Kulturpirsch

Publié le 2 Juin 2009

 

Das letzte Wochenende stand ganz im Zeichen des "weiten Landes" und seiner Kultur(en) in allerlei Ausprägungen... denn, Weidmanns Dank begegnet man im niederösterreichischen kulturellen Gebaren an allen Ecken und Enden (und im Weinviertel sowieso, denn da gibt's die Weinkulturen...)



Teil 1: Alltagskultur


Der Parcours durch die niederösterreichische Kulturlandschaft beginnt in Mauerbach - beim Blaulichttag, der dem Tag der offenen Tür der Pariser Feuerwehr um nichts nachsteht (und mich als "glernte Grisu" sowieso entflammt!)


Vom lebensumfeldtauglichen "Traktorunfall mit Menschenopfer" zum echten Fettbrand und seinem falschen Löschversuch gibt es hier alles was Leben rettet zu bestaunen...


... nämlich vor allem die berühmte Hundestaffel des RK Gablitz (oder Purkersorf oder irgendsoeinNest)..

Führerin Sylvia

Schnüffelhundestar Cody (bekannt durch die sagenhafte Cody-Rolle!)

der in seiner grenzenlosen Intelligenz zeigt wie man ein Hindernis geschickt umschifft,
auch wenn die komischen Menschen in roten Gewändern glauben man muss Hindernisse durchdringen...

während andere, tollkühne Hunde sanitär abgeschleppt werden müssen...


Teil 2: Esskultur (siehe auch Teil 4, 5, 7, 9 etc...)

Warum man die niederösterreichische Rettungskultur häufig braucht demonstrieren anschließend  "ausgraste" Weinviertlerinnen durch seltsames Haushaltsgebaren

da helfen wohl nur noch afrikanische Totem-Masken gröbere Unfälle zu vermeiden...

und somit dem heiligen Schnitzel unversehrt auf den Teller...


Teil 3: Unkultur

Entfremdet von der niederösterreichischen Scholle neigen so manche Ureinwohnerinnen dann spätnachts noch zu seltsamen, unerklärlichen Verhaltensweisen, die in der tradierten Lebenskultur des Landes östlich von Wien keine mit Quellen belegbaren Wurzeln aufweisen (wenn dann schon eher im fernen Westen des kleinen Landes): heimliche Nachtarbeit oder nächtliche Heimarbeit...


Teil 4: Wirtshauskultur



Einladend überladen und monarchisch wie napoleonischer Tradition gleichermaßen verpflichtet verschlingt eine der Marchfelderhof (im heißumkämpften Wagram welches sich auch das deutsche Wagram nennt) - und wird seinen Bildungs- wie kulinarischen Ansprüchen gerecht:
ASPARAGUS HIC LEX HOSPES HIC REX


Teil 5: Kulturlandschaft (jetzt wird's wirklich ernst!)

Dass die Weinviertler es mit der Orthographie und oder Sprachkultur nicht so haben zeigt sich daran, dass jener Ort in dem sich Ende der 90er eine wahre Kulturlandschaft im weiten Land etabliert hat von den Ureinwohnern nach wie vor PASCHDORF(mit kurzem a und schuschu SCH genannt wird....)

Paschdorf bei Mischtlbach gelegen würde der kulturell begeisterte Mensch wohl kaum am Weg ins Nitsch-Museum in Mischtlbach tangieren - würde nicht ein kleiner Schlauer aus dem Falter-Verlag darauf aufmerksam machen (oder eine Autobahnauf- und Abfahrt dort durchziehen - siehe unten)...

Wirklich sehenswert und das sogar bei eiskaltem halbschönen Wetter ist die Kulturlandschaft Paschdorf - seht selbst:
Ornamentfragment - Maria Hahnenkamp

Windwürfelhaus - Eva Ahfus

Klangatoll - Andrea Sodomka und Martin Breindl (neuerdings leider von Ö3 gekauft??!)

Eisernes Kreuz - Gewerbeschule Mistelbach

Mahnmal für verlorene Artenvielfalt - Ingeborg Strobl

da kann der nahe gelegene, alles überschauende Lagerhaus-Turm auch nix mehr dagegen ausrichten...

Das Highlight der Landschaftskultur ist allerdings die Autobahn von Paschdorf...
Autobahn - Podgorschek/PRINZGAU

viel Verkehr war nicht ... und so halfen alle mehr oder weniger engagierten Versuche des Autostopps recht wenig...


Etwas enttäuschend dann der Schlürfbrunnen in Staatz  von Gelatin - der von der Lokalbevölkerung brutal vom  Gurgeln und Schlürfen abgehalten und zum Blumenbeet umfunktioniert wurde... (traurig)

Dafür gibt es in Staatz jede Menge Gesteinskultur und historisierende Volkskultur in Form von Ritterspielen und Esskultur in Form von Ritteressen (nein da haben wir nicht mitgemacht!)


und wer weiss wie diese Spuren der Kultur in der kultivierten Naturlandschaft zu deuten sind?!


Teil 6: Design und Styling
(Kulturwelle)

Will man modernem Design und Styling begegnen, ohne die ländlichen Wurzeln zu verlassen - beschäftigt man sich am besten wienerisch mit Haarspaltereien...
Dazu ein kleines Quiz: Um wessen Haupthaar handelt es sich hierbei?

Klar, da vermuten alle, das kann nur Silvias Wuckerl sein...


doch nicht wenn wahre Styling- und Coiffeurs-Kunst ihre Hände im Spiel hat... (vom Vorwurf des Wuckerlneids möchte ich mich an dieser Stelle distanzieren... ich konnte des Maestros Brenneisen nicht Herrin werden!)
"warum waren wir bloß schon am Vortag in der Dorf-Kondi auf ein Creme-Schnitterl
- wo die Föhnwelle Ihresgleichen gefunden hätte?"

Der Künstler "Maestro" mit seiner bescheidenen Haartracht

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Kontaktdaten des Maestro können auf Anforderung übermittelt werden!
Ende der Werbeeinschaltung


Teil 7: Verwandlungskunst

Bösen Zungen, die behaupten eine gewisse optische Annäherung sei in der Verblauisierung der Augen festzustellen, sei ein historischer Gegenbeweis entgegengehalten...

und von wegen Verähnlichung - na das wär doch glacht...
Finden Sie die 7.777 Unterschiede zwischen linkem und rechtem Bild!

Teil 8: Kunstgenuss - oder die Kunst zwei Mozartkugeln auf einmal zu essen...
(leider ein Werk das nicht zur Veröffentlichung gedacht ist, daher nur ein minimaler Preview einer einzigartigen Backenleistung)

Rédigé par Michi

Publié dans #parisplages

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G
Sehr schön, der ganze Beitrag - wie natürlich alle Beiträge. Aber die Landschaftsbilder sprechen mich halt ganz besonders an, und das Geblüm aus dem Deckel und die Gedenktafeln für die gefallenen Rinder sowieso. Nur weiter so! lgg
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H
also in und um paasdorf war ich sicher +200 mal,aber das war VOR der unvergleichlichen kulturinitiative. die objekte kenne ich allesamt nicht :-(wieder mal ein grund, in der vergangenheit zu stirln und wieder hinzufahren
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