8 juin 2009 1 08 /06 /juin /2009 17:46
Kaum den Eindrücken des niederösterreichischen Weinviertels entronnen, begibt sich die weltgewandte Reisende zu unmittelbaren Vergleichsstudien ins zentrale französische Weinviertel - nämlich nach Burgund, wo Kultur doch noch einen anderen Touch aufweist als im modernen, weiten Land ;-) Oder anders gesagt - das Rurale ist weniger weinviertlerisch, aber Perchtoldsdorf ist schon ganz ähnlich...

Kleine Medienanweisung: Fotos gibts natürlich auch im Album (die muss man sehen - und die Musik kann man abschalten)



Aber vergleicht doch selbst - das Thema ist eindeutig und fixiert ...


Aus der eigentlich geplanten Berg-Tour in Morvan, einem dem Wein abgewandten, aber dem Erholungswert zugewandten Nationalpark in ebendieser Bourgogne, wurde dann wetterbedingt doch eine Tour durch die Route des Grands Vins, wo praktisch in jedem zweiten Dorf das Terroir dem Wein eine eigene Note (und ganz eigene Preise) verleiht.
Berge gabs aber trotzdem auch - oder zumindest Felsen (Falaises) von denen man super ins Land eini schaun kann...

Und dann gab's natürlich auch jede Menge Schnecken, am Wegesrand, auf Bänken und auch am Teller, kräftige, muskulöse, gschmackige Weinbergschnecken .. (obwohl eigentlich grad Schonzeit ist)


Begonnen hat alles im Zentrum der Etats de Bourgogne - in Dijon (das man in 80 min von Paris aus locker am Freitag abend noch erreicht). Dijon ist ein nettes kleines Städtchen, das seine Bedeutung nicht nur aus der Geschichte schöpft, sondern vor allem durch die zentrale Lage zwischen Paris und Lyon profitiert und keinesfalls, wie es doch auch den Anschein hat, der Arsch der Welt ist...

Auch wenn man keinen ordentlichen Stadtplan, keinen gscheiten Reiseführer (es sei hier vor Michelin Guide Vert gewarnt) besitzt - in Dijon kann man sich nicht verlieren, denn die Chouette von Dijon führt alle ans Ziel - zur Chouette nämlich (ein Minidetail an der Außenfassade der Notre Dame de Dijon, an der sich die Jakobspilger im Vorbeigehen schon immer gern was gewünscht haben)

Dass das Kulinarische in Burgund immer schon als wesentlicher Lebensbestandteil erachtet wurde zeigt sich u.a. an der optisch neuerdings durchaus attraktiven Küchenkamin-Optik (im Palais des Ducs)


Von Dijon aus lässt sich die "burgundische Weinstraße" natürlich hervorragend erschließen, aber das Verkosten bleibt Kfz-bedingt  ein wenig auf der Strecke, was bei € 8,- plus pro Glas ja auch einer Ersparnis gleichkommt. Die Weinorte Fixin, Morey Saint Denis, Nuits Saint Georges und wie sie alle heißen sind  neben Gaumenfreude auch eine pure Augenweide...


Und dass es um Wein geht ist einfach allüberall mehr als evident:

Die große Konkurrenz-Stadt von Dijon - Beaune - haben wir ja eher links liegen gelassen, da ist der Spirit irgendwie nicht so auf uns übergesprungen - und die Spritversorgung dort ist auch eine etwas eigenartige (die den Herrn Wick aber vielleicht interessieren dürfte)



Unsere zweite nächtliche Station des Kurzausflugs führte uns über Umwege (siehe Kartenmangel) nach Santenay, wo wir das Service des einzigen Hotels am Platz (inklusive frugalem Abendmenü) genießen konnten.
Santenay ist wirklich ein wahres Schmuckstück und wir sind froh, es durch reinen Zufall mit dem Finger auf der fiktiven Landkarte entdeckt zu haben (dem guten Philippe le Hardi - auch der Kühne genannt - hat's dort auch gut gefallen..)

Neben Châteaus, Weingärten und einzigartiger Kulturlandschaft hat im alten Burgunderland aber auch das Klerikale seine Bedeutung von Weltrang und so konnten wir nicht umhin uns auch das gute alte Cluny, oder das was davon noch übrig ist (und auch das hat eine Aura von Geschichtstracht) anzusehen.


Dass der Wein den benediktinischen Cluniazensern zu Reformgeist verholfen hat sieht man auch hier nicht nur an den Details (der Mâcon ist auch nicht übel)

und auch heute hat man das savoir vivre da unten im südlichen Burgund noch in jeder Fazette voll drauf


Trotz wechselhaften Wetters war das wohl ein Wochenende für alle Sinne und die Begeisterung für die Bourgogne hat in der Wahlfranzösin Jutta erst ihren allerersten Keim gepflanzt - und ihr ein entzückendes Lächeln ins Gesicht gezaubert (garantiert 0,00%%)


und der Abschied aus Dijon sucht auch Seinesgleichen..

Fotos gibts natürlich auch im Album


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Published by Michi - dans parisplages
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commentaires

Jeanne 23/06/2009 12:47

Weinbergschnecken haben Schonzeit?!?! Wieder was gelernt ;-). Wie immer erbaulich und lehrreich zugleich ... l. G., J.

Gerti 16/06/2009 18:34

Ihr wart ja im Burgung - wie schön! Da werd' ich doch glatt ganz sentimental ... Seufz. lgg

H 08/06/2009 22:12

hm, sehr interessante, mir aber gänzlich unbekannte gegend.abschreckend hochpreisig, aber von den lokalen motorisierungsvarianten wiederrum extrem erkundenswert