6 août 2007 1 06 /08 /août /2007 17:17

Er war da - so richtig - mit allem was dazugehört hat er gezeigt was er sein könnte (wenn er nur  wollte) der Pariser Sommer 2007 ... Ganze zwei Tage lang hat er sich von seiner allerbesten Seite gezeigt, mit blauem Himmel, dampfendem Asphalt, gleissender Sonne und brütender Hitze (immerhin ca 32 Grad). Wenn die WienerInnen nun herzhaft lachen ob dieser "herbstlichen" Temperaturen so darf auch noch erwähnt werden, dass Frankreich sich auch im Hochsommer einer recht "erfrischenden" Luftfeuchtigkeit erfreut.

Untypisch pünktlich zum Arbeitswochenbeginn hat sich dann die nächste Kältefront heute früh zum Frühstück mit einem heftigen Gewitter zu Wort gemeldet, sodass wir in der Botschaft mal wieder einen Wasserschaden bekämpfen durften und Jutta wie der sprichwörtliche Pudel in der Arbeit erschien.

Apropos Arbeit - die bereits von diversen Seiten bemängelte "Schreibfaulheit" liegt nicht darin begründet dass wir so gaaar nichts mehr erleben hier, aber da die meiste Zeit ja doch mit Arbeit versch... wird - und diese oft allzu unbeschreiblich ist, können wir nur die Highlights berichten.
Heute also: der Sommer 2007 - nicht faul haben wir diese beiden einzigartigen, außergewöhnlichen Tage natürlich bestmöglich genützt.

Trotz Abschiedsessen meines Kollegen und seiner Frau bei uns am Freitag abend (und daher auf 4 Stunden reduzierter Schlaf) haben wir uns gleich Samstag früh aufgerafft und sind mit der RER B (sowas wie eine Schnellbahn) nach Saint Rémy lès Chevreuse gefahren. Die Gegend um Chevreuse zeichnet sich nämlich durch einen wunderbaren weitläufigen Parc Naturel de Chevreuse aus, mit Burgen und Châteaus und Wäldern und Feldern aus - kurz gesagt: NATUR!

Alpines Gelände ist natürlich was anderes - aber immerhin gibts dort sogar ein paar Hügel und zu einer vierstündigen Wanderung haben wir es allemal gebracht.

Besonders erwähnenswert ist das ausgesprochen malerisch gelegene Château de la Madeleine bei dem wir mehr zufällig vorbei gewandert sind. Es zeigt sich nämlich von Wanderung zu Wanderung dass wir - nun wirklich nicht ungeübt im Kartenlesen - mit den französischen Wegbeschreibungen und Wanderkarten nicht so wirklich auf Du und Du sind... Mit Hausverstand und Kompass (!!) haben wir aber trotzdem immer noch unsere Ziele gefunden.

Château de la Madeleine

In Chevreuse gibt's außerdem noch die bezaubernde Promenade des Petits Ponts - wo früher Gerbereien am Fluss werkten ziert heute Blumenschmuck eine schier endlose Promenade mit vielen kleinen Brückchen.


Promenade des Petits Ponts

Am Château de Meridon vorbei gings weiter zur Hauptsehenswürdigkeit der Region - dem legendären Château de Breteuil.


Château de Breteuil

Dort sind nicht nur die in der französischen Geschichte über Jahrhunderte als "graue Eminenzen" wirkenden Breteuils nach wie vor daheim sondern auch der berühmte Table de Teschen, auch "Table de l'Europe" genannt, ein unschätzbares Geschenk von Maria Theresia für die nette "Mediation" zwischen Österreich-Ungarn und Preussen (davon gibts kein wirklich nettes Bild daher folge man dem Link oben).

Das Château ist darüber hinaus auch noch mit Herrn Charles PERRAULT eng verbunden. Was man bei uns ja weniger lernt, Herr Perrault ist der eigentliche Sammler/Urheber einer Vielzahl bei uns als deutscher Märchen aus dem Hause Grimm bekannter Geschichten (Der kleine Däumling, Rotkäppchen, Blaubart, Frau Holle und nicht zuletzt der gestiefelte Kater...)


Weshalb es heute in Breteuil eine riesige Sammlung mechanisch betriebener Gestiefelter Kater gibt.

So spannend der Kulturgenuss auch war - viel erfrischender war natürlich das Naturerlebnis. Maiskolbenstehlen und Brombeerenernten gehören ja doch zu frühkindlichen Lusterlebnissen...

Und so mancher Landstrich erinnert (wie so viele Gebäudekomplexe hier in Frankreich) eher an Regionen östlich des Burgenlands

Den Sonntag, der sich durch noch unwahrscheinlichere Temperaturen auszeichnete, begingen wir eifrig mit einem kleinen Morgenlauf durch den Park Buttes Chaumont (*schwitz, keuch*) um dann wieder die Wanderschuhe zu schnüren, und die (bescheideneren) Weiten des Parc de Saint Cloud zu erforschen.


die Stadt hinter uns lassend....


Parc de Saint Cloud

Den Abend haben wir dann noch am Paris Plage ausklingen lassen, wo vor dem Rathaus eifrig Beach-Rugby (sic!) und überall rund herum Street-Volleyball gespielt wird... und selbstverständlich Boule


Und an solchen Tagen schmeckt sogar das französische Bier aus Plastikbechern einfach hervorragend..


Kronenbourg am Paris Plage...

POSTSKRIPTUM
Weil jetzt der Küchendienst ruft möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten dass uns ein weiterer Beitrag zur Österreichischen Küche neulich schmackhaftest doch noch gelungen ist


Marillenknödel mit ECHTEM Erdäpfelteig - mhhhhhhhhh

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Published by Michi - dans parisplages
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