16 avril 2016 6 16 /04 /avril /2016 17:49

das wunderbare am Buto-Tanz ist die Möglichkeit alles zu tanzen und sich in alles zu verwandeln. Wie etwa in die Landschaft, die die Kindheit geprägt hat.

So wird das rechte Bein zum Kirschenbaum, voller Kirschblüten und dann voller Kirschen, auf den ich einst oft geklettert bin und von dem ich die Kirschen am liebsten direkt gegessen habe. Da hatte ich auch meinen Lieblingsplatz auf einem ganz bestimmten Ast.

Das linke Bein ist die Wiese voller Dotterblumen entlang des Baches, im Schatten des bewaldeten Hügels, der sich hinter der Wiese erhob.

Im Bauch wogten die hoch stehenden Wiesen, in denen wir gelegen sind, und unweit derer es ein "Versteck" gab,

In der Wirbelsäule war der Zug, der mich durch die Wachau 8 Jahre lang zur Schule gebracht hat, und wieder nach Hause. Und genau dieser Zug in der Wirbelsäule entwickelte während des Tanzes eine ganz eigene Dynamik.

Emmersdorf war der Anfangspunkt der Zugverbindung, und der Zug war weitgehend leer, denn nur ein paar Leute stiegen schon hier zu. Je weiter sich der Zug durch die Wachau Richtung Krems schlängelte, umso mehr Leute stiegen zu, bis der Zug voll war und nicht einmal alle Passagiere Sitzplätze fanden. In Krems ging es dann im überfüllten Schülerbus zur Rechten Kremszeile, oder zu Fuß - was meine bevorzugte Variante war. Dort wurden wir dann Stunde um Stunde mit mehr Wissen gefüllt, bis unsere Köpfe zum Bersten voll waren. Mit diesen großen, schweren und überfüllten Köpfen strömten wir nach Schulschluss zum Bahnhof. Wo wir in einen Zug stiegen, der ebenso zum Bersten gefüllt war. Aber je mehr sich der Zug von Krems entfernte, umso leerer wurde er, so wie mein Kopf auch etwas leichter geworden war. Zwischen Aggsbach und Emmersdorf gehörte der Zug oft "mir", es waren kaum noch andere Fahrgäste im Zug, und ich war oft alleine im Waggon. In der warmen Jahreszeit streckte ich oft ich den Kopf in den Fahrtwind.

Welch unglaubliches Potential wurde in einem Zug zusammengefasst transportiert! All die jungen Menschen, die mit ihren Hoffnungen, Erwartungen, Wünschen, Aussichten dieses tägliche Wechselspiel zwischen Freiraum und Überfüllung erlebten. Die lernten, studierten. Was ist aus ihnen geworden? Was haben sie aus ihren Talenten machen können?

Meine Wirbelsäule, mein Körper erinnert sich heute an diese Landschaften und an das Erlebte. Wie präsent diese längst vergangene Zeit dabei wird, deutliche Bilder tauchen auf, als wäre es erst gestern gewesen. Bei diesem Thema kommt man dem Selbst einen großen Schritt näher. Was in einem sehr persönlichen Tanz zum Ausdruck kommt und sichtbar wird.

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Published by Jutta - dans parisplages
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