Florence
Publié le 16 Juillet 2009
Nein, von wegen eine Reise zu den Uffizien - eher uff... und die Medici darf man auch nicht mit Medizin verwechseln...
Florence, werde ich von einem kundigen Freund oft genannt, in Anspielung an die gute Nightingale,

und so kam es, dass ich mich dieser Tage weniger mit Konsulargebühren, Fingerprints, Unterstützungsdarlehen oder sonstigen ebenso verdienstkreuzverdächtigen Tasks herumschlage, sondern meine Tage damit verbringe zu recherchieren, was ein digitales Thermometer dem klassischen Quecksilber voraus hat bzw warum die einander so oft widersprechen...

und regelmäßig die erhöhte Körpertemperatur überprüfe und wunderschöne Fieberkurven zeichne...
(die nicht wirklich so aussehen wie diese hier, sondern viel flacher und unspektakulärer, wenngleich doch den Alltagselan schwer lähmend... und offenbar nicht schweinegrippal bedingt oder von sonst einer dieser Modekrankheiten stammend)
Und das alles nicht nur wegen selbstaufopfernden Pflegesinns, wie mein Vorbild Florence (die übrigens in hohem Alter einem natürlichen Tode erlegen sein dürfte, lieber Christoph), mit der ich doch viel gemeinsam habe - bis auf die mathematisch-statistische Begabung ... aber auch sie, the lady with the lamp, hat sich mit Contagious Diseases beschäftigt... sondern aufgrund einer mysteriösen Überschneidung zweier Fieberkurven, die sich plötzlich recht ähnlich darstellen und das just am Schnittpunkt zwischen Pariser und Wiener Paralleluniversum, also als ich mich grad pflegenwollend von der Oberkampf in den Neubau deplaziert hatte ... (bloß meinereiner war nicht vorher in China oder Senegal oder weiss der Fieberteufel wo böse Parasiten ihr Unwesen treiben)...
Ich wühle mich recherchierend virtuell durch Immunglobuline, Toxoplasmen, serologische Befunde, Myokarditis, Echokardiographie, Pfeiffersches Drüsenfieber und alles was die Tropenmedizin so auf Lager hat .... - und wenn das unspezifische Krankheitsbild sich noch länger dahinzieht dann kann ich bald zur Dr. med. promovieren (oder viren ...)
Doch die große Frage aller Fragen ist bis dato ungeklärt: gibt es eine beziehungssymbiotische subfebrile Erkrankungsform

oder besteht zwischen undiagnostiziertem unspezifischem Infekt der Ursprungspatientin (siehe Le Virus) - also dem klassischen Wirtstier Silvia - und Florence - also mir - ein infektiöser Zusammenhang, der sich vielleicht sogar endlich klären oder - oh Wunder - vielleicht dann auch mal therapieren ließe? Oder sind wir für alle Ewigkeit in einer subfebrilen Möbiusschleife gefangen (und das auch noch mit denkbar schlechtem Fernsehprogramm) - ganz im Sinne von Erich Fried: „Ich habe mir ein Möbiusherz gefasst, das sich in ausweglose Streifen schneidet.“ ...
Draußen ist übrigens nicht nur in Florenz sondern auch in Wien der allerherrlichste Sommer - das führt zu epidermialer Verfärbung allein schon am Weg zu den diversen Arztpraxen - aber das ist auch schon alles was Urlaubsfreuden auch nur annähernd aufkommen ließe. Wir waren sogar mal in einem Gastgarten ums Eck und haben uns dort weitab von allen anderen Gästen ins Eck gesetzt wie die zwei Lieseln --- weil man weiss ja nie, am End hat man die Seuchenpolizei am Hals (und nicht nur darin)...
wenn's wenigstens zur Erheiterung diesen Film im Fernsehen spielen würden...