Was für eine wunderbare Entdeckung, dass meine Reiselust wieder auflebt!
Mit Ursula hatte ich schon länger ein langes Wochenende in Cinque Terre und Genua geplant, das uns am 27. April seinen Anfang nahm. Ursula war mit dem Nachtzug nach Genua gekommen, ich war in der Früh in Paris nach Turin aufgebrochen, und dann nach dem Bahnhofwechsel ging es weiter nach Genua. Der Zug war ein wenig verspätet, deshalb war es ein wenig knapp für den Anschlusszug nach Levanto. Ursula hatte schon die Fahrkarten gekauft und scharrte in den Startlöchern auf dem Bahnsteig. Alles ging sich perfekt aus, und wir kamen am späteren Nachmittag in Levanto ein, wo wir 10 Minuten entfernt vom Bahnhof Richtung Meer unser Quartier hatten. Unser Vermieter Fabio hatte sehr viele gute Tipps für uns, sowohl Lokale, Wanderungen als auch praktische Hinweise.
Wir stellten bei den Besuchen der Cinque Terre Ortschaften tags darauf fest, dass schon ganz schön viele Besucher da waren. Wir waren von Monterosso über Vernazza nach Corniglia zu Fuß gegangen. Die anderen Ortschaften erreichten wir mit der Bahn, dank der die Besucherströme auf öffentliche Verkehrsmittel gelenkt werden. Von den Wanderwegen hat man herrliche Ausblicke auf die Ortschaften, das Meer und die umliegende Landschaft. Ähnlich der Weinbergterrassen in der Wachau wurden in Cinque Terre Terrassen in das Gelände gebaut, die für Weinbau und Obstgärten genutzt werden. Eine vom Menschen überformte Landschaft, die zum Weltkulturerbe erhoben wurde. Was das Interesse der Besucher aus allen Teilen der Welt zu wecken scheint. Auf den Wanderwegen waren wir weniger dicht an dicht unterwegs. Die Wanderwege sind auf diesem Abschnitt übrigens kostenpflichtig. Mit einem Cinque Terre Pass kann man so oft die Bahn nehmen, wie man möchte, die Weggebühren sind inkludiert, und noch andere Services. Den Pass gibt es für 1 oder mehrere Tage.
Tags darauf fuhren wir mit der Bahn nach Riomaggiore und wanderten quasi alleine nach Porto Venere. Eine sehr lohnende Wanderung zu einem sehr netten Ort mit Festung. Cinque Terre lag in der Zone, um die durchaus zwischen Genua und Venedig gestritten wurde.
Die Ausblicke auf der Wanderung haben uns sehr gut gefallen, ab und an sieht man La Spezia, dann wieder den langgestreckten Rücken, an dessen Ende sich Porto Venere befindet. Mit der Bahn ist man fast durchgängig im Tunnel unterwegs. Die zahlreichen Wandermöglichkeiten sind daher eine sehr gute Möglichkeit, die Landschaft zu erkunden.
Am Abreisetag gingen wir von Levanto nach Bonassola, bis zur Cappella della Madonnina della Punta. Den Hinweg verlief an der ehemaligen Eisenbahnstrecke und insofern viel in Tunneln. Retour gingen wir über die Höhe. Das Gepäck hatten wir im Quartier gelassen. Unser Vermieter war so nett und brachte uns mit dem Auto zum Bahnhof, er fuhr dann weiter zu seiner Mama, und überreichte uns zum Abschluss eine selbst gemachten Lemoncino aus Zitronen aus Eigenbau.
In Genua wohnten wir in einem sehr schönen Quartier, einer alten genuesischen Wohnung, mit Terrazzoböden mit floralen Mustern und Holzmöbeln. Genuas Altstadt sei die größte Italiens. Ursula meldete angesichts von Venedig Zweifel an, allerdings wissen wir nicht, wie Altstadt in dem Fall definiert ist. Genua hat uns gut gefallen, dank der Standseilbahn hatten wir den Ausblick von oben auf die Stadt genossen. Am 1. Mai war der öffentliche Verkehr am Vormittag eingeschränkt, was unseren Ausflug zu einem Wohnbau auf den Hügeln von Genua vereitelte. Ursula fuhr am Nachmittag doch noch mit dem Bus hin, oder eher vorbei, um rechtzeitig beim Nachtzug nach Wien zu sein. Ich war inzwischen unterwegs nach Turin, wo ich tags darauf noch ein paar Stunden verbrachte, ehe es nach Paris zurückging.
Diese gemeinsame Reise mit Ursula hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht erkunden wir bei anderer Gelegenheit die Strecke zwischen Genua und der französischen Grenze.
Die Bahnstrecke von Paris nach Turin führt im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Italien durch die Berge, was mich an die Arlbergstrecke erinnert hat.
Von Turin war ich hin und weg. Eine sehr lebendige und schöne Stadt. Man spürt die gemeinsame österreichische Geschichte ein wenig.
Nach zwei Arbeitstagen und der Ankündigung der Umorganisation in den Knochen beschloss ich spontan nach Wien zu reisen zum Workshop von Joan Laage und dann weiter nach Emmersdorf.
Ich verbrachte ein wenig Zeit mit Simone in Wien, inklusive Spaziergang im Prater mit Schildkröten- und Äskulapnattersichtung. Der Workshop war sehr interessant.
In Emmersdorf unternahmen wir Ausflüge nach Sonntagberg, Uli und ich fuhren mit dem Schiff nach Krems und spazierten durch Stein und Krems. Sogar bei dem Yogakurs in der Hauptschule Emmersdorf war ich mit.
Mit reichhaltigen Eindrücken und der Erinnerung an die gemeinsam verbrachte Zeit in sehr reichhaltiges Programm mit vielen Erlebnissen und froh ein wenig Zeit mit meiner Familie verbracht zu haben, kehrte ich nach Paris retour. Gleich am nächsten Tag ging es ins Büro, denn der Konzernchef war zu Besuch. Er hat allerdings wegen der Umorganisation keine weiteren Details verlauten lassen. Es ist also Geduld angesagt, zumindest bis Anfang Juni.