Publié le 3 Janvier 2016

Frohes neues Jahr!

2016 schreiben wir nun für die nächsten 12 Monate.

Prosit Neujahr - Gesundheit, Glück und Freude wünsche ich euch allen!

Der Prater feiert heuer 250. Geburtstag, dessen Wahrzeichen darf das Jahr einleiten.

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Rédigé par Jutta

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Publié le 21 Décembre 2015

wär Alain Jouffroy nicht gestern gestorben, wäre auf France Culture vielleicht nicht die 2013 aufgezeichnete Sendung mit dem Poeten/Kunstkritiker/Bildhauer/Essayisten/Romancier auf facebook in Erinnerung gerufen worden, hätt' ich wohl weiterhin gar nichts von Alain Jouffroy gewusst.

So habe ich schon einmal einen ersten Schritt getan und habe mir die Sendung angehört. Sehr Interessant!

Sich in die Lektüre stürzen wird Schritt zwei, muss noch stöbern, was mich besonders für den Einstieg anspricht.

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Rédigé par Jutta

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Publié le 19 Décembre 2015

diese Woche bot sich mir die Gelegenheit wieder einmal die Vielfalt von Paris zu erleben.

Über das übliche dodo im 17. und boulot im 8. hinaus.

Dienstag früh hatte ich Termin in der Clinique Floréal in Bagnolet. Les Lilas und Bagnolet sind, tja poluläre Kommunen in der île de France mit recht durchmischter Bevölkerungsstruktur mit unterschiedlichsten Wurzeln. Nachdem die Chirurgin das Röntgenbild und meinen Knöchel zufrieden kommentiert hatte - mich haben ja die noch deutlich sichtbaren Löcher im Knochen von den Schraubstellen eher amüsiert - und mir den Sanktus gegeben hat, dass ich wieder meine Tanzaktvititäten aufnehmen kann, und mir bonne continuation gewünscht hat, fuhr ich nach Belleville.

Dort war gerade Markttag, und die überwiegend arabischen Händler und Verkäuft boten in orientalischer Manier Obst und Gemüse und so weiter wortreich an. Wie die Leut sich dort begegnen und kommunizieren schafft ein ganz spezielles Flair.

Dann hab ich mich ins "Cannibale" rue de Timbaud gesetzt, und hab bei Leonhard Cohen Musik im Ohr einen Café Crème mit Blick auf das Straßentreiben genossen.

Ehe es wieder in den 8e Arrondissement ging. Aber diesmal nicht in die Arbeit, sondern nach Korea: im Rahmen des Französisch-Koreanischen Jahres werden im Musée Cernuschi Werke zeitgenössischer koreanischer Künstler ausgestellt. Das ist eine relativ kleine aber unglaublich feine Ausstellung.

Matthias traf ich Mittwoch nicht wie geplant im Centre Pompidou - die Öffnungszeiten waren nicht kompatibel mit den Arbeitszeiten - sondern im Palais de Tokyo. Die Ausstellung des Isländers Ragnar Kjartansson hat mich eher wenig angesprochen. Eine andere Ausstellung im Untergeschoss von jungen Künstlern war auch eher - naja. Zum Glück gibt es die John Giorno Ausstellung von Ugo Rondinone, die man sich gut und gerne ein zweites Mal anschauen kann. Ein ganz nettes Lokal mit italienischer Küche im 16., frequentiert von jungen Menschen, Senioren und so fast 50ern wie wir es sind, stellte sicher, dass wir noch etwas auf die Rippen bekamen.

Gestern abend war im Théâtre Lucernaire, ein wahrhaft lebendiger Ort der Kunst und eine Institution in Paris 6e, wie mir Ghislaine verriet. Im Saal "Le Paradis", am Juchhe des Theaters, sahen wir das phänomenale Einpersonenstück "Les Visages et les Corps" von Patrice Chéreau mit Philippe Calvario.

Heute war ich im russischen Kultur- und Wissenschaftszentrum im 16., um mich wegen einer Raummiete für eine Veranstaltung von Tacuabé zu erkundigen. Ich durfte in den festlichen Veranstaltungssaal, wo gerade das Musikschulweihnachtskonzert im Gange war. Ein Hôtel Particulier im 16. hat ja an sich schon äußerlich oft ein recht prunkvolles Erscheinungsbild. Aber erst innen! Ich habe mich nicht getraut Fotos zu machen. Kristalluster und Bodenmosaike und ein gold-rot geschmückter Weihnachtsbaum und vergoldete Stuckverzierung etc. Gleich vorweg - ich war nicht wegen dieses Saales vorstellig geworden, sondern wegen des Kinosaales, der eine kleine Bühne hat. Der war allerdings heute geschlossen.

Sozusagen wieder retour aus Russland im 16. Arrondissement von der Sorte extremst gespitzt - gehobene Klasse spazierte ich durch Straßen wo ich so gut wie nie einen Fuß hinsetze. Und just dort hat sich dann in einem sehr geräumigen Plexiglastiefgaragenkassenunterstandshüttchen jemand einquartiert und seine "Wohnung eingerichtet". Gleich neben den Boutiquen, wo bei 50% Ermäßigung eine Jäckchen noch immer über 500 EUR kostet.

Dann weiter durch den 16. führte mich mein Spaziergang in die Kirche Saint Pierre de Chaillot. Die Kirche wurde 1938 ihrem Zweck übergeben, ist von dem damaligen Baustil kombiniert mit Wandbemalung und Stilelementen, die an romanische Kirchen erinnern, geprägt. Ein Organist hat gerade gespielt, und ich kann euch sagen, das war ein wahrer Genuss, dem zuzuhören. Es waren recht moderne Orgelwerke, die in dem Kirchenraum einfach zu genial geklungen haben.

Ich mein kein Gott braucht eine Kirche. Entweder weil es keinen Gott gibt, und wenn es doch einen geben sollte, dann ist der überall und braucht kein Haus. Aber diese menschengemachten Kirchenräume haben durchaus ihren Nutzen und etwas Anziehendes. Sie haben eine Dimension, die für die Anzahl der anwesenden Menschen üblicherweise viele Nummern zu groß ist. Dafür werden sie meinem Drang nach Einkehr, Stille und nach good vibes Gedanken an friends und family gerichtet durchaus gerecht. Oftmals sind sie auch architektonisch-künstlerisch durchaus interessant.

Nach dem Orgelkonzert wanderte ich weiter quer über die Champs Elysées und retour in den 17.

Um am Abend den 19. - La Villette - auszukundschaften. Mehr dunkelhäutige Bevölkerungsgruppen tummeln sich dort. Die Esplanade vor der Grande Halle wird immer gerne für ein Picknick und ein wenig Party genutzt.

Das physical theatre Stück "John" von DV8 hat mich in eine britische eher prekäre Gesellschaftsschicht entführt, in dem der Protagonist nach Drogen- und Alkoholabhängigeit und kriminellen Erfahrungen nach der Entlassung aus dem Gefängnis die Gay Saunas für sich entdeckt.

Meiner Vermutung nach kannte ein Gutteil des Publikums Gay Saunas von innen.

Ja, und nun bin ich wieder im 17. Wo mein Nachbar ein neues Game hat, bei dem es wohl der Geräuschkulisse nach zu schließen darum geht, möglichst viele in möglichst kurzer Zeit niederzumetzeln mit irgendwelchen Schusswaffen. Da war mir das fast rund um die Uhr Autorennenspiel noch lieber. Was treibt einen, Tage und Nächte in Zeiten wie diesen, wo gerade 130 Leute bei Attentaten ums Leben gekommen sind, und man nicht sicher ist, ob einen nicht doch auch eine Kugel irgendwo ereilt, sich so die Zeit zu vertreiben. Das trifft bei mir noch mehr als sonst auf völliges Unverständnis.

6 à 19
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Rédigé par Jutta

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