lundi à vendredi
Publié le 28 Février 2008
Also ganz ehrlich - wir halten nicht hintern Berg mit tollen Geschichten, Berichten und Erlebnissen...
es gibt sie derzeit schlicht und einfach nicht...
Das Leben besteht aus Arbeiten und Schlafen - naja und Essen natürlich (aber da haben wir auch keine neuen Meisterleistungen zu berichten, außer dass mir letztens ein ganzer Sack Nudeln in die Suppe gefallen ist)
Nichtsdestotrotz haben wir natürlich auch eine Verpflichtung das Publikum an der Stange zu halten - daher KW xy...
LUNDI
Aufstehen um 06:30 wie immer - Müsli, Tee, Kaffee, die tägliche Französischhausübung und schnell durch Le Monde geblättert, damit man weiss was Sarko grad so macht. Ab in die weniger volle Metro (es sind grad Ferien) und in die jeweilige Hacke. Oarbeit Oarbeit Oarbeit, noch schnell ein Bierchen mit einer Kollegin, bescheidenes Abendmahl eingekauft und daheim gekocht. Jutta kommt um halb 9 heim. Gegen 21:30 Uhr ruft ein Freund an ob wir uns spontan treffen sollen - wir sind spontan (aber nicht zu sehr) und treffen uns im Beisl ums Eck. 22:15 Anruf des Bereitschaftsdienst, der wieder mal nicht weiss was er dem hilfesuchenden Österreicher sagen muss - Schwaiger übernimmt. Gegen Mitternacht ins Bett - gähn - schlafen - aber nur kurz.
MARDI
Heute läutet der Wecker schon um 05:40 Uhr - der Kopf ist schwer, der Wille schwach - aber die guten Vorsätze mächtiger: wir gehen laufen. Dehnen, duschen, Müsli, Tee, Kaffee etc... ab ins Büro, ich muss ja wegen des Konsularfalls (siehe lundi) früher im Büro sein - der kommt dann natürlich gar nicht, aber bitte, so ist der Bürger eben. Oarbeit, Oarbeit, heute darfs ein bisserl länger sein. Einkaufen für ein Jauserl, Jutta kommt ein wenig früher als halb 9 und muss packen, weils am nächsten Tag wieder für 3 Tage nach Frankfurt geht. Unspektakulärer Abend, ein wenig Glotze, ein wenig lesen. Schlafen...
MERCREDI
Der Wecker wird immer frecher und läutet Jutta um 05:30 Uhr raus -sie muss ja früh zum Zug. Ich nütze die Chance und penne bis 8 Uhr weiter, verzichte auf Müsli, Tee und Kaffee (nicht ganz ein kleiner Noisette im Beisl ums Eck geht sich immer noch aus) und ab ins Konsulat, wo wie immer viele Fragen auf Beantwortung warten (wirklich nett, man lernt nie aus). Heute wird kurz gearbeitet, um 17 Uhr der Bleistift fallen gelassen und mit den Kolleginnen zwecks Geburtstagsfeier ein Flascherl Wein (Gigondas - seeeehr lecker!) aufgemacht. Tratschen, Plaudern, Lachen... und ab zum Thai auf ein gscheites Thai-Fondue. Heim komme ich dann erst gegen 00:30 Uhr, aber nett war`s, weil sie sind lieb, meine "Untergebenen". Müde bin ich nicht, also noch ein wenig fernschaun und surfen und mailen. Schlafenszeit ca 02:00 Uhr (Jutta ist in Frankfurt)
JEUDI
Ein harter Tag beginnt - zwecks Verzicht auf Müsli, Tee, Kaffee - um 08:00 Uhr - ab ins Konsulat. Heute ist ein stressiger Tag, der Kollege geht für zwei Wochen auf Urlaub, ich bin also Chefin über Konsulat und Botschaft (Verwaltung) und werde mich mit allen Unannehmlichkeiten allein rumschlagen müssen (was nicht wirklich viel Unterschied macht). Das bedeutet Amtsübergabe, Visavignetten, Pässe, Staatsbürgerschaftsnachweise etc. (streng verrechenbare Drucksorten) zählen, Bargeld zählen, Dienstrechnung überprüfen, offene Akten besprechen. Er bricht um 15:30 Uhr auf, meinereiner sitzt um 19:30 Uhr noch im Büro, weil morgen ist der 29. und am Monatsende gibts Monatsabschluss und ich überprüf lieber heute alles, bevor ich morgen unheilvolle Überraschungen erlebe. Komme gegen 20 Uhr heim, Nachrichten schaun und das Jauserl vom Mardi fortsetzen (verzichte aufs Kochen, weil ja eh niemand da ist, der meine Künste schätzt... Jutta ist in Frankfurt und macht Hausübung für ihren Projektmanagement-Kurs). Naja und in der Einsamkeit denke ich halt an das Publikum und fühle mich verpflichtet was zu schreiben - dabei spielt auf Arte grad mein Lieblingsbergsteigerfilm ("Mort suspendue" - ohne Luis Trenker). Planmäßiges Schlafengehen 22:40 Uhr obwohl ich grad sehe dass anschließend eine interessante Doku über "Les Bienveillantes"- ein in Frankreich hochgepriesenes - in Deutschland aber höchst verrissenes Werk über 3. Reich und SS. Damit könnte sich das Schlafengehen auf Mitternacht verzögern... mal sehen.
Weil ich ja weiss dass ich nix Besonderes erlebe kann ich auch gleich den
VENDREDI
beschreiben. Aufstehen um 08:00 Uhr unter Verzicht auf Müsli, Tee und Kaffee und ab ins Konsulat, wo ich einen Termin mit zwei Heiratswilligen hab mit denen ich eine Niederschrift zwecks Ehefähigkeitszeugnis machen muss (super mühsam weil die Leut dann zwecks Namensführung nach der Eheschließung erst bei mir im Büro zum nachdenken und diskutieren anfangen...) Dann Konsulargebühren abrechnen und was halt sonst noch so ansteht (hab brav alles abgearbeitet und keinen Fall offen) und ab in die Botschaft wo ja der Monatsabschluss auf mich wartet. Wenn alles klappt verlasse ich gegen 18 Uhr das Amt und geh wie immer einkaufen, kochen werd ich mir sparen, da Jutta erst gegen Mitternacht mit dem Zug ankommen wird. Wenn ich ganz lieb bin fahr ich zum Bahnhof und helfe ihr Koffer, Laptop und Lernunterlagen heimschleppen. Ich mag die Züge aus Deutschland, bis jetzt waren die immer minutenpünktlich! Dann wird geratscht und geschlafen.
Am SAMEDI hat der Wecker dann frei und wir werden gegen 10 Uhr hektisch aufwachen, weil wir ja noch laufen gehen wollen... es wird weiches Ei, Baguette und Tee und Kaffee geben, Jutta wird lernen, ich werde die Wohnung putzen und ein wenig spazieren gehen. Zu Mittag gibts Austern vom normannischen Standl ums Eck und wenn wir ganz großzügig zu uns sind gehen wir vielleicht am Abend ins Kino oder Essen oder auf eine Wasserpfeife (was ja eigentlich verboten ist seit dem Rauchverbot in Lokalen) oder gleich alles drei...
Der DIMANCHE ist noch völlig unverplant!