28 février 2010 7 28 /02 /février /2010 20:52

Betelnuss

 

Gebähte Backen der Männer, rotschwarze Zähne und Lippen, rote Spuckspuren allüberall zeugen von dem massiven Konsum der Betelnuss in Burma. Unsere Fahrer beispielsweise kauten ständig daran und ließen keine Gelegenheit aus Nachschub zu besorgen. Die Beelnuss erfreut sich derart großer Beliebtheit, dass sie den Bedarf mit Importen aus Indien komplettieren.

Die Nuss wird mit speziellen Schneidgeräten zerteilt. Bei den „Trafiken“ werden die Nüsse auf mit Kalkmilch getünchte Blätter gelegt und kunstvoll eingewickelt. Das doch recht große Teil wird dann in die Backe geschoben, die Verständigung mit den Konsumenten ist bisweilen eine Herausforderung, denn man spricht mit vollem Mund.

 

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Cheroot

 

Die lokalen Filter-Zigarillos, Cheroots, werden insbesonders in Taunggyi und am Inle See von Frauen produziert. Bis zu 1000 dieser in verschiedenen Längen erhältlichen Cheroots rollen die Frauen täglich. Die rustikale Form verwendet als Ummantelung ein Maisblatt, während die feinere Ausführung mit einem Blatt der carbia myxa versehen wird. Für den Inhalt kennt man verschiedene Rezepturen, Tabak und zerkleinertes Holz vermischt, parfümiert mit Anis und Tamarinde, angeblich werden auch bisweilen Zimt oder andere Kräuter und Gewürze beigemengt.

 

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Foto Copyright Maggi

 

Palmzucker, Palmwein und Palmschnaps

 

Der von der Toddy-Palme gewonnene Saft wird vielseitig weiterverarbeitet. Die Palmen werden am Wedelansatz angezapft, zwei Mal täglich kann Saft geerntet werden. Den Saft kann man entweder gleich trinken, aufkochen und zu Palmzuckerbonbons mit karamellähnlicher Konsistenz verarbeiten – gibt es auch vermischt mit Tamarinde, oder zu Palmwein innerhalb eines Tages vergoren. Der Palmalkohol wird darüber hinaus auch destilliert und zu Palmschnaps weiterverarbeitet.

 

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Palmsaft und Palmwein sind allerdings in Maßen zu genießen – erstens ist der Alkoholgehalt höher als man meinen möchte, und der ungeübte Verdauungstrakt reagiert mit Hyperaktivität.

 

Rhododendronwein

 

Bei unserer Wanderung auf den Mount Victoria waren die rotblühenden Baumrhododendren für die botanisch interessierte Delegation aus Europa ein wahrer Augenschmaus. Bei unserer Rückkehr nach Kapetlet sahen wir, dass die Blüten von der Bevölkerung gesammelt, gemörsert und schließlich nach Beigabe von Zucker 3 Jahre lang in Tongefässen vergoren werden. Die ganze Familie ist da am Werk, von Kleinkind bis Oma. Das Ergebnis ist ein durchaus mundender süßer Wein, den wir auch verkosten durften.

Nach ähnlicher Rezeptur wird ebenfalls ein sehr guter und auch optisch ansprechender Orangenwein hergestellt.

 

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Reiswein

 

Monikas Geburtstag feierten wir bei Reiswein. Die bei mir übliche Reaktion aufgestellter Haare blieb aus, denn der Reiswein in Kapetlet schmeckte sehr gut. Wie bei Palmwein gilt auch hier – à consommer avec modération.

 

Red Bull

 

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Bier

 

Mandalay, Myanmar, Tiger sind die burmesischen Hauptbiermarken, die zudem recht gut schmecken. In völlige Entzückung gerieten wir bei dem Spirulinabier, denn es wird als anti-aging drink beworben.

 

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Foto Copyright Maggi

 

Tee und Kaffee

 

Tee ist Treibstoff für die Leute, Grüntee wird überall gratis gereicht und steht in Thermoskannen bereit, Schwarztee wird oft mit süßer Kondensmilch serviert. Oder in 3 Mix Instantpäckchen, mit Zucker, und Milch inklusive. Ich erntete oft genug völlig verwunderte Blicke, wenn ich nur Schwarztee wollte, ohne Zucker und Milch.

Tee und Kaffee werden in Burma auch angebaut. Letzteren erhält man dennoch fast ausschließlich als Nescafe oder wie Tee in 3 Mix Instantpäckchen. Erinnert mich an Kamerun...

 

Golden Triangle

 

Taunggyi und Inle-See liegen im Shan-Staat und somit am Rande des Goldenen Dreiecks, das sich im wesentlichen über das Grenzgebiet von Thailand, Laos und Burma erstreckt. Von Opiumanbau und Handel bekamen wir nichts mit. Der augenscheinliche Wohlstand in dieser Region rührt sehr wahrscheinlich nicht nur von konventionellen landwirtschaftlichen Produkten her.

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Published by Jutta - dans parisplages
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commentaires

Juttka 03/03/2010 21:06


die burmesische nicht, die afrikanische mal, aber die war nicht so mundgerecht zubereitet.


H 03/03/2010 20:54


die betelnuß auch probiert??


Juttka 01/03/2010 22:38


den Wein habe ich unterschlagen, der in der Gegend um den Inle See gekeltert wird. Wie der mundet kann ich nicht sagen, da wir ihn nicht verkostet haben.


michi 28/02/2010 22:27



das wird ja immer besser! echt suchtverdächtig dieser blogbeitrag :-D