Potsdam und Babelsberg sind mit in verschiedenen Abschnitten der Geschichte beschriebenes Pergamentpapier. Brigitte hatte das Treffen von mir mit Joachim eingefädelt. Joachim und ich haben uns einen Treffpunkt bei der Schnellbahnstation Babelsberg vereinbart, am Ende des Zuges. Wir gingen zunächst ausführlich Frühstücken, ehe wir zu einem Spaziergang zu dem Berliner Mauerweg in Babelsberg, der Villenkolonie in Babelsberg bis nach Potsdam aufmachten.
Grenzstreitigkeiten, die manche veranlassen, ihren Garten wie ursprünglich bis zum Ufer zu nutzen. Nach der Restitution führte der öffentliche Fußweg am Ufer entlang auf diesen Grundstücken. Heute ist zwar die Berliner Mauer weg, aber man steht plötzlich vor einer Mauer am Seeweg und muss auf der Straße oberhalb der Häuser am Ufer gehen.
Blick auf die Glienicker Brücke, wo die US und Sowjetspione ausgetauscht wurden.
Blick auf die ehemalige juridische Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften der DDR sozusagen mit Campus im Park Babelsberg.
Schloss Babelsberg.
Wir hatten einen Besuch im Museum Barberini geplant, wo gerade die Entwicklung von Van Gogh anhand von 27 Stillleben beschrieben wird.
Das Zentrum von Potsdam war 1945 bei einem Luftangriff stark beschädigt worden, und teilweise abgerissen. So auch das Palais Barberini. Es wurde nach den Plänen des Baus aus dem 18. Jahrhundert, der von dem Palazzo Barberini in Rom inspiriert war, wieder aufgebaut und beherbergt seit 2017 das Museum Barberini.
Joachim bot mir an, noch gemeinsam am Abend essen zu gehen. Er hatte einen Tisch für drei bestellt, da ja Brigitte an sich auch da sein wollte. So dinierten wir bei Charlotte vorzüglich zu zweit. Erst nach Mitternacht kam ich in mein Quartier.
Am Samstag erkundete ich Hackescher Markt, Alexander Platz, Topographie des Terrors, Martin Gropius. Es war viel Polizei unterwegs wegen entlicher Demonstrationen und wegen des Fußballspiels Hertha BSC gegen Union Berlin, das Union Berlin 1:0 gewann.
Am Abend hatte ich Rendez-vous mit Brigitte, die tatsächlich am Samstag noch nach Berlin gekommen war, und Joachim, zu einem Tanztheater im Radialsystem. Sehr spannender Abend! Auf dem Programm standen UM:LAUT, eine Zusammenarbeit von Hauschka alias Volker Bertelmann am präparierten Piane, und dem Tänzer Edivaldo Ernesto.
Der dann auch länger wurde. Wir kehrten abschließend noch im Gainsbourg am Savignyplatz ein.
Tags darauf erkundete ich die Gegend um den Nordbahnhof, der in der DDR Zeit gesperrt war. Zwischen diesem und der U-Bahnstation Bernauer Straße befindet sich die Gedenkstätte Berliner Mauer. Ebenfalls ein sehr besuchenswerter und aufwühlender Ort.
Ich fuhr noch zu Friedrichstraße, Tränenpalast und ging die Spree entlang bis zum Regierungsviertel und dem Reichstagsgebäude. Ging noch zu dem Denkmal für die ermordeten Juden in Europa, weiter bis Potsdamer Platz.
Ich musste gegen 15h mein Gepäck von dem Hotel abholen und zum Flughafen Tegel fahren, wo der Flieger diesmal pünktlich abhob. Dann war allerdings keine RER B in Roissy, sondern man wurde mit einem Shuttlebus bis Mitry gebracht, von wo die RER in die Stadt fuhr.