für Jutta gefunden (das ich persönlich recht urig und nett fand). - war nicht so schwierig denn am Sonntag abend ist der Ort plötzlich quasi menschenleer.
Und auch ich bin also gegen 21 Uhr mit dem letzten Direktzug nach Paris abgereist - und widme mich jetzt wieder profaneren Dingen - und hab vor allem heute noch nix im Magen, weshalb ich jetzt wirklich dringend von dannen ziehen muss...
Jutta erwarte ich spätestens Do abend zurück - da sind dann unsere Sachen hier bereits gepackt und am Freitag 11 Uhr gibts "Schlüsselübergabe" und dann wird Wohnung geputzt und von der Botschaft rüber übersiedelt. Da der Spediteur aber erst ab Samstag früh 8 Uhr liefern kann, werden wir noch eine Nacht hier verbringen und ab Samstag sind wir endgültig drüben (und werden hoffentlich unser ganzes Zeug dort auch irgendwie unterbringen.)
Zur Abendlektüre gibt es heute IKEA-Katalog!
Also dann - Mahlzeit - bis demnächst
Michi