Rien à raconter

Publié le 15 Août 2007

Kein Text, kein Bild, es ist zum Weinen
drum muss ich heut für euch was reimen.

Die Arbeit ist hier täglich dicht
einen Dienstwagen soll ich auch noch kaufen
oft sitz ich bis der Tag abbricht
im Konsulat ist's nur zum Haare raufen

Zum Glück ist privat doch alles in Butter
die Stadt ist ruhig, das Wetter mies
und dummerweise im Ausland die Jutta
das find ich am Feiertag besonders fies

Die Jutta ist von Arbeit beflügelt
und windet sich durch die Welt der Finanzen
die Wäsche daheim ist noch nicht gebügelt
was typisch ist im Haus von Emanzen

Sie ist in Deutschland dieser Tage
Und lernt dort worum es geht beim Geld
Wie es ihr geht weiss ich nur vage
Solange sie nur nicht dem Wahn verfällt

Dass Geld allein nur glücklich macht
Doch eigentlich bin ich hier ohne Sorgen
In der Freizeit entfaltet sich des Lebens Pracht
Die Arbeit kann meistens warten bis morgen
 
Ich kann immer nur sagen, es ist evident
Ich liebe Frankreich, ich steh auf Paris
Und wollen’s mich versetzen, ich wird renitent
Dass wir bleiben wollen ist keine surprise

Seit Wochen gibt’s in Paris keine Sonne
bei Regen macht der Sport keinen Spaß
drum schau ich schon aus wie eine Tonne
denn Essen in Frankreich ist nicht nur Fraß

Das Schönste an der Stadt, sie wird nie alltäglich 
Und bunt sind die Straßen, die Menschen, die Leute
Ödnis, Routine sucht man hier vergeblich
Man lebt für das Jetzt, das Hier und das Heute

La France, c’était toujours la patrie
Même si la langue est trop difficile
De rester longtemps est notre envie
Nous avons parfaitement réussi 

Die Berge sind fern, der einzige Mangel
Doch landschaftlich gibt es sehr viel zu entdecken
Es stört in der Stadt kaum das U-Bahn-Gerangel
Warum also Flüge ins Ausland checken?

Ich hab jetzt auch neue Wanderschuhe
und Helm und Set für den Klettersteig
die Schuh liegen unbenutzt in der Truhe
vielleicht bin zum Klettern in schon zu feig?

So kann man das bestimmt nicht sagen
es mangelt ja nur an Gelegenheit
der Fels, er ruft, ich werd es wagen
im Oktober naht unsere Urlaubszeit

Wir kennen Pays Basques, Normandie und Provence
Es fehlen die Alpen, die Bretagne und Burgund
Auch Nizza reizt trotz der décadence
Zum vorzeitigen Abbruch gibt’s keinen Grund

 Und unser Quartier, es ist kaum zu beschreiben
Ist belebt von Völkern aller Kontinente
Oft nervt es auch, das nächtliche Treiben
Unsere Straße ist eine doch recht frequente

Wir lieben es einfach, das bunte Treiben
Man findet hier alles, Brot, Fleisch, Käse, Fisch
Wozu sich ärgern wenn’s vor die Tür uns speiben
Bei uns kommt nur frisches Brot auf den Tisch

Paris, sagen alle, ist doch recht gefährlich
Doch nirgends ist’s anders in den Städten, den großen
Gefüllte Touristentaschen sind immer begehrlich
Und erwürgt wird hier selten wer mit den Händen, den bloßen

Wir haben ein Jahr schon recht gut hier verbracht
Und eigentliche sollten wir das feiern
Wir fürchten uns weder bei Tag noch bei Nacht
Paris ist so lässig, wir müssen’s beteuern
 
Wir sind auch gesegnet mit vielen Besuchen
Ganz selten kommt einmal niemand vorbei
Drum muss man bei uns im Voraus buchen
Und fragen „ist noch ein Termin bei euch frei
 
Das klingt jetzt harsch, wir freun uns über Gäste
Und nur die, die kommen können verstehn
Drum sind wir ausgebucht bis zum Nationalfeiertagsfeste
Und können hier so schnell nicht weggehn
 
Ich wünschte wirklich, ich könnte vermitteln
Was Frankreich für uns ist, warum wir es lieben
Im Alltag gibt’s allzu viel zu bekritteln
Vielleicht sind wir nur frankophil getrieben

Doch Paris ist einfach der Traum unsres Lebens
Und keine Sekunde haben wir bisher bereut
Die Mühsal im Staatsdienst war doch nicht vergebens
Emotional sind wir hier schon ganz schön vertäut
 
Vielleicht liegt’s daran, dass man jung sich fühlt
Ob dreißig, vierzig, sechzig ist völlig egal
Die Leute hier sind nicht unterkühlt
Sie treffen sich alle im gleichen Lokal

Ich hör jetzt auf mit der Lobhudelei
Obwohl mir selten die Worte fehlen
Die Alternative wär nur Suderei
Will euch jedoch die Zeit nicht stehlen

Empfehlung gibt’s von mir nur eine
Kommt nach Paris, der Stadt an der Seine!


Inspiré par Monte Christo, un cocktail français insupportable

Rédigé par Michi

Publié dans #parisplages

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